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Marcus Coesfeld stellt seine Pläne als neuer Museumspädagoge vor

Werburg wird virtuell erfahrbar

Spenge (WB). „Die Corona-Pandemie hat auch uns deutlich gemacht, wie wichtig die digitale Vermittlung ist“, sagt Dr. Werner Best, Vorsitzender des Vereins Werburg Spenge. Mit dem neuen Museumspädagogen Marcus Coesfeld hat der Verein jetzt einen Experten an der Seite, der sich diesem Feld widmen wird.

Ruth Matthes

Marcus Coesfeld hat auf seinem neuen Schreibtisch im Herrenhaus einen Schweineschädel gefunden. „Damit kann man die Essgewohnheiten im Mittelalter verdeutlich. Das gab es viel Schweinefleisch“,, erklärt er Bernd Dumcke und Dr. Werner Best (rechts). Foto: Matthes

„Mein Ziel ist es, den außerschulische Bildungsort Werburg-Museum stärker virtuell darzustellen“, sagt der studierte Historiker und Germanist, der im Anschluss an sein Referendariat noch ein Volontariat mit dem Schwerpunkt Museumspädagogik im Herner LWL-Museum für Archäologie absolviert hat. „Dafür habe ich bereits mit den Kulturscouts OWL Kontakt aufgenommen, die gerade ebenfalls an neuen digitalen Vermittlungsformaten arbeiten.“

Museumserfahrung

Das erste virtuelle Angebot des Werburg-Museums geht voraussichtlich am 13. September online. Dann steht nämlich der Tag des offenen Denkmals an, der im Corona-Jahr ein digitaler sein soll. Wie das konkret aussehen wird, kann der 33-Jährige nach neun Tagen im Dienst noch nicht sagen.

Das Werburg-Museum ist nicht das erste Museum, an dem der gebürtige Dortmunder arbeitet. „Ich war von 2017 bis 2018 als museumspädagogischer Leiter im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen angestellt“, erzählt er. Nach einer befristeten Zwischenstation als Museumsleiter im Archäologischen Forschungszentrum und Museum in Neuwied hat er zuletzt bei der LWL-Archäologie für Westfalen in Bielefeld eine Ausstellung vorbereitet. Die Stelle in Spenge hat er auf eine Initiativbewerbung hin erhalten. Angestellt ist der 33-Jährige mit einer halben Stelle bei der Stadt Spenge. Parallel dazu ist er als Lehrer an einer Grundschule in Gütersloh tätig.

Neue Lehrpläne

Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Museumspädagogen, dessen Vorgängerin Sonja Voss ans Herforder Daniel-Pöppelmann-Haus gewechselt hat, ist die Ausweitung der Angebote des Werburg-Museums auf Schüler der Sekundarstufe I. Da Coesfeld selbst bereits als Lehrer für Deutsch und Geschichte an einer Gesamtschule und einem Gymnasium gearbeitet hat, ist er auch hier im Thema.

„Das Land NRW hat zum Beginn des neuen Schuljahres neue Kernlehrpläne herausgebracht“, berichtet er. „Sie besagen, dass sich die Kinder in der 5. und 6. Klassen jetzt nicht mehr mit der Steinzeit beschäftigen. Die Lehrer müssen sich also auf der Suche nach Museumsausflügen nun neu orientieren.“

Sinnliche Wahrnehmung

Hier sehen Coesfeld und der Werburg-Verein eine Chance für Spenge. Denn das Spätmittelalter ist immer noch im Lehrplan und die Zeit vom Renaissance bis Barock lasse sich im Werburg-Museum gut vermitteln. Hier will der Pädagoge nun anknüpfen, Angebote für diese Altersgruppe entwickeln und Kontakte zu den Schulen herstellen.

Dabei legt der Wahl-Bielefelder Wert darauf zu betonen, dass das Digitale nur als Ergänzung dient: „Ich sehe die digitalen Konzepte immer im Zusammenhang mit der sinnlichen Wahrnehmung vor Ort. Die Haptik steht bei mir im Vordergrund.“

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