1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Vlotho
  6. >
  7. Abfall nicht am Bach lagern

  8. >

Gewässerschau deckt Missstände in Vlotho auf

Abfall nicht am Bach lagern

Vlotho (WB)

Gartenabfälle und Bauschutt dürfen auf keinen Fall im und am Böschungsbereich von Gewässern ablagert werden. Auch Gartenhäuser, Schuppen oder ähnliche Anlagen gehören nicht an den Gewässerrandstreifen. Nach der Gewässerschau in Vlotho bittet der Kreis Herford darum, diese Regeln auf jeden Fall zu beachten.

wn

So sollte es nicht sein: Gartenabfälle gehören nicht in Gewässernähe. Sie sollten sachgerecht kompostiert oder entsorgt werden. Foto: Kreis Herford

In Vlotho lagen die Schwerpunkte der Gewässerschau in diesem Jahr auf der Maasbeeke und deren Nebengewässern. Die Maasbeeke wurde vom Beginn bis zur Einmündung in die Linnenbeeke mit ihren Nebengewässern genauer beobachtet.

Große Teile der Maasbeeke verlaufen über Pferdeweiden, was nach Aussage des Umweltamtes teilweise problematisch ist wegen der vorhandenen Viehtränken und des zusätzlichen Dungs. Viele Uferbereiche seien zudem verbaut – zahlreiche Gärten reichen ans Ufer, was dazu führe, dass häufig Gartenabfälle oder Komposthaufen dem Ufer zu nahe kommen.

Ablagerungen von Gartenabfällen, Ast- und Rasenschnitt gefährden die natürliche Entwicklung der Ufer: „Abgerutschte Gartenabfälle verunreinigen das Gewässer und sorgen für einen erhöhten Nährstoffeintrag. Zudem können durch Hochwasser abgeschwemmte Ablagerungen an Durchlässen und Brücken den Wasserabfluss beeinträchtigen und zum Beispiel für Rückstau oder Überflutungen sorgen“, erklärt Olga Dickmann von der unteren Wasserbehörde des Kreises. Deshalb sollten Grundstückseigentümer und Anlieger Gartenabfälle und Bauschutt auf keinen Fall im und am Böschungsbereich von Gewässern ablagern.

Kreis-Sprecherin Petra Scholz: „Sofern Gartenabfälle nicht über eine Bio-Tonne entsorgt werden können, sind sie entweder auf einer Kompostierungsanlage oder auf dem eigenen Grundstück sachgerecht zu kompostieren und zwar außerhalb des Gewässerrandstreifens mit einem Abstand von fünf Metern zur Böschungsoberkante. Auch Gartenhäuser, Schuppen oder ähnliche Anlagen gehören nicht an den Gewässerrandstreifen.“

Der vom Umweltamt erstellte Flyer „Ratgeber für Bachanlieger“ gibt einen Überblick. Er kann von der Internetseite des Kreisumweltamtes heruntergeladen werden.

Zusätzlich gibt es an der Maasbeeke kaum natürliche Böschungen, und die für das Gewässer positiv wirkenden Gewässerrandstreifen sind auch nicht vorhanden.

Im Gewässerverlauf sind viele Einleitungsstellen in besiedelten Bereichen festgestellt worden, es gibt auch einen Verdacht auf einen Fehlanschluss. Hier wird bereits geprüft, die Stadt wurde verständigt, noch liegt kein Ergebnis vor. Zusätzlich werden einige Pumpstellen kritisch betrachtet: Wenn die Wasserstände zu gering sind, werde von dort Wasser zur Bewässerung genommen.

Erfreulich war die Begutachtung in den Bereichen, in denen über das Weser-Werre-Else-Projekt das Gewässer vor acht Jahren aufgewertet wurde. Bachbereiche sind dabei natürlich verlegt worden, ein Hauptlauf führt deshalb auch über eine Wiese.

Zusätzlich konnte damals eine Aue revitalisiert worden. Ein Bachbett wurde breiter und flacher angelegt, so dass der Bach bei höheren Wasserständen in die Fläche ausufern kann und die gesamte Aue nutzt.

14 Gewässer werden überprüft

Bei der Gewässerschau durch Mitarbeitende des Kreises Herford werden in diesem Jahr noch bis 30. März insgesamt 14 Gewässer im Kreisgebiet überprüft. Gewässerschauen finden jedes Jahr statt, verschiedene Gewässer im Kreisgebiet werden dabei betrachtet, um wasserwirtschaftliche Missstände an den Gewässern festzustellen oder über mögliche ökologische Maßnahmen, den Zustand der Gewässer zu verbessern. Solche Maßnahmen werden im Kreis Herford durch das Projekt Weser-Werre-Else (WWE) unterstützt. Dazu gehören beispielsweise neu errichtete Furten, beseitigte Strukturbeeinträchtigungen oder Gewässer, die naturnah umgestaltet werden.

Startseite