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Fünf Beschicker gehen, drei kommen – »Marktcafé« gut angenommen

Wochenmarkt hat unter Umbau gelitten

Spenge (WB). »Wir bieten eine große Vielfalt, unter anderem an regionalen und Bioprodukten. Diese Frische und ausgiebige fachliche Beratung findet man nicht im Supermarkt«, stellt Carlos Aragues Bremer klar. Der Prokurist der Hannoveraner Niederlassung der Deutschen Marktgilde weiß genau, was die Spenger Kunden am Wochenmarkt am Lönsweg schätzen.

Daniela Dembert

Für Unterhaltung auf dem Wochenmarkt sorgten gestern Reinhard Lammering (links) und Wilfried Niederjohann. In Holzpantinen schlenderte das Duo singend und musizierend über den Markt am Lönsweg. Die beiden erzählten Dönekes und sprachen die Passanten auf Plattdeutsch an. Foto: Daniela Dembert

Trotzdem hat der dienstägliche Markt Einbrüche erlitten während der Sanierungsarbeiten an der Langen Straße. »Der Umbau hat uns fünf Marktbeschicker gekostet. Drei konnten wir mittlerweile neu gewinnen«, erzählt Aragues Bremer.

Lücke im Angebot

An zehn bis zwölf Ständen finden Marktbesucher Fleisch- und Wurstwaren, Käsespezialitäten, Backwaren, Obst, Gemüse, Fisch, Handarbeitsartikel und Textilien. Seit den Baumaßnahmen gibt es aber eine Lücke im Feinkostangebot. »Wir haben uns die Spenger Vielfalt auf die Fahnen geschrieben. Unter anderem deshalb liegt uns der Wochenmarkt am Herzen«, sagte Bürgermeister Bernd Dumcke. Die Verwaltung stehe in regelmäßigem Kontakt mit der Marktgilde.

Neben der Produktpalette biete der Wochenmarkt den Bürgern der Stadt eine weitere Funktion, betont der Vertreter der Marktgilde: »Auf dem Markt werden Neuigkeiten ausgetauscht. Wo begegnet man sonst unverbindlich und regelmäßig so vielen Leuten?« Dieser sozialen Funktion hat die Gilde gestern morgen noch etwas Nachdruck verliehen und zum »Marktcafé« geladen. Ab einem Einkaufswert von fünf Euro bekamen Kunden an den Ständen einen Gutschein für Kaffee und belegte Brötchen. Sitzgelegenheiten luden zum Verweilen und Klönen ein. »Das Café wird sehr gut angenommen. Die Besucher nehmen sich gerne die Zeit«, sagt Marktmeister Volker Greulich.

Plattdeutsche Unterhaltung

Für Unterhaltung sorgten Reinhard Lammering und Wilfried Niederjohann. In Holzpantinen schlenderte das Duo singend und musizierend über den Markt, erzählte Dönekes und sprach die Passanten auf Plattdeutsch an. Was der eine mit irritiertem Blick quittierte, zauberte dem nächsten ein Lächeln ins Gesicht. Gerne ließen sich die des Niederdeutschen Mächtigen in ein kleines Gespräch verstricken. Keiner soll sich nachsagen lassen müssen, er sei nicht auf dem neuesten Stand. Deshalb verlas Lammering die aktuellen Zeitungsnachrichten aus Spenge – natürlich auf Plattdeutsch.

Im Gepäck hatte der engagierte Spenger selbst gefertigte Sitzkissen, die er gegen eine Spende verteilte. »Das Geld ist für die Sanierung des Hühnerhauses im Katzenholz, das ja kürzlich als historisches Gebäude anerkannt worden ist«, erklärte Lammering. Nebenbei wurde von den Marktbeschickern ein Erntekorb Lammerings mit Waren gefüllt, der dem Kindergarten Bussche-Münch-Straße gestiftet wird.

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