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Neue Broschüre: Anekdoten über die Werburg des 20. Jahrhunderts – Auflage von 2500 Stück

Zeitzeugen erzählen „Burg-Geschichten“

Spenge (WB). Wolf-Dieter Fißenebert hält ein kleines Heft in der Hand. „Burg-Geschichten“ lautet der Titel der noch druckfrischen Sammlung kleiner Anekdoten über die Werburg des 20. Jahrhunderts.

Daniela Dembert

Sonja Voss und Wolf-Dieter Fißenebert halten die erste Ausgabe der „Burg-Geschichten“ in den Händen. Das kleine Heft zur Historie der Werburg im 20 Jahrhundert ist kostenlos erhältlich. Ein Nachfolgewerk wird nicht ausgeschlossen. Foto: Daniela Dembert

Über die Bewohner im Mittelalter, die Sitten, Gebräuche und äußeren Umstände zu jener Zeit ist so manches bekannt, das in der Dauerausstellung des Museums, in Sonderveranstaltungen und Vorträgen unter immer wieder neuen Aspekten beleuchtet wird.

Was aber ist mit der jüngeren Geschichte? Auch diesen Teil der Historie will der Heimatverein dokumentieren.

Geschichten und Bildmaterial

„Wir sammeln hier schon seit längerem Geschichten und Bildmaterial über die Werburg, das in Archiven sorgsam verwahrt wird und wollen das Ganze sichtbar machen“, sagt Museumspädagogin Sonja Voss, die sich in ihrer Freizeit eingehend mit dem herrschaftlichen Ansitz beschäftigt und gemeinsam mit Wolf-Dieter Fißenebert vom Heimatverein Spenge die jüngere Geschichte aufgearbeitet hat.

Dabei ging es den beiden weniger um aktenkundige Sachverhalte. „Die Akten laufen uns nicht weg. Uns ging es wirklich um Zeitzeugen, die erzählen können, wie es hier in der Vergangenheit ausgesehen hat“, erklärt die Museumspädagogin.

Geschichtensammeln nicht abgeschlossen

Dank Fißeneberts guter Vernetzung sei es möglich gewesen, mit mehreren Zeitzeugen zu sprechen. „Immer noch bekomme ich Hinweise auf Menschen, die auch noch etwas über die Werburg erzählen könnten“, so Fißenebert. Das Geschichtensammeln sei noch keineswegs abgeschlossen.

Berichtet wird von der vielfältigen Nutzung des Ensembles, das bis kurz vor der Jahrtausendwende noch bewohnt war. Erwähnung finden die Pächterfamilien Niermann und Witte, die landwirtschaftlich tätig waren. Von Frau Niemeier, der Enkelin des Bauern Niermann, haben Voss und Fißenebert Fotos aus dem Familienalbum bekommen. „Solche Fotos sind auch interessant, weil sie zum Teil die heute abgerissenen Nebengebäude und auch das große Tor des Herrenhauses zeigen“, sagt Voss.

Erinnerungen an Landwirtschaft

Erinnerungen hat Niemeier noch an die Landwirtschaft ihres Großvaters und auch daran, dass es während und nach dem Zweiten Weltkrieg recht eng auf der Werburg wurde, denn zu Spitzenzeiten waren dort sechs teils kinderreiche Flüchtlingsfamilien untergebracht. Zu den Bewohnern, die nur im Winter da waren, zählte übrigens die Schaustellerfamilie Feldmann mit ihrem Riesenrad.

Zuvor war die Zigarrenfabrik der Familie Kuhlmann im Obergeschoss des Herrenhauses ansässig. „Karl-Heinz Kuhlmann geht hier immer noch häufig spazieren. Mit ihm konnte ich schon oft über seine Erinnerungen an diese Zeit sprechen“, sagt Fißenebert.

Viele Um- und Anbauten

Über die Zeitzeugen, so Sonja Voss, erfahre man viel über die Um- und Anbauten, die im Laufe der Zeit stattgefunden hätten und heute nicht mehr zu sehen seien.

2500 Exemplare hat der Heimatverein von den „Burg-Geschichten“ drucken lassen. Gefördert wurde das Projekt durch einen Heimatscheck vom nordrhein-westfälischen Heimatministerium. „Diese Förderung ermöglicht uns, das Heft kostenlos an Interessierte zu verteilen“ sagt Wolf-Dieter Fißenebert. Erhältlich sind die „Burg-Geschichten“ im Werburg-Museum, der Buchhandlung Nottelmann und im Rathaus.

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