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Umweltamt des Kreises beseitigt Bärenklau-Bestände in Vlotho-Wehrendorf

Gefährlicher Riesen-Bärenklau

Vlotho-Wehrendorf (WB). Die Pflanze ist sehr groß, vermehrt sich extrem und verursacht bei Hautkontakt heftige Verbrennungen: Der Kreis Herford hat dem Bärenklau den Kampf angesagt. An zwei Standorten in Wehrendorf sind gerade 2000 dieser Pflanzen, die auch als Herkulesstaude bekannt sind, beseitigt worden.

Jürgen Gebhard

Johanna Zdarsky hat einen der riesigen Blütenstände abgetrennt, um ihn anschließend sicher zu vernichten. Eine einzige Pflanze kann bis zu 50000 Samen haben. Foto: Jürgen Gebhard

Ganz ausgerottet werden kann die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Pflanze bei uns wohl nicht mehr. Seit etwa zehn Jahren läuft gleichwohl ein recht erfolgreiches Projekt des Kreises Herford: Durch die sachgerechte Vernichtung vorhandener Bestände wird dazu beigetragen, die weitere Ausbreitung einzudämmen. Etwa 200 Standorte des Riesen-Bärenklaus (»Heracleum mantegazzianum«) sind bekannt. Mehre davon befinden sich in Vlotho.

Hinweise vom Ortsvorsteher

Vor einigen Jahren war der alte Kirchweg zwischen Valdorf und Wehrendorf an mehreren Stellen durch den Bärenklau zugewachsen. Mitarbeiter des Kreises Herford vernichteten dort die Bestände. Inzwischen wird der alte Kirchweg wieder von beiden Gemeinden regelmäßig genutzt.

Den Hinweis auf die jetzt vernichteten Bärenklau-Bestände in der Nähe der evangelischen Kirche in Wehrendorf hatte der Valdorfer Ortsvorsteher Heinrich Halewat gegeben. Als Landwirt und Jäger seien ihm Flora und Fauna sehr wichtig, sagt er. Eine weitere Verbreitung des Riesen-Bärenklaus würde zwangsläufig die heimischen Wildkräuter verdrängen und somit einen beachtlichen Einfluss auf das jetzige intakte Ökosystem nehmen, stellt er fest. Der Bärenklau müsse bekämpft werden, weil er sich sehr stark vermehre und vorhandene Ökosysteme zerstöre.

Wurzeln und Blüten werden verbrannt

Halewat: »An zwei verschiedenen Orten waren insgesamt etwa 500 Quadratmeter mit der giftigen grünen Pflanze zugewachsen. Die für Umwelt und Naturschutz zuständige Mitarbeiterin in der Kreisverwaltung hat mir sofort ihre Unterstützung zugesagt und die Beseitigung veranlasst.« Mehrere Tage lang waren anschließend Landschaftsgärtner Andreas Volk und seine Kollegen Johanna Zdarsky und Aaron Mikow (beide Mitarbeiter »Freiwilliges ökologisches Jahr«) in Wehrendorf im Kampf gegen den Riesenbärenklau aktiv. Mit ihren Spaten zerkleinerten sie die bis zu fünf Meter hohen Pflanzen. Wurzeln und die Blütenstände wurden von ihnen gesondert in Säcke verpackt und zur Müllverbrennung gebracht.

50.000 Samen pro Pflanze

Der Riesen-Bärenklau ist eine bis zu fünf Meter hohe Staude aus dem Kaukasus. Die Blätter sind oft ein Meter lang, die Blütenstände (bis zu 50.000 Samen pro Pflanze) haben bis zu 80 Zentimeter Durchmesser. Das Berühren kann zu gefährlichen Hautreaktionen führen. Der Saft enthält Furanocumarine. Botaniker bezeichnen den Riesen-Bärenklau als invasiven Neophyten, als eindringende neue Pflanze, die in Zentraleuropahäufig anzutreffen ist.

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