Spenger Seippel-Gelände: Investor hofft auf Beginn der Arbeiten im Frühjahr 2022

Weichen für Kita-Neubau gestellt

Spenge

Grünes Licht für einen Kita-Neubau im Stadtkern haben die Firma Bokermann Immobilien und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Dienstagabend vom Hauptausschuss der Stadt Spenge bekommen.

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Der Hauptausschuss ermöglicht den Bau einer Kita sowie Wohnungen auf dem früheren Seippel-Grundstück in Spenge. Foto: Ruth Matthes

Das Gremium hat sich für eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen und kommt damit dem Anliegen des Investors nach, auf dem Seippel-Grundstück an der Langen Straße zu bauen.

„Ich bin froh, dass wir endlich eine tragfähige Lösung gefunden haben“, erklärte Geschäftsführer Thomas Budde. Ursprünglich hatte er auf dem Grundstück ein Ärztehaus mit Läden und Wohnungen errichten wollen. „Ich hatte ausreichend interessierte Ärzte gefunden und die Pläne an ihre Bedürfnisse angepasst. Wir hatten sogar schon die Abbiegespur geplant, doch dann sind sie ohne mir dies offiziell mitzuteilen, abgesprungen“, erklärt der Investor. „Danach mussten wir wieder bei Null anfangen.“

Im Sommer 2020 sei dann Bürgermeister Bernd Dumcke auf ihn zugekommen und habe angefragt, ob es möglich sei, ein Konzept aufzustellen, in das ein Neubau für die Kita Pusteblume integriert sei, da diese dringend eine Unterkunft suche. „Diese Pläne liegen nun vor und sind mit dem Kreisjugendamt und dem Landschaftsverband bereits abgestimmt“, erklärte Budde. Wenn alles gut laufe, könnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2022 beginnen.

Der Entwurf sieht ein Gebäude mit großzügigem Außengelände für vier Gruppen vor sowie mehrere barrierefreie Wohnungen und Büro-/Praxisräume.

Das Gebäude der Kita Pusteblume an der Ravensberger Straße ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Foto: Daniela Dembert

Die AWO begrüßte die Entscheidung der Politiker, da das mehr als 50 Jahre alte Flachdachgebäude an der Ravensberger Straße, in dem die Kita derzeit untergebracht ist, nicht mehr den Ansprüchen an eine moderne Tagesstätte entspreche und stark sanierungsbedürftig sei. Zeitweilig hatte die AWO über einen Abriss und Neubau an Ort und Stelle nachgedacht, was in der Übergangszeit mit einer teuren Container-Variante einhergegangen wäre.

Die CDU-Fraktion enthielt sich am Dienstag der Stimme, da sie sich nicht für eine Kita an dieser Stelle erwärmen konnte. Aus ihrer Sicht handelt es sich um „eine Notlösung, weil offensichtlich keine andere Nutzung gefunden werden konnte“, so Lars Hartwig. Man erkenne durchaus an, dass der Investor Probleme habe, Interessenten aus dem Einzelhandel oder der Ärzteschaft zu finden, sehe aber nach wie vor das Potenzial dieser Innenstadt-Fläche. Reinhold Hübers (CDU): „Wenn sich in Spenge zuletzt etwas im Einzelhandel getan hat, war das an der Langen Straße.“ Auch sehen die Christdemokraten die Verkehrssituation mit Bring- und Abholzeiten und die beschränkte Parkplatzanzahl kritisch.

André Schröder

Diesen Aspekt möchte André Schröder (Grüne) nicht zu stark bewerten. Er glaube, das werde sich, ähnlich wie in der Schulstraße, „alles einspielen“. Budde sagte dazu, man habe sich bemüht, mit einer Durchfahrtlösung entlang der Werburger Straße ein sicheres Abholen zu ermöglichen.

Die seniorengerechten Wohnungen im Gebäude sieht Schröder als gute Perspektive: „Wenn dort Senioren einziehen, wohnen sie zentral und haben kurze Wege.“

Auch UWG, SPD und FDP sprachen sich für die Kita in der Innenstadt aus, auch wenn sie grundsätzlich eine Einzelhandelsansiedlung bevorzugen würden. „Man muss aber eine Alternative finden, um nicht über Jahre hinweg eine innerstädtische Brache zu haben“, nahm Ralf Kinnius (UWG) Bezug auf das Heckewerth-Gelände in Enger und urteilte: „Eine Kita im Zentrum kann befruchtend sein.“

Nach dem Beschluss geht es nun in das Beteiligungsverfahren, in dem auch Stellungnahmen der ansässigen Gewerbetreibenden erwartet werden.

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