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Bahnhof Vlotho: Rat gibt Geld aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept

760.000 Euro Zuschuss

Vlotho (WB). „Karlchen’s Backstube“ kann für die Sanierung des Vlothoer Bahnhofs als neuer Investor 760.000 Euro Fördermittel einplanen. Das Geld kommt aus Mitteln des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und des Landes. Enthalten ist ein bereits bewilligter Eigenanteil der Stadt in Höhe von 170.000 Euro. Der Rat hat dafür jetzt mit einer Enthaltung (Michael Ennulat, unabhängig) den Weg freigemacht.

Jürgen Gebhard

Der neue Investor das Gestrüpp rund um den Bahnhof bereits entfernen lassen. Demnächst sollen Bauarbeiten starten. Foto: Jürgen Gebhard

Im aktuellen ISEK-Programm standen bislang 187.500 Euro für die Modernisierung und Instandsetzung von zwei Gebäuden in der Innenstadt zur Verfügung. Die Eigentümer hätten inzwischen darauf verzichtet, diese Arbeiten durchzuführen, sagte Stadtentwickler Michael Fißmer. Weitere Mittel würden frei durch die Rückgabe der Förderbescheide für Spielgeräte auf dem Burggelände und für den Apothekerweg – diese Fördergelder würden im nächsten Jahr erneut beantragt. Weil es in Vlotho das Integrierten Stadtentwicklungskonzept gibt und weil der Bahnhof auch im ISEK-Gebiet liege und Bestandteil des Regionale-Projektes sei, gebe es nun eine optimale Förder-Situation für den Bahnhof.

Neues Dach

Nach Aussage von Fißmer stehen damit noch in diesem Jahr für Gründungsarbeiten, Dacherneuerung und Fassadenarbeiten am maroden Empfangsgebäude 315.000 Euro zur Verfügung. Für das nächste Jahr habe das Land bereits noch einmal bis zu 445.000 Euro zugesagt. Der Eigenanteil des Investors an den Gründungsarbeiten, der Dacherneuerung und der Fassadenarbeiten werde immer mindestens 50 Prozent betragen. Der Investor habe ein großes Interesse daran, das Dach noch in diesem Jahr zu sichern oder zu erneuern.

Fißmer fasste zusammen: „Der Sinn ist also, Töpfe freizuschaufeln, Mittel umzuswitchen auf den Bahnhof, im neuen Jahr zusätzliche Mittel für den Bahnhof zu generieren und dann die aufgegeben Projekte Apothekerweg und Burg wieder neu ins Programm zu bringen.“

Dank an Bahnhofsverein

Bürgermeister Rocco Wilken betonte, dass er fest mit einer Realisierung des Bäckerei-Projektes rechne: „Das ist für uns ein großes Glück“, sagte er, bevor er Bahnhofsverein und Genossenschaft dankte, die sich mit „großem Herzblut, Engagement und Ehrgeiz“ für den Erhalt des Empfangsgebäudes eingesetzt hätten. Es sei wichtig, dass der Investor nun die größtmögliche Unterstützung erhalte. Die Stadt habe hierzu „gute Gespräche“ mit Land und Bezirksregierung geführt, damit vorhandene Mittel jetzt für den Bahnhof genutzt werden können

Die Stadt hat bereits vor Jahren in den Erwerb des von der Deutschen Bundesbahn aufgegebenen und dann von einem Berliner Privatmann erworbenen Empfangsgebäudes und zuletzt in den Erwerb und den Abriss des benachbarten Güterbahnhofs investiert. Ohne das Bäckerei-Projekt würde es nun wohl zum Abriss kommen. Dann wären alle bislang von der Stadt getätigten Investitionen vergeblich gewesen, sagte Fißmer. Wegen der erforderlichen Abstände zu den Gleisen und zur Fahrbahn dürfte an dieser Stele auch nichts Neues gebaut werden.

Als Vorsitzender des Stadtentwicklungs-Ausschusses dankte Dr. Zbigniew Wilkiewicz dem Stadtentwickler für dessen großen Einsatz: „Ich freue mich, dass es nun gelingt, durch dieses Umswitchen den Bahnhof zu retten.“

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