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Erweiterung des Gewerbegebiets Spenge-Wallenbrück im Regionalplan ausgewiesen: Grundbesitzerin nicht einverstanden

„Wir verkaufen auf keinen Fall“

Spenge (WB/rkl)

„Diese Potenzialfläche hat eindeutig kein Potenzial als Industriegebiet“, sagt Nadine Gießelmann. Der Hof ihrer Familie am Helligerweg in Wallenbrück, den sie gerade übernommen hat, ist dennoch im Entwurf des Regionalplanes als Bereich ausgewiesen, in dem Gewerbe und Industrie angesiedelt werden können.

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Der Hof der Familie Kirchner-Gießelmann in Wallenbrück mit den angrenzenden Feldern. Hier weist der neue Regionalplan eine Potenzialfläche für Gewerbe und Industrie aus. Foto: Ruth Matthes

Die junge Hofbesitzerin hatte sich daher mit ihrer Familie und Pächter Stefan Sabbert bei der Ratssitzung eingefunden, in der auch der Regionalplan diskutiertwurde. „Ich bin hergekommen, damit Sie wissen, dass wir diese landwirtschaftliche Fläche niemals verkaufen werden“, erklärte sie. „Mein Mann und ich wollen in Kürze auf den Hof ziehen und investieren gerade in den Umbau. Da werden wir bestimmt nicht als nächstes Haus und Felder verkaufen.“ „Der Hof ist mittlerweile in sechster Generation in Familienbesitz und soll es auch bleiben“, betonte Mutter Heidemarie Kirchner.

Außerdem will Gießelmann die Pächter schützen, die auf dem Land Saatgut für Wildpflanzen angebaut haben und damit wertvolle Arbeit für den Natur- und Artenschutz leisteten. Pächter Sabbert lud die Politiker ein, sich vor Ort ein Bild zu machen. „Denken Sie noch einmal darüber nach, ob das die richtige Fläche für Industrie ist“, appellierte er.

Bürgermeister Bernd Dumcke erklärte, dass die Stadt selbst dieses Gebiet nicht vorgeschlagen habe und der Rat nur Bedenken äußern könne. Die Eintragung sei eine Eigeninitiative des Regionalrates. Er versicherte Gießelmann: „Solange Sie nicht verkaufen wollen, kann im Plan stehen, was will.“ Sie könne auch selbst eine Stellungnahme zum Entwurf abgeben. Das hat sie bereits getan.

Lars Hartwig (CDU) äußerte Verständnis für die Landwirte und fragte, ob die Verwaltung Alternativvorschläge habe, die man der Bezirksregierung vorschlagen könne. „Wir sehen in Spenge keine ernstzunehmenden Potenzialflächen für Industrie", erklärte Dumcke. Auch Ralf Sieker (UWG) konnte angesichts diverser Umweltschutzräume keine Alternativflächen ausmachen. Die Politiker wollen sich nun erneut in den Fraktionen beraten und in der nächsten Sitzung Stellung nehmen.

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