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Auch Stammgäste dürfen Weihnachten nicht im Restaurant speisen – Abholservice wird gut angenommen

Die Vlothoer halten zu ihren Wirten

Vlotho (WB)

Normalerweise wäre jetzt Hochsaison in den Restaurant – ab November Weihnachtsfeiern, an beiden Festtagen Buffet und auch zum Jahreswechsel noch einmal ein volles Haus. Doch in diesem Corona-Jahr gibt es kein „Normalerweise“. Ähnlich wie im Restaurant Stille in Vlotho sieht es derzeit wohl in allen Gasthäusern aus.

Jürgen Gebhard

Ralf Stille hat in seiner Gaststube die Stühle hochgestellt. Normalerweise wäre hier wie auch in den anderen Vlothoer Restaurants im Dezember Hochbetrieb. Foto: Jürgen Gebhard

Neben der Speisekarte informiert draußen im beleuchteten Schaukasten ein Schild über die vorübergehende Schließung des Restaurants „mindestens bis zum 10. Januar – auch an den Weihnachtstagen“. In der Gaststube sind alle Stühle hoch gestellt. Ein quer gestellter Tisch versperrt den Weg zu der mit Plexiglasscheiben verhängten Theke. „An diesem Tisch können unsere Gäste ihre bestellten Gerichte abholen“, sagt Inhaber Ralf Stille. Normalerweise wäre jetzt Hochsaison – ab November Weihnachtsfeiern, an beiden Festtagen Buffet und auch zum Jahreswechsel noch einmal ein volles Haus. Doch in diesem Corona-Jahr gibt es kein „Normalerweise“. Ähnlich wie im Restaurant Stille in Valdorf sieht es derzeit wohl in allen Gasthäusern aus.

„An den beiden Weihnachtstagen ist es hier sonst immer proppevoll“, sagt Ralf Stille. Für viele Familien sei das große Mittagsbuffet mit verschiedenen Vorspeisen und Suppen, mit fünf Hauptgerichten und Dessert-Variationen stets ein Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Oftmals würden die Familien zwei bis drei Stunden zusammensitzen, um gut zu essen und sich bedienen zu lassen. Mehr als 150 Gäste könne er regelmäßig an den Festtagen begrüßen, viele von ihnen würden sich sofort wieder fürs nächste Jahr anmelden.

Von Mitte März bis Mitte Mai mussten die Restaurants wegen der Pandemie schon einmal geschlossen bleiben. Mit reduzierten Gästezahlen, mit Abstand und mit den von den meisten Gastwirten sehr genau beachteten Hygieneregeln durfte anschließend wieder geöffnet werden. Mit der Soforthilfe aus dem Frühjahr und der Rückkehr der Gäste hofften Gastwirte wie Ralf Stille noch auf die „schwarze Null“ zum Jahresende. Nach Angaben der Dehoga hätten die meisten Gastwirte bis Ende Oktober nur 50 Prozent des üblichen Umsatzes erreicht. Doch mit diesem zweiten Lockdown gehe es bei vielen Kollegen nur noch ums Überleben.

Trotzdem hält Ralf Stille die Schließung der Restaurants angesichts der enormen Infektions- und Todeszahlen grundsätzlich für richtig. Denn kein Gastwirt könne trotz aller Vorsichtsmaßnahmen 100-prozentig ausschließen, dass ein Gast einen anderen anstecke, wenn der ohne Maske beim Essen am Tisch sitze.

Statt voller Gaststuben mit fröhlich feiernden Gästen wird nun für den Außer-Haus-Verzehr gekocht. Wie auch andere verantwortungsvolle Wirte lehnt Ralf Stille es in diesen Tagen allerdings ab, große Gruppen zu beliefern. Die aktuellen Corona-Regeln setzten hier den verbindlichen Rahmen.

Es sei eine „Hilfe und Freude“, dass so viele Gäste die Alternative zum Restaurantbesuch nutzten. „In der Gaststube darf ich niemanden bewirten“, auch bei Stammgästen könne er keine Ausnahme machen. Die Speisekarte für den Außer-Haus-Verkauf gibt es nicht nur für sein Restaurant im Internet. Neben der normalen Karte (vom Filetpfännchen Jaqueline bis hin zu gebackenen Garnelen und westfälischem Grünkohl) hat der Wirt auch eine extra Speisekarte für Weihnachten und Silvester zusammengestellt. Die Nachfrage sei sehr groß, die Kapazitäten für die Festtage seien so gut wie erschöpft. „Die Vlothoer halten zu ihren Wirten“, freut sich Ralf Stille.

Weitere Informationen zum Angebot der Vlothoer Gastwirte gibt es auf der Homepage der Stadt unter Tourismus-Freizeit/Tourismus/Gastronomie.

www.vlotho.de

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