1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Vlotho
  6. >
  7. Die Äbtissin von Herford

  8. >

Heimatmuseum zeigt zur Eröffnung Ausstellung über Elisabeth von der Pfalz

Die Äbtissin von Herford

Vlotho (WB). Im vergangenen Jahr ist der 400. Geburtstag der Herforder Äbtissin Elisabeth von der Pfalz (1618 bis 1680) mit einer Ausstellung in Herford gewürdigt worden. Diese Bannerausstellung unter dem Titel »Elisabeth von der Pfalz – Äbtissin von Herford« wird nun auch am Sonntag, 3. März, zur Saisoneröffnung im Vlothoer Heimatmuseum gezeigt.

Joachim Burek

Ursel und Udo Kohlmeier vom Heimatverein werben für die Ausstellung »Elisabeth von der Pfalz – Äbtissin von Herford«. Am Sonntag wird sie im Heimatmuseum zu sehen sein. Foto: Joachim Burek

Die Ausstellung, die das Leben der bekannten Äbtissin und Tochter des Winterkönigs Friedrich V. von der Pfalz dokumentiert, ist in der Zeit von 11 bis 17 Uhr zu sehen. »Das ist ein schöner Auftakt zu unseren Sonntagsöffnungen, die an jedem ersten Sonntag im Monat stattfinden«, freuen sich Ursel und Udo Kohlmeier vom Vlothoer Heimatverein. Ihnen war es nach Gesprächen mit Angelika Bielefeld, einer der Ausstellungsorganisatorinnen von der Frauengeschichtsgruppe EigenSinn, gelungen, die Ausstellung nach Vlotho zu holen. Angelika Bielefeld, die auch Herforder Stadtführerin ist, wird Sonntag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr Erläuterungen zur Ausstellung geben. Der Eintritt ist frei.

Biografie auf 13 Bannern

Auf 13 Bannern können sich die Besucher bei einem Rundgang durch das Heimatmuseum über das Leben und Wirken der Äbtissin aus dem 17. Jahrhundert informieren. Ein eindrucksvolles Zitat gleich auf dem ersten Banner zeigt den Besuchern, in welch prekärer Situation sich im Jahr 1632 Elisabeth und ihre Geschwister, darunter ihre Brüder Karl Ludwig, Rupprecht, Moritz und Eduard nach dem Tod des Winterkönigs (29. November 1632) befanden. In einem Schreiben vom 12. Dezember 1632 an ihren königlichen Onkel König Karl I. von England, unter dessen Schutz sie sich stellen, hieß es:

»... gnädig flehen wir Ihre Majestät an, so auf uns zu schauen als diejenigen, die weder Freunde noch Glück, noch größere Ehre in dieser Welt haben, als zu eurem königlichen Blut zu gehören.«

Königliche Kinder ohne Macht und Titel

Denn nach der Schlacht am Weißen Berg (1620) während des 30-jährigen Krieges hatte ihr Vater, der sich gegen Kaiser und Reich gestellt hatte, sein Königreich Böhmen verloren. Zudem verlor er durch die Verhängung der Reichsacht sein pfälzisches Territorium und die Kurwürde. Seinen Kindern blieb lediglich die Suche um Unterstützung bei ihren mächtigen Verwandten in Berlin (Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg) und in London. Insbesondere den älteren, heiratsfähigen Töchtern blieb eine standesgemäße Verbindung versagt. Daher strebten Elisabeth und ihre Schwester Luise Hollandine eine geistliche Laufbahn als Äbtissin an. Elisabeth wurde nach verschiedenen Anläufen schließlich 1667 als Fürstäbtissin von Herford inthronisiert.

Der Kriegsverlauf führte auch ihre Brüder Karl Ludwig und Rupprecht in die Region, als sie 1638 in der Schlacht bei Valdorf auf kaiserliche Truppen trafen. Dabei geriet Rupprecht in Gefangenschaft und Karl Ludwig konnte sich auf der Flucht gerade noch vor dem Ertrinken in der Weser retten.

Startseite