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Senior aus Vlotho-Uffeln wundert sich über einen Brief vom Kreis Herford

Geimpft zur Impfung eingeladen

Vlotho (WB)

Der 71-jährige Senior aus Uffeln ist bereits geimpft: Trotzdem wurde er jetzt erneut dazu eingeladen.

Jürgen Gebhard

Auch wer bereits vor dem Termin seines Jahrgangs geimpft ist, erhält noch einmal eine Einladung. Foto: Jürgen Gebhard

Wegen einer Vorerkrankung hatte der Uffelner den Corona-Schutz am 1. April im Impfzentrum in Enger erhalten. Seine Ehefrau (70) hatte Ostern bei der Astrazeneca-Sonderaktion ihre Impfung bekommen. Nach der Impfreihenfolge der Altersgruppen wären beide da noch nicht dran gewesen.

Vor wenigen Tagen lagen zwei dicke Briefumschläge in ihrem Briefkasten auf dem Buhn. Betreff: „Corona-Schutzimpfung im Kreis Herford für die Jahrgänge 1948 und 1949“: „Sie haben die Möglichkeit, bald eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen. Die wichtigsten Informationen finden Sie in diesem Schreiben...“

Auch einige bereits geimpfte Nachbarn hätte solche Schreiben bekommen. „Reine Geldverschwendung“, meint der Uffelner, „der Kreis Herford hat doch unsere Daten im Impfzentrum erfasst, warum bekommen wir jetzt noch einmal eine Einladung zum Impfen?“

Die Antwort kennt Patrick Albrecht aus der Pressestelle des Kreises Herford. Er verweist auf die Grundsätze des Datenschutzes: Die Daten der Personen, die bereits einen Impftermin vereinbart oder eine Impfung erhalten haben, dürften nämlich nicht erhoben, verarbeitet und mit dem Einwohnermeldeamt abgeglichen werden. Selbst wenn der Kreis Herford den Datenschutz widerrechtlich ignoriert hätte, hätten die Daten von einem Menschen in Abgleich gebracht werden müssen. Bei der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen handele es sich um 30.000 Datensätze.

Patrick Albrecht: „Der Einsatz des Personals, der für einen solchen Abgleich erforderlich gewesen wäre, stünde in keinem Verhältnis zu den vermeidbaren und durch die Versendungen verursachten überschüssigen Portokosten.“ Albrecht bestätigt, dass tatsächlich auch 70- bis 79-Jährige ein Einladungsschreiben des Kreises erhalten haben, obwohl sie bereits zuvor einen Impftermin vereinbart haben. Der Grund dafür: „Zwischen der Bekanntgabe des MAGS, dass eine weitere Personengruppe geimpft werden kann und der Einladung der zu impfenden Personen lagen mehrere Tage. Das ist organisatorisch nicht anders möglich gewesen. In dieser Zeitspanne konnten Personen bereits Termine vereinbaren, bevor sie das Schreiben des Kreises erhalten haben. Darüber hinaus gab es zuvor bereits eine Astra-Sonderaktion für alle Ü60-Jährigen, von der auch die Ü70-Jährigen Gebrauch gemacht haben. Auch hierdurch haben bereits einige Personen der 70- bis 79-Jährigen Termine vereinbart.“

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