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Stadt Vlotho streicht Kulturveranstaltungen

Alles abgesagt bis Mitte April

Vlotho (WB)

Bis 15. April wird es in städtischen Gebäuden, auf Plätzen und Straßen und anderen öffentlichen Liegenschaften keine von der Stadt Vlotho, von Vlotho-Marketing oder vom Kulturbüro organisierten Kultur- beziehungsweise Unterhaltungs-Veranstaltungen geben. Das betrifft unter anderem Kirmes, Konzerte und Seniorennachmittage.

Jürgen Gebhard

Hoffen auf eine deutliche Entspannung der Pandemie-Situation im zweiten Halbjahr (von links): Martina Lübkemann (Ordnungsamt), Christiane Stute (Vlotho-Marketing), Katharina Vorderbrügge (Kulturbüro) und Rocco Wilken (Bürgermeister) Foto: Jürgen Gebhard

Von dieser Absage sind auch Sporthallen und Sportplätze sowie die von der Stadt Vlotho mitorganisierten Seniorennachmittage im Gemeindehaus St. Stephan betroffen. Auch Vereine oder andere Gruppen werden bis nach den Osterferien städtische Gebäude und Flächen nicht für solche Veranstaltungen nutzen können.

Nicht betroffen von der Absage sind unter anderem Trainingsstunden, Treffen der (Sport-)vereine oder Unterrichtsangebote: Sofern diese nach der jeweils aktuellen Corona-Schutzverordnung erlaubt sind, dürfen sie stattfinden.

Bürgermeister Rocco Wilken: „Wir wollen angesichts der sehr herausfordernden Pandemie-Situation niemanden falsche Hoffnungen machen. Wir bedauern es sehr, aber wir haben jetzt keine andere Wahl.“

Der Bürgermeister verweist in diesem Zusammenhang auch auf die aktuell hohe Belastung des Ordnungsamtes. Verstärkt mit zusätzlichem Personal kümmere es sich derzeit vor allem um die Einhaltung der Corona-Regeln. Für Organisation beziehungsweise Kontrolle von Veranstaltungen und Hygienekonzepten gebe es praktisch keine Kapazitäten. „Außerdem ist überhaupt nicht klar, ob Veranstaltungen, die man jetzt vorbereitet, dann tatsächlich stattfinden dürfen.“

Der Abendmarkt in der gewohnten Form ist ebenfalls vorläufig abgesagt. Möglicherweise wird es Ende März einen Abendmarkt lediglich mit Verkaufsständen, aber ohne Bewirtung oder Unterhaltung geben. Christiane Stute, Geschäftsführerin von Vlotho-Marketing: „Viele Vlothoer möchten endlich wieder bei den Händlern dort einkaufen.“

Grundsätzlich weiterhin erlaubt sind Märkte, zum Beispiel der Wochenmarkt samstags auf dem Kirchplatz St. Stephan.

Auch der regelmäßig veranstaltete kommerzielle Flohmarkt unter der Weserbrücke ist nicht von der Absage der Stadt Vlotho betroffen: „Er dürfte wieder stattfinden, sobald dies nach der Corona-Schutzverordnung mit einem genehmigten Hygienekonzept wieder möglich ist“, sagt der Bürgermeister.

Anders die Regelung für den Brückenmarkt: Diese Kirmes wird in diesem Jahr definitiv nicht stattfinden. Auch bei einer Lockerung der aktuellen Vorschriften wären erforderliche Hygiene- oder Abstandsregeln kaum einzuhalten. Angesichts der personellen Möglichkeiten könnte das kaum kontrolliert werden, sagt Ordnungsamtsleiterin Martina Lübkemann.

Kurzfristig will das städtische Kulturbüro ein kleines Programm vorstellen. Kulturbeauftragte Katharina Vorderbrügge: „Wenn es ab Mitte April wieder wärmer wird, möchten wir einiges im Freien anbieten.“ Bis dahin seien einzelne digitale Veranstaltungen geplant.

Die Verantwortlichen hoffen auf eine deutliche Entspannung der Pandemie-Situation im zweiten Halbjahr. Dann soll auch die Kultur in Vlotho endlich wieder durchstarten, unter anderem mit einem „Kultur-Sommer“ wie im Corona-Jahr 2020. Der Bürgermeister: „Uns allen liegt die Kultur sehr am Herzen.“

Kommentar

In den nächsten drei Monaten wird es kein Kulturangebot und keine anderen von der Stadt zu verantwortenden Unterhaltungsveranstaltungen geben. Mit dieser klaren Ansage zerstören der Bürgermeister und sein Team Illusionen und schaffen Klarheit. Fakt ist: Die Pandemie-Lage ist auch in Vlotho sehr ernst. Die Rückkehr zur Normalität, wie wir sie uns alle wünschen, ist immer noch in weite Ferne gerückt. Wer da für die nächsten Wochen die gewohnten Veranstaltungen plant, ist ein Träumer – ganz abgesehen davon, dass die Behörden derzeit Wichtigeres zu tun haben als bei Spaßveranstaltungen Corona-Regeln zu kontrollieren. Jürgen Gebhard

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