1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Vlotho
  6. >
  7. 150 Jahre DRK Vlotho auf 16 Seiten

  8. >

Helmut Wessel veröffentlicht Beitrag im „Historischen Jahrbuch des Kreises Herford“

150 Jahre DRK Vlotho auf 16 Seiten

Vlotho(WB). Im aktuellen „Historischen Jahrbuch für den Kreis Herford 2020“ ist das letzte Kapitel dem Roten Kreuz in Vlotho gewidmet. Der langjährige Ortsvereins-Vorsitzende Helmut Wessel (83) hat dazu die von ihm in 2015 veröffentlichte Chronik „Die Geschichte des DRK in Vlotho 1870 bis 2014 – Aus Liebe zum Menschen“ zusammengefasst.

Jürgen Gebhard und Joachim Burek

Helmut Wessel (83) hat eine Kurzfassung seines Buches über das DRK in Vlotho im aktuellen „Historischen Jahrbuch für den Kreis Herford“ veröffentlicht. Foto: Jürgen Gebhard

Die Herausforderung für den Hobby-Historiker: „Ich musste 180 Seiten auf 16 kürzen.“ Mit Unterstützung des Redaktionskreises des nunmehr im 27. Jahr erschienenen Buches ist ihm das gelungen. Sogar ausführliche Quellenangaben hat er auf Wunsch angefügt. Geplant gewesen sei die Veröffentlichung seines Aufsatzes mit der Überschrift „Vom Vaterländischen Frauenverein zum Deutschen Roten Kreuz: 150 Jahre Rotkreuzbewegung in Vlotho“ bereits für den 26. Band des Historischen Jahrbuchs. Aus Platzgründen sei sein Manuskript dann liegen geblieben. Was Helmut Wessel im Nachhinein keineswegs bedauert. Schließlich erscheint es nun exakt zum Jubiläumsjahr.

Nach einem kurzen Überblick über die von Henry Dunant initiierten Rotkreuzbewegung berichtet Wessel in seinem Beitrag über die Gründung jenes Vaterländischen Frauenvereins, als dessen Gründungstag der 25. Juli 1870 belegt ist. Bestreben sei es gewesen, „in Not geratenen und verunglückten Menschen“ zu helfen.

Vorhanden ist aus diesem Jahr, in dem der deutsch-französische Krieg tobte, noch ein Aufruf zur Herstellung von Verbandsmaterial. Aus dem Jahr 1916 stammt ein Auszug aus dem Hausbuch des Vlothoer Vereins, der die ersten Vorstandsmitglieder auflistet.

Frauen machen den Anfang

Mit der Gründung 1870 hatten die Vlothoer laut Wessel recht rasch auf die von Henry Dunant nach der Schlacht von Solferino (1859) initiierte Rotkreuz-Bewegung reagiert. Immerhin war erst 1863 der erste nationale Verband gegründet worden. Zunächst waren es die Frauen gewesen, die sich um Verwundete und Hilfsbedürftige gekümmert hatten. In der Weserstadt hatte es sogar noch vor der Gründung des »Vaterländischen Frauenvereins« bis 1868 einen Pflegeverein gegeben.

Hatten sich die Frauen 1907 noch in einem Brief offiziell beschwert, dass die Männer zu häufig den Besuch der Versammlungen versäumten, wurden die Männer dann doch auf DRK-Ebene aktiver. Im Archiv vorhanden ist der lückenlose Schriftverkehr, der seit 1909 die Vorbereitung einer Freiwilligen Sanitätskolonne dokumentiert, die am 28. Februar 1911 offiziell gegründet wurde. Erster Kolonnenführer war Carl Wenzel. Aus dieser Kolonne stellten die Vlothoer schließlich mit Heinrich Milz und Karl Sturhan im Ersten Weltkrieg zwei Sanitäter, die nach Kriegsende 1918 auch wieder gesund heimkehrten.

Blick auf die Gegenwart

Auch der Fuhrpark wurde aufgebaut. Nach einem Versuch mit einem Pferdefuhrwerk wurde 1921 die erste fahrbare Trage in Dienst gestellt. Der Nachbau ist im DRK-Heim zu bewundern.

Während des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges waren die freiwilligen Kolonnen aufgelöst und durch Ortsgemeinschaften ersetzt worden. Die Männer waren als Sanitäter an der Front, die Frauen leisteten ihren Dienst beim Krankentransport in Vlotho oder in heimatfernen Lazaretten. Damals bekam das Vlothoer DRK einen Krankenwagen vom Typ DKW und einen zweiten vom Typ Borgward, der mit zwei Tragen ausgestattet war.

1967 wurde der DRK-Ortsverein Vlotho gegründet. 1987 wurde das DRK-Heim am Zollweg gebaut.

In dem Beitrag für das Historische Jahrbuch erfährt der Leser auch einiges darüber, wie das DRK in Vlotho heutzutage aufgestellt ist. Vorgestellt werden dabei unter anderem die Kleiderkammer, das Jugendrotkreuz, das Blutspenden, die Partnerschaften und auch die Armenien-Hilfe, die Wessel ganz besonders am Herzen liegt. Zu den in 2020 geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten heißt es: „Damit ist die Hoffnung verbunden, dass sich auch zukünftig Ehrenamtliche finden, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.“

Startseite