1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Spenge
  6. >
  7. Vom Zivi zum Wachleiter

  8. >

Tobias Nienaber ist neuer Chef der Notfallsanitäter in Spenge

Vom Zivi zum Wachleiter

Spenge (WB). Im Rettungswesen des Kreises Herford ist einiges in Bewegung geraten. In der Rettungswache Spenge wurde zum 1. August ein Notarzt samt Einsatzfahrzeug stationiert (wir berichteten). Nun haben die Sanitäter mit Tobias Nienaber auch einen neuen Chef.

Ruth Matthes

Tobias Nienaber (links) folgt Jörg Hülsmann nach 20 Jahren als Leiter der Rettungswache des Kreises Herford in Spenge nach. Hülsmann hat sein Büro jetzt in der Kreisverwaltung und versieht dort seinen Dienst im Ordnungsamt. Foto: Gerhard Hülsegge

Der 39-Jährige trat am 1. September die Nachfolge von Wachleiter Jörg Hülsmann an. Nienaber kennt die Spenger Wache seit seiner Zeit als Zivildienstleistender. »Seit 2002 bin ich hier als Hauptamtlicher tätig – zunächst als Rettungsassistent und später als Notfallsanitäter«, erzählt er. Mit der Umstrukturierung der Wache wurde es notwendig, dass ein Notfallsanitäter die Wachleitung übernimmt. Also absolvierte der Engeraner einen Aufbaulehrgang, der mit einer staatlichen Prüfung abschloss.

Mehr Personal

Im Zuge der Stationierung des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) wurde das Personal von 14 auf 21 Personen aufgestockt. »Und es ist jetzt schon abzusehen, dass wir zusätzlich noch Rettungssanitäter werden einstellen müssen«, so der neue Wachleiter.

Derzeit ist der Notarzt von der Spenger Industriestraße aus montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr einsatzbereit. Im vergangenen Monat habe es zwei bis vier Einsätze pro Tag gegeben. Das Einsatzgebiet ist vor allem Enger und Spenge, aber seit kurzem auch Bielefeld-Jöllenbeck. Nienaber begrüßt die Zusammenarbeit mit den Bielefeldern. »Diese starre Trennung zwischen Bielefeld und dem Kreis Herford war nicht im Sinne der Bürger und ihrer Sicherheit«, urteilt er. Das Ziel sei, die Hilfsfristen einzuhalten, darauf komme es vor allem an. Daher rücken die Spenger auch Richtung Melle aus, wenn es nötig ist. »Wenn es in Hoyel brennt, sind wir eher da als die niedersächsischen Kollegen.«

Notarzt rund um die Uhr

Das Prinzip der kürzesten Strecke gilt auch im Kreis Herford. »Sind wir gerade an einem Krankenhaus in Herford und näher an einem Patienten als ein anderer Rettungswagen, fahren wir selbstverständlich auch Einsätze in anderen Kommunen«, so Nienaber.

Geplant ist, dass auf Dauer in Spenge ein Notarzt samt Fahrzeug und Besatzung rund um die Uhr einsatzbereit ist. Den genauen Zeitpunkt kann Nienaber noch nicht nennen. Neben dem NEF stehen in Spenge zwei Rettungswagen bereit. Sie fahren mehr als 3000 Einsätze pro Jahr. Eine zweite Rettungswache unterhält der Kreis Herford in Vlotho. Herford, Bünde und Löhne sind eigenständig.

Der 39-Jährige freut sich auf die Herausforderung, die 21 Sanitäter zu führen, ihre Arbeits- und Urlaubszeiten zu koordinieren und ihre Aus- und Fortbildungen zu organisieren. Seine Aufgabe sei es zudem, dafür zu sorgen, dass mit dem ärztlichen Personal alles Hand in Hand laufe, was jedoch bisher kein Problem gewesen sei.

Einsatz als Ausbilder

Zu seinen neuen Arbeitsbereichen gehört auch die Funktion des Ausbilders. Zwei Männer und eine Frau haben am 1. September beim Kreis Herford eine dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter begonnen. »Sie werden zunächst in Klinik und Schule unterrichtet und kommen dann zu uns auf die Wache«, erklärt Nienaber. Deshalb muss auch er jetzt wieder die Schulbank drücken: ein Lehrgang zum Praxisanleiter steht an.

Der Vater eines 15-jährigen Sohnes möchte bei all diesen Aufgaben nicht den Kontakt zur Basis verlieren und betont: »So weit möglich, fahre ich selbst raus. Es ist nicht gut, wenn man zu viel Abstand vom Tagesgeschäft und seinen Kollegen hat.«

In seiner Freizeit setzt sich Nienaber gerne aufs Motorrad und lässt sich den Wind um die Nase wehen.

Startseite