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Der »Eichenhof« in Vlotho lädt zum »Tag der offenen Tür« ein. Es gibt Tombola, Glücksrad, Flohmarkt, Info- und Verkaufsstände, Vorführungen und reichlich Verpflegung.

50 Jahre »Tierheim Eichenhof«

Vlotho (WB). Es begann alles mit dem Steinbründorfer Förster Egon Kruse, der im Jahr 1967 kranke, verunglückte oder umherirrende Haus- und Wildtiere aufnahm und pflegte. Aus der Rettungsstation und »Westfalens erster Tierunfallklinik« – wie es in einem damaligen Zeitungsbericht heißt – ist das Vlothoer »Tierheim Eichenhof« geworden. Am ersten Juli-Wochenende wird dort das 50-jährige Bestehen gefeiert.

Jürgen Gebhard

Annette Kortekamp (links), Vorsitzende des »Tierschutzvereins Vlotho und Umgebung«, und die stellvertretende Tierheimleiterin Kristin Bleibohm laden mit »Emmi« zum »Tage der offenen Tür« in den »Eichenhof« ein Foto: Jürgen Gebhard

Träger des »Eichenhofs« an der kleinen Straße »Brommersiek« kurz vor der lippischen Grenze ist heute der »Tierschutzvereins Vlotho und Umgebung«. Vorsitzende Annette Kortekamp und ihre Mitstreiter haben Zeitungsartikel aus vergangenen Jahrzehnten für eine kleine Ausstellung zusammengetragen, in denen über das Tierheim berichtet wird. »Eine andere Chronik gibt es leider nicht«, bedauert Annette Kortekamp.

Vertragstierheim für elf Kommunen

Aufschlussreiche Informationen über das Wirken des Gründers Egon Kruse gibt ein am 30. Januar 1968 im WESTFALEN-BLATT veröffentlichter Bericht: Der »beinamputierte Tierfreund« habe beschlossen, seine wertvolle Briefmarkensammlung zu verkaufen, um noch mehr für »verletzte und herrenlose Hunde, Katzen und andere Haustiere« tun zu können. Seinen »beispielhaften Unfallrettungsdienst« habe Kruse unter »persönlichem finanziellen Risiko und fast auf eigene Kosten« aufgebaut. »Der gebürtige Herforder ist Tag und Nacht bereit, loszufahren, um verletzten Tieren zu helfen«, heißt es dort.

Schon bald erhielt Egon Kruse Unterstützung durch den neu gegründeten »Tier- und Naturschutzverein Vlotho«. Seit dem Jahr 1972 werden in dem alten Bauernhof Fundtiere aus umliegenden Gemeinden aufgenommen. Heute ist der »Eichenhof« Vertrags-Tierheim für insgesamt elf Kommunen. Durch ihre Zahlungen leisten Vlotho, Bad Oeynhausen, Spenge, Löhne, Herford, Kirchlengern, Dörentrup, Extertal, Barntrup, Lemgo und Kalletal ihre Beiträge zur Finanzierung dieser Einrichtung. Angewiesen ist der »Eichenhof« außerdem auf die Zahlungen der Tierpaten, auf Veranstaltungserlöse, und auf Geld-, Futter- und Sachspenden. Auf der Homepage und bei Facebook werden Wunschzettel veröffentlicht.

Ein Löwe unter Katzen und Hunden

Im »Eichenhof« leben aktuell 92 Katzen, 23 Hunde und 25 Kleintiere (wie Meerschweinchen und Kaninchen). Aber auch außergewöhnliche Gäste wie 44 Kampfhähne, Schlangen oder sogar ein Löwe (im Jahr 1982) sind hier schon beherbergt und vermittelt worden. Viele der Bewohner sind Fundtiere, andere sind von ihren Haltern abgeben oder von Behörden beschlagnahmt worden – wie zuletzt im Januar die 44 Hunde aus Bad Oeynhausen. »Wenn die Tiere Glück haben, haben sie nach vier Wochen neue Halter gefunden«, berichtet Kristin Bleibohm, die stellvertretende Tierheimleiterin. So viel Glück hat Schäferhund-Mix »Lucky« nicht gehabt: Er lebt bereits seit eineinhalb Jahren im »Eichenhof: »Ein ganz lieber Hund. Der richtige Mensch ist leider noch nicht zu ihm gekommen«, sagt Kristin Bleibohm.

Umsorgt werden die Bewohner des »Eichenhofs« von sechs Tierpflegern- oder -helfern in Vollzeit und von drei 450-Euro-Kräften. Regelmäßig dienstags und bei Bedarf ist ein Tierarzt im Haus.

Das Tierheim ist montags, dienstags, donnerstags, freitags und samstags von 15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet (aber nicht zwischen 29. Juni und 5. Juli). Telefonisch ist es erreichbar unter 05733/5665.

So wird gefeiert

Am Samstag, 1. Jul i, werden 70 geladene Gäste erwartet (unter anderem die Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter der Vertragskommunen, Vertreter befreundeter Vereine, ehemalige Vorstandsmitglieder).

Am Sonntag, 2. Juli , von 11 bis 18 Uhr findet der »Tag der offenen Tür« statt. Es gibt Tombola, Glücksrad, Flohmarkt, Info- und Verkaufsstände, Airbrush-Tattoos, Zaubershow, Vorführungen der Hundeschule Kalletal und reichlich Verpflegung.

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