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Nächtliche Abschiebung hat Arbeit des Vereins in Vlotho verändert

Flüchtlingshelfer von Politik enttäuscht

Vlotho (WB). Die Mitglieder des Vereins »Vlothoer für Flüchtlinge« fühlen sich nach der nächtlichen Abschiebung einer jungen Familie nach Georgien von der Politik im Stich gelassen. »Wo sind die Politiker, die das Rückgrat haben, öffentlich zu sagen: ›Was hier geschehen ist, ist Unrecht‹?«, fragt Bärbel Wegener.

Jürgen Gebhard

Bärbel Wegener setzt sich für ein Bleiberecht integrierter Flüchtlinge ein. Foto: Jürgen Gebhard

In einem Interview mit dem WESTFALEN-BLATT betont die Vereins-Sprecherin, dass man nicht »Handlanger einer Politik« sein wolle, die man nicht mit dem Gewissen vertreten könne. Der Verein helfe keinem Flüchtling, der sich nicht um Integration bemühe und auch keinem kriminell gewordenen Flüchtling.

Verein hat Kontakt zur Familie in Georgien

Die öffentlich stark diskutierte nächtliche Abschiebung der Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern sei für die Flüchtlingshelfer zu einem »traumatischen Erlebnis« geworden, dass viele bis heute nicht schlafen lasse. Das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit dieses Landes sei durch diesen Vorfall »nachhaltig erschüttert« worden. Bärbel Wegener: »Es wird schwer werden, die nächsten gnadenlosen Abschiebungen durchzustehen.«

Der Verein habe Kontakt zu der Anfang Mai nach Georgien abgeschobenen Mutter mit ihren beiden Kindern. Man wisse, dass die Familie dort in »erbärmlichen Verhältnissen« lebe.

»Sehr schlechte Aussichten auf Bleiberecht«

Zahlreiche in Vlotho lebende Flüchtlinge müssten mit ihrer Abschiebung rechnen. Bis auf die Menschen aus Syrien, Somalia, Eritrea und Irak hätten die meisten anderen sehr schlechte Aussichten auf ein Bleiberecht. Wegener: »Wir stellen mit großer Sorge fest, dass auch Menschen unser Land verlassen müssen, die in ihrer Heimat weiterhin um ihr Leben fürchten müssen. Dazu gehören auch einige Menschen, die als Christen verfolgt werden.«

Das ganze Interview lesen sie am Freitag, 23. Juni, im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Vlotho.

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