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Tierheim Eichenhof in Vlotho arbeitet unter erschwerten Bedingungen

Allein mit der Kaninchenschwemme

Vlotho (WB). Das Tierheim Eichenhof gerät schon in normalen Zeiten gelegentlich in Vergessenheit: einfach, weil es in Steinbründorf so derartig weit „ab vom Schuss“ liegt. Durch die aktuellen Zugangs-Beschränkungen in der Corona-Krise hat sich die Isolation der Einrichtung aber noch einmal zugespitzt. Auch dringendste Sanierungsarbeiten an dem betagten Gebäudekomplex ruhen, Besucher dürfen derzeit nicht hinein und die Vermittlung von Hunden und Katzen ist nicht möglich.

Heike Pabst

Litchi ist nur eines derzeit 24 Kaninchen, die im Tierheim Eichenhof auf ein neues Zuhause warten. Angesichts der Besuchersperre kann das lange dauern Foto: Barbara Weitkamp

Es ist ein Glück, dass im Moment nicht allzu häufig Tiere vor dem Eichenhof ausgesetzt werden und es auch kaum Fundtiere gibt. Sonst wäre der Platzmangel bald nicht mehr zu bewältigen. Denn wer zum Tierheimtier geworden ist, bleibt es jetzt auch erst einmal. Die „Vergesellschaftung“ mit potenziellen neuen Besitzern liegt weitgehend auf Eis.

„Einen Hund muss man schon intensiver kennenlernen, und das geht gerade nicht“, sagt Gerlinde Suess, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Vlotho und Umgebung. Ähnlich sieht es mit Katzen aus.

Alle Hände voll zu tun

14 Hunde, 39 Katzen und 24 Kaninchen sitzen im Tierheim ein – und sorgen dafür, dass es jeden Tag für die Mitarbeiter genug zu tun gibt. „Die Ehrenamtlichen sind zwar derzeit nicht im Einsatz“, sagt Gerlinde Suess. „Aber mindestens zwei der angestellten Mitarbeiter sind täglich im Eichenhof. Einer alleine schafft das ja gar nicht.“

Das Kleintierhaus ist komplett belegt. Zeitweise musste man sogar schon Kaninchen in einem Bereich des sanierungsbedürftigen Katzenhauses unterbringen. Auf der dortigen Baustelle im Obergeschoss und am neuen Katzenauslauf geht es nicht weiter, auch weil viele Handwerker zurzeit kurz- oder gar nicht arbeiten.

Ausgaben laufen weiter

Das Tierheim hat Ausgaben, die weiterlaufen. Aber es gibt keine Einnahmen aus Vermittlungsgebühren oder Veranstaltungen. Der Tag der offenen Tür ist gestrichen, ebenso wie der geplante Showabend mit „Feuerzauber“. Dementsprechend steigert sich die Finanznot des Tierheims weiter. Finanzspritzen, aber auch Sachspenden sind darum besonders willkommen: Heu, Kleintierfutter oder Stroh können Spender am besten im Brommersiek 18 vor die Tür stellen und dann klingeln, damit das Team Bescheid weiß.

Die Tierschützer hoffen, dass sich der Ausnahmezustand nicht mehr allzu lange hinzieht. „Denn nach Corona kommt dann die Sommerferienzeit“, sagt Gerlinde Suess. Und da steigen die Zahlen der Tiere im Eichenhof erfahrungsgemäß an.

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