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Ehepaar organisiert Hilfsaktion für die Ukraine – Alona Guder in Sorge um Familie und Freunde

Von Spenge über Lemberg an die Front

Spenge

In kurzem Abstand fahren Autos vor, deren Kofferräume gefüllt sind mit Hilfsgütern. Alona und Maximilian Guder nehmen die Spenden dankend entgegen und sortieren sie. Medikamente, Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel und Energieträger wie Akkus, Batterien, Powerbanks und Generatoren werden von dem Ehepaar in Kartons verpackt und auf einen Anhänger geladen.

Von Daniela Dembert

Alona und Max Guder sammeln Hilfsgüter für die Menschen in der Ukraine. Anna-Maria Schürmann hat spontan Babywindeln, haltbare Lebensmittel und andere Dinge vorbei gebracht. Foto: Daniela Dembert

Die beiden hatten am vergangenen Wochenende eine Hilfsaktion für die Menschen in der Ukraine ins Leben gerufen. Die gesammelten Güter werden zur zentralen Sammelstelle einer Kirchengemeinde nach Hannover gebracht und von dort direkt in die ukrainische Stadt Lemberg transportiert, von wo aus sie bedarfsgerecht an die Front, in Krankenhäuser und Notunterkünfte verteilt werden.

Alona Guder ist gebürtige Ukrainerin und bangt derzeit um ihre Familie und Freunde, die dort leben. „Wenn man die ukrainischen Nachrichten hört und das, was einem Familie und Freunde berichten, ist das schon sehr besorgniserregend“, sagt Maximilian Guder. „Ein befreundetes Ehepaar hat uns geschrieben, sie wollten sich freiwillig zum Dienst an der Waffe melden und Kiew verteidigen. Wenn man so etwas aus dem eigenen Umfeld hört, spielt der Kopf verrückt und man will nur eines: den Menschen helfen.“

„Die Lage auf dem Land ist noch entspannt. Dort haben die Menschen genug Lebensmittel. Aber in der Stadt, besonders in Kiew, sind die Lebensmittel schon knapp“, sagt Alona Guder. Dringend gebraucht werden Konserven, haltbare Lebensmittel, Milchpulver und auch Sportlernahrung. „Wenn die Kräfte an der Front oder in den Krankenhäusern den ganzen Tag im Einsatz sind, bleibt wenig Zeit für eine ruhige Mahlzeit. Wenn man dann zwischendurch so einen hochkalorischen Riegel essen kann, geht es erstmal wieder weiter“, erklärt Maximilian Guder.

Auch Windeln, Hygieneartikel, abgelaufene Kfz-Verbandskästen, Taschenlampen und Funktionskleidung für Männer werden ebenso dringend benötigt wie Schlafsäcke, Isomatten, Matratzen, Decken und Zelte. Kleidung hingegen werde nicht mehr gebraucht. „Die wird eher hinter der Grenze, in den Auffanglagern der Nachbarländer benötigt und wäre bei unseren Transporten am falschen Ort“, erklären die Guders.

Bereits am Montagabend ging ein Anhänger voll Hilfsgüter auf die Reise nach Hannover. Alle zwei bis drei Tage wollen die ehrenamtlichen Helfer nun weitere Lieferungen folgen lassen.

Spenden werden täglich zwischen 11 und 18 Uhr im Pappelweg 1 entgegen genommen. Auch Geldspenden sammeln die Guders, um in Schutzausrüstung wie Helme und Schutzwesten sowie in Medikamente investieren zu können.

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