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ICE-Neubaustrecke Hannover-Bielefeld

Fachzeitschrift: „Bahn favorisiert die Variante 5“

Bielefeld/Herford...

Man sei erst ganz am Anfang des Prozesses, und die komplette Planung für eine zukünftige mögliche ICE-Neubaustrecke Hannover-Bielefeld sei noch „ein vollständig weißes Blatt Papier“, so lautete die bislang stets getätigte Aussage der Verantwortlichen der DB Netz AG. Insbesondere die fünf im November bekannt gewordenen Entwurfs-Varianten des Planungsbüros Schüssler-Plan hätten ausschließlich dem Bundesverkehrsministerium zur Machbarkeits- und Kostenschätzung gedient und seien für den weiteren Planungsprozess ohne jegliche Bedeutung.

Johannes Pietsch

Diese Skizze zeigt den möglichen Verlauf der Idaturm-Trasse unter dem Harrl und unter Bückeburg hindurch Richtung Vlotho und weiter nach Herford. Foto: Grafik: BI WiduLand / OpenStreetMap

Schon daran hatten Vertreter von Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden sowie Bahn-Fachleute wie der Pressesprecher der Initiative Deutschland-Takt Rainer Engel mehrfach Zweifel geäußert. Jetzt lässt ein Bericht in der Fachzeitschrift „Der Eisenbahningenieur“ erneut Zweifel daran aufkommen, ob bei der Bahn das „Blatt“ tatsächlich so blütenweiß ist, wie dies die Projektverantwortlichen gegenüber der Öffentlichkeit stets darstellten.

Unter der Überschrift „Hannover – Bielefeld: Variante 5 favorisiert“ heißt es in dem Artikel zwar erneut, die fünf „technisch plausiblen“ Schüssler-Varianten stellten keine Vorfestlegung für den im Januar gestarteten Planungsdialog mit der Region dar.

Jedoch habe nicht nur das Bundesverkehrsministerium, sondern auch der Bahn Konzern selbst die fünf Varianten bewertet. Dabei habe die Bahn die Variante 5 „klar favorisiert“, so der Bericht in der von dem auf Verkehrsthemen spezialisierten Verlag DVV Media / Eurailpress herausgegebenen Fachzeitschrift.

Hinter der Variante 5 aus dem Büro Schüssler-Plan verbirgt sich die Variante einer möglichen ICE-Neubaustrecke Hannover-Bielefeld, für die durch die Berichterstattung in den Medien die Bezeichnung „Idaturm-Trasse“ geprägt wurde.

Sie würde von Seelze kommend unter Umfahrung Wunstorfs über Stadthagen führen, dann von der Bestandsstrecke Richtung Süden abzweigen, östlich an Bückeburg vorbei führen und dann mit einem Tunnel unter dem Harrl verlaufen (daher der Name „Idaturm-Trasse“). Weiter südlich würde die Trasse über Porta Westfalica, Vlotho, Exter und Herford nach Bielefeld führen.

Die Idaturm-Trasse erfülle die Kernforderung des Bundesverkehrsministeriums nach einer Fahrzeit von 31 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld, heißt es in dem Bericht, sei aber zugleich wesentlich wenig aufwändig und teuer wie die durch das Auetal führende, autobahnnahe Variante 2. Zudem könne sie bei Stadthagen mit der Bestandsstrecke verknüpft werden, was zusätzliche Vorteile für den Güter- und den IC-Verkehr mit sich bringe. Damit stelle die Variante 5, so der Artikel aus dem „Eisenbahningenieur“, die Optimierung von Kosten und Nutzen aller fünf Schüssler-Varianten dar.

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