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Für Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille: Wasserwerk Südhemmern schüttet täglich 12.000 Kubikmeter aus

Ständig auf der Suche nach Grundwasser

Bad Oeynhausen/Hüllhorst/Löhne

Trotz der Regenfälle im Juli kann auch dieser Sommer noch trocken und heiß werden. Die Trinkwasserversorgung für die Gemeinden Bad Oeynhausen, Hüllhorst, Hille und Löhne bleibt dennoch ungefährdet – auch, wenn das Wasserwerk Südhemmern heute nicht mehr so viel Wasser liefern kann wie noch vor 15 Jahren.

Wasserwerksmeister Reiner Wilhelmy hat die technischen Anlagen im Wasserwerk Südhemmern genau im Blick. Foto: WBV AM Wiehen

Das Wasserwerk des Wasserversorgungsverbandes (WBV) Am Wiehen beliefert etwa 102.000 Menschen in der Region täglich mit Trinkwasser. Kontinuierlich, an 365 Tagen im Jahr, wird rund um die Uhr eine stabile Trinkwasserversorgung mit Hilfe eines Teams von nur drei Mitarbeitern aufrechterhalten. Das Wasserwerk ist technisch auf dem neuesten Stand, kann aktuell aber nur bis zu 12.000 Kubikmeter Trinkwasser täglich schütten. In der Vergangenheit lag die tägliche Fördermenge deutlich höher, teils bis 15.000 Kubikmeter und mehr.

Gleichmäßige Förderung

Der stetige Rückgang der lieferbaren Wassermenge liegt laut Stefan Wiese, Technischer Betriebsführer des Wasserwerks, zum einen am fallenden Grundwasserstand. Zum anderen führen Oxidationsvorgänge von im Wasser gelöstem Eisen innerhalb des Grundwasserleiters zu einer Verstopfung der Poren. Dies behindert den Grundwasserfluss zum Brunnen. Regelmäßig werden daher die Trinkwasserbrunnen regeneriert und nach einigen Betriebsjahren auch durch neue Brunnen ersetzt.

In diesem Jahr wird daher der Brunnen 19 in Betrieb genommen. Brunnen 17 wird aufgegeben. Das Wasser wird möglichst gleichmäßig gefördert. Der so genannte Abgabemengenausgleich erfolgt über die Zwischenspeicherung im Hochbehälter Bergkirchen. Die großen Pumpen im Wasserwerk fördern etwa 500 Kubikmeter pro Stunde auf den Berg.

21 Brunnen

Das Trinkwassergewinnungsgebiet zieht sich über eine Länge von etwa zehn Kilometern von der Ortschaft Hartum in der Gemeinde Hille bis Frotheim in Espelkamp. Problemlos erweitert werden kann es nicht. Gleichwohl sucht der WBV Am Wiehen als Eigentümer des Wasserwerks stetig nach Möglichkeiten, die täglich geförderte Wassermenge zu erhöhen. Derzeit nutzt das Wasserwerk 21 Brunnen, die aufgrund der bepflanzten und eingezäunten Grundstücke entlang der MKB-Bahnlinie gut zu erkennen sind.

„Wir können das Einzugsgebiet nicht ohne Weiteres ausdehnen: Im Süden stoßen wir an den Mittellandkanal; im Norden finden wir aufgrund der Bodenbeschaffenheit kein Wasser“, sagt Stefan Wiese. Im Westen und Osten grenzen bereits Einzugsgebiete benachbarter Wassergewinnungsanlagen an.

An heißen Sommertagen

Grundsätzlich reichen die 12.000 Kubikmeter täglich unter Hinzuziehung geringer Liefermengen vom WBV Kreis Herford-West und von den Stadtwerken Minden aus. Wenn aber die Bürger an besonders heißen Sommertagen mehr Wasser benötigen, muss der Wasserbeschaffungsverband die Liefervereinbarungen mit anderen Trinkwasserversorgern voll ausschöpfen. Das ist auch der Grund, weswegen immer wieder zum besonnenen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen wird.

Nach der Rohwassergewinnung werden im Wasserwerk Südhemmern Mangan und Eisen aus dem Trinkwasser herausgelöst; anschließend wird das Rohwasser verrieselt. Danach werden etwaige Keime mit einer modernen UV-Licht-Anlage bekämpft. Der Einsatz von Chlor ist im Wasserwerk Südhemmern daher nicht erforderlich. Das Trinkwasser kann dann über das Rohrleitungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes an die örtlichen Versorger übergeben werden.

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