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Kunst- und Friedensprojekt »Stoning Roll« macht Station in Heilig-Kreuz Vlotho - mit Video

Ein Stein wirbt für Frieden

Vlotho (WB). Der runde Basaltstein ist ein Kunst- und Friedensprojekt. Auf der einen Seite trägt er in 44 Sprachen das Wort »Frieden«. Auf der anderen Seite sind Symbole der acht Weltreligionen mit internationalen Zeichen für den Frieden vereint. Auf dem Weg vom Bergischen Land zum Brandenburger Tor in Berlin ist der Stein jetzt in die katholische Kirche Heilig Kreuz Vlotho gerollt worden.

Jürgen Gebhard

Sie rollen den Friedensstein nach dem Gottesdienst in der katholischen Kirche Heilig Kreuz gemeinsam ins Freie hinaus (von links): Ben Badstieber, Annette Houben, Stefan Höne und Werner Houben. Foto: Jürgen Gebhard

In Münster beim Katholikentag

Stefan Höne aus Wipperfürth und Werner und Annette Houben aus Warendorf hatten den 128 Kilogramm schweren Stein am Wochenende von der katholischen Kirche St. Kilian in Bad Salzuflen-Schötmar zur Heilig-Kreuz-Kirche nach Vlotho gerollt. Wochen zuvor war der Stein im Bergischen Land gestartet. Zum 100. Katholikentag erreichte er Münster. Das passende Motto dort lautete »Frieden suchen«.

Ziel ist das Brandenburger Tor

Von Münster aus gelangte der Stein schließlich über mehrere Etappen nach Vlotho. Über Porta Westfalica, Bückeburg, Hannover und Magdeburg soll er nun weiter in Richtung Berlin bewegt werden. Spätestens am »Tag der Deutschen Einheit«, am 3. Oktober, soll er dort durchs Brandenburger Tor rollen. Die nächste Station könnte danach Jerusalem sein.

»Die Utopie ist einmal um den Erdball. Der Zeitraum ist völlig egal«, sagt Michael Flossbach aus Kürten, der dieses Kunst- und Friedensprojekt mit dem Namen »Stoning Roll« initiiert hat. Er möchte Menschen dazu auffordern, einen Stein ins Rollen zu bringen, etwas zu bewegen und gemeinsam den Weg zum Frieden zu gehen.

300 Kilometer durchs Land gerollt

Mehr als 200 Menschen haben den Friedensstein in gut 100 Stunden bislang 300 Kilometer weit über Straßen und Wiesen und durch Wälder gerollt. Mehr als 170.000 Umdrehungen hat der Stein dabei gemacht. Das berichtete Stefan Höne am Sonntag im Gottesdienst von Heilig Kreuz. »Es geht darum, Menschen in Bewegung bringen und zu inspirieren, etwas für den Frieden zu tun«, sagte er.

Das Gebot der Nächstenliebe verbinde die Menschen aller Sprachen und Religionen: »Oder wie wir Christen sagen: ›Liebe deinen nächsten wie dich selbst‹«. Die Flüchtlinge in unserem Land machten deutlich, dass Frieden in der Welt keine Selbstverständlichkeit sei. »Wir müssen für den Frieden gemeinsam arbeiten und dafür soll dieser Stein ein Symbol sein«, sagte Stefan Höne, der im Hauptberuf Pilgerrreisen veranstaltet.

Eingebauter GPS-Tracker

Der Stein aus Mayener Basaltlava ist in etwa 300 Arbeitstunden in ein Kunstwerk verwandelt worden. Der so entstandene Friedensstein ist 128 Kilogramm schwer, hat einen Durchmesser von 55 und eine Dicke von 21 Zentimetern. Das Gewicht liegt auf der Achse, an der eine Schiebe- und Zugvorrichtung für mehrere Personen montiert ist.

Die Lauffläche besteht aus zwei Stahlringen. Die Stahlringe sind entsprechend der durchschnittlichen menschlichen Körpergröße weltweit jeweils 175 Zentimeter lang. Ein eingelassener QR-Code verweist auf die Facebook-Seite des Projektes »Stoning Roll«. Integriert im Stein ist ein GPS-Tracker. Der aktuelle Standort ist im Internet abrufbar (www.stoning-roll.com).

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