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Verzicht auf Kampf ums Bürgermeisteramt – Ratswahl im Mittelpunkt

CDU stellt keinen Kandidaten

Vlotho (WB). Die Vlothoer CDU wird bei den Kommunalwahlen am 13. September mit keinem eigenen Bürgermeister-Kandidaten antreten und sich auf einen Sachthemen-Wahlkampf beschränken. Das hat am Montag Walter Brandt, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, mitgeteilt.

Joachim Burek

Mit einem starken Team will die Vlothoer CDU auch im nächsten Rat (Foto Ratssitzung aus der Vor-Corona-Zeit) vertreten sein. Daher wird sich die CDU mit ihren Wahlkreiskandidaten auf einen Themenwahlkampf beschränken und in Corona-Zeiten auf einen Bürgermeister-Wahlkampf verzichten. Foto: J. Gebhard

„Bedingt durch die aktuelle Corona-Pandemie und den damit fast gar nicht vorhandenen Möglichkeiten, sich in einem Wahlkampf den Bürgern vorzustellen, haben der designierte Kandidat und der Vorstand des Stadtverbandes gemeinsam entschieden, auf die Kandidatur zu verzichten“, erklärte er. Die Entscheidung sei nach einer gemeinsamen Sitzung von Stadtverbandsvorstand und dem potenziellen Kandidaten gefallen. Zur Person des Kandidaten hatte Brandt im Gespräch mit dieser Zeitung keine Angaben machen wollen.

„Wir hatten fest vor, mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten in den Wahlkampf zu ziehen“, sagte Brandt. Es haben Gespräche mit interessanten und qualifizierten Bewerbern stattgefunden. Am Ende dieses Prozesses sei es gelungen, eine Person zu benennen, die nicht nur über fundiertes Fachwissen in Verwaltung und Wirtschaft verfügt, sondern auch die Werte und Ziele der Union vertritt. Gemeinsam im Team mit den 17 Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten sei damit zunächst der Weg für interessante und spannende Monate im Kommunalwahlkampf geebnet gewesen. Aber beide Kandidaten hätten am Ende aufgrund der besonderen Corona-Krisen-Situation schließlich von einer Kandidatur zu diesem Zeitpunkt Abstand genommen, erklärte der CDU-Stadtverbandschef.

Starkes Team für die Ratswahlen

Walter Brandt: „Die CDU Vlotho wird mit Blick auf die Kommunalwahl am 13. September das volle Augenmerk auf die 17 starken Kandidatinnen und Kandidaten legen, die sich alle darauf freuen, sich für die Weserstadt zu engagieren.

Das verjüngte Kandidatenteam für den Vlothoer Rat hatten die Christdemokraten Anfang März in einer Versammlung noch vor dem Corona-Lockdown aufgestellt.

„Jetzt, solange keine Versammlungen möglich sind, werden wir verstärkt auf den Themenwahlkampf unter anderem an den Haustüren setzen“, sagte Brandt. Als Schwerpunkte im Wahlkampf nannte die CDU folgende fünf Themenbereiche: 1. eine nachhaltige Haushaltsführung, 2. Stärkung der Themen Sicherheit und Ordnung, 3. Weiterentwicklung der Mobilität, 4. Stärkung der örtlichen Bildungseinrichtungen und schließlich 5. Erhalt der Landwirtschaft und Stärkung des ländlichen Raums.

Kommentar

Am Ende war es wohl eine Gewissensentscheidung der CDU und ihres designierten Bürgermeister-Kandidaten: Beide glaubten nicht, in diesen Corona-Zeiten einen Bürgermeister-Wahlkampf abliefern zu können, der den Ansprüchen der Bürger und auch der Partei selbst genügt. Daher der Verzicht auf einen Kampf um das Vlothoer Bürgermeisteramt. Das muss man akzeptieren. Schade ist es dennoch. Denn nun wird es für die Wähler zunächst ein Geheimnis bleiben, wen die Christdemokraten da in das Rennen gegen den Amtsinhaber Rocco Wilken schicken wollten. Vielleicht wollten sie ihn nicht für künftige Wahlkämpfe „verbrennen“. Bedauerlich ist es aber auch für die politische Kultur in der Stadt, denn die Auswahl macht Demokratie doch erst spannend.

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