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»app2drive« kündigt Kooperationsvertrag für Vlotho und Kalletal

Carsharing-Anbieter gibt auf

Vlotho/Kalletal (WB/pab). Knapp zwei Jahre nach dem Start des Carsharing-Angebots von »app2drive« in der Leader-Region Nordlippe und Vlotho ist der Kooperationsvertrag jetzt gekündigt worden. Das Unternehmen aus Aschaffenburg begründet den Schritt mit der mangelnden Auslastung der Autos.

ur zwei Jahre nach dem Start ist der Kooperationsvertrag von app2drive mit Vlotho und Kalletal Geschichte. Foto: Jürgen Gebhard

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden Vlotho, Kalletal, Dörentrup, Extertal und Barntrup haben den Vertrag mit dem Anbieter im April 2017 unterzeichnet. Die Idee dahinter war, dass sich die Menschen einer Kommune ein Auto »teilen«, das an einem öffentlichen Ort bereitsteht. Die Anmeldung zur stunden- oder tageweisen Nutzung erfolgte über die Internetseite von »app2drive«. So sollten Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs individuell ergänzt werden. Konkurrenz wollte das Carsharing-Angebot vor allem den »Zweitautos« machen, die viele Familien in ländlichen Gebieten besitzen und nutzen.

Elektroautos und Benziner sind in Talle, Kalldorf und Hohenhausen aufgestellt worden sowie in Vlotho-Mitte, in Uffeln und Exter. Doch der Erfolg hielt sich in Grenzen.

Letzte Buchungen liegen weit zurück

Im März 2018 gab es in der »Rintelner Straße« die letzte Buchung, am Buswendeplatz Exter hat sich jemand im Juni 2018 zum letzten Mal das »Leihauto« geholt. Für »app2drive« war die geringe Nachfrage im ländlichen Raum »nicht wirtschaftlich«, teilt Carola Kinzel von »app2drive« auf Anfrage mit. »Die Autos waren nicht ausgelastet.« Das gelte für die komplette Region: »Wir gehen dahin, wo die Buchungen sind.« Nach ihrer Aussage müsse der jetzige Rückzug aber nicht für immer in Stein gemeißelt sein: »Wir sind offen für weitere Kooperationen. Vielleicht ist im Moment in Nordlippe und Vlotho die Zeit noch nicht reif.«

In einer Pressemitteilung schreibt »app2drive« weiter: »Regionale Flughäfen werden verstärkt mit Fahrzeugen bestückt, dafür fallen wenig frequentierte Standorte weg«. Das gelte neben dem Kreis Lippe etwa auch für Gera, Schmalkalden, Memmingen und Großwallstadt.

In der Kündigung ihres Vertrages mit Kalletal kündigt die Firma an, alle zur Verfügung gestellten Stellplätze bis Ende Februar geräumt zu haben.

Kalletaler Rat in Kenntnis gesetzt

Kalletals Bürgermeister Mario Hecker hat die Kündigung dem Rat der Gemeinde Kalletal zur Kenntnis übersandt. »Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Gemeinde Kalletal nicht finanziell an diesem Projekt beteiligt war, ist die Entscheidung von ›app2drive‹ durchaus zu verkraften«, äußert sich Mario Hecker, »auch da wir momentan mit den E-DORF-Autos in Lüdenhausen ein ›Testfeld‹ haben, wie zukünftig DORF-car-sharing überhaupt funktionieren kann und das Angebot aussehen sollte und das unterscheidet sich vom Angebot ›app2drive‹ doch massiv«.

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