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Umgestürzte Bäume und abgerissene Leitungen

Sturm Zeynep: 20 Einsätze für Bünder Feuerwehr

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen

Sturm Zeynep hat auch die Feuerwehr Bünde in Atem gehalten. Etwa 100 Feuerwehrleute rückten im Stadtgebiet aus.

Hilko Raske

Einsatz der Feuerwehr Rödinghausen beim Sturm Zeynep. Foto: Feuerwehr Rödinghausen

„Wir hatten knapp 20 Einsätze“, informiert Matthias Brand, Chef der Bünder Feuerwehr. Im Vergleich zur Nacht auf Donnerstag, als Sturm Ylenia durchs Land zog, seien das weniger gewesen. „Wir haben in Bünde einigermaßen Glück gehabt“, so Brand. Im Wesentlichen hätte es sich um umgestürzte Bäume auf Straßen gehandelt. „Einen Baum mussten wir mit einer Winde sichern, weil er auf ein Haus zu stürzen drohte.“

Die erste Alarmierung sei am späten Nachmittag erfolgt. Da Sturm Zeynep im gesamten Kreis wütete – man spreche hier von einer Flächenlage – habe die Leitstelle Eilshausen die Einsatzleitung an die Feuerwehren der einzelnen Kommunen übergeben. „Das war nach Sturm Ylenia bereits das zweite Mal in kurzer Folge.“ Durch diese Örtliche Einsatzleitung   sei die Leitstelle entlastet worden. „Das hat wunderbar geklappt“, sagt Brand. Als der Sturm an Intensität zugenommen habe, habe man Vollalarm gegeben.

Wenig Schlaf, viel Arbeit

Gegen 1 Uhr am Samstagmorgen habe man das Ganze dann runtergefahren. Anschließend habe es noch kleinere Einsätze gegeben, um die sich in erster Linie die hauptamtliche Wache gekümmert habe. Ein Dankeschön richtet Brand nach an das Rote Kreuz – die hätten für die Verpflegung der Feuerwehr gesorgt.

Wenig Schlaf, viel Arbeit – so umschreibt Rödinghausens Feuerwehrchef Marcel Breitenfeld die Nacht zu Samstag. „Es gab reichlich zu tun, wir hatten insgesamt 21 Einsätze.“ Der erste sei bereits um 14 Uhr gewesen. „Das waren wahrscheinlich noch die Nachwehen von Sturm Ylenia – ein Baum drohte umzustürzen.“   Um 17.26 Uhr wurden dann die örtliche Einsatzleitung und alle Rödinghauser Einsatzkräfte alarmiert und alle vier Feuerwehrhäuser besetzt, um möglichst schnell reagieren zu können. Die örtliche Einsatzleitung koordinierte die eingehenden Anrufe und verteilte die Einsätze auf die Einheiten. „Insgesamt waren wir mit 64 Einsatzkräften aller Einheiten im Dienst“, sagt   Breitenfeld. „Die Kollegen vom Bauhof der Gemeinde waren auch wieder mit im Einsatz und haben uns mit Seilwinde und Absperrmaterial unterstützt.“

Umgestürzte Bäume und abgerissene Leitungen

Bei dem Großteil der Alarmierungen ging es um umgestürzte Bäume und dadurch beschädigte Straßen und Gehwege. Außerdem wurden Überlandleitungen der Straßenbeleuchtung und Telefonleitungen durch umstürzende Bäume abgerissen. Auf der Bruchmühlener Straße gab es einen Verkehrsunfall und in Schwenningdorf stürzte ein Baum auf die Bahngleise. „Im Sachsenweg ist eine Tanne mit einem Stammdurchmesser von 45 Zentimetern umgeweht worden“, so Breitenfeld. „Die konnten wir zum Schutz unserer eigenen Leute nicht im Dunkeln beseitigen. Der Bauhof hat den Bereich abgesperrt und wird sich im Laufe des Tages um die Beseitigung kümmern.“

Bis zum Samstag um 9.15 Uhr waren die freiwilligen Helfer  im Einsatz. „Wir haben versucht, die Fahrbahnen so schnell wie möglich wieder frei zu bekommen, auch damit Rettungsfahrzeuge im Notfall freie Fahrt haben“, erklärt der Leiter der Rödinghauser Feuerwehr. „Besonders wichtig ist natürlich, dass alle Kameradinnen und Kameraden heile und unversehrt durch die Nacht gekommen sind.“ Das Sturmtief „Zeynep“ hat Rödinghausen überstanden und es gab keine ernsthaft verletzten Bürgerinnen und Bürger. „Es kommen immer noch einige Meldungen rein“, sagt Feuerwehrleiter Marcel Breitenfeld. „Die akute Gefahr haben wir aber hinter uns.“

Supermarkt evakuiert

Zwölf Mal musste die Feuerwehr Kirchlengern raus – darunter befand sich auch ein größerer Einsatz. „Beim Edeka-Markt an der Straße In der Mark hatten sich gegen 19.30 Uhr Dachplatten von einer Konstruktion im Eingangsbereich gelöst“, sagt Frank Rieke, Feuerwehrchef der Gemeinde Kirchlengern. Da sich etwa 30 Kunden im Markt aufhielten und somit Menschenleben in Gefahr befanden, sei man mit 40 Feuerwehrleuten ausgerückt. Unterstützt worden sei man von der Hauptamtlichen Wache Bünde. Man habe die Blechteile vom Parkplatz geräumt und gesichert. Die Kunden konnten den Edeka-Markt anschließend über Nebeneingänge verlassen. „Aufgrund der Gefahrenlage haben wir den Bereich anschließend voll gesperrt.“ Menschen seien aber nicht zu Schaden gekommen. Gegen 0.30 Uhr habe man die Einsatzbereitschaft aufgelöst – „danach ist auch nichts mehr gewesen.“

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