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Stadtwerke Vlotho haben schon mehr als 550 Mal die Ausbildungskosten übernommen

»Jedes Kind soll schwimmen lernen«

Vlotho (WB). Die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, wird immer größer. Laut einer aktuellen Umfrage sind 60 Prozent der Zehnjährigen Nichtschwimmer. Die Stadtwerke Vlotho wollen diesem Trend entgegenwirken. Sie übernehmen die Kosten für Schwimmkurse.

Jürgen Gebhard

Beigeordneter Bernd Adam (hinten links) freut sich, dass die Schwimmkurse so gut angenommen werden. Foto: Jürgen Gebhard

Knapp drei Wochen vor dem voraussichtlichen Saisonende am 8. September hat der Beigeordnete und Stadtwerke-Chef Bernd Adam das Waldfreibad besucht, um sich ein Bild von der Ausbildung in den Schwimmkursen zu machen.

Im Jahr 2010 haben die Stadtwerke das Freibad an der Bäderstraße übernommen. Seit diesem Zeitpunkt unterstützen sie mit ihrer Aktion »Jedes Kind soll schwimmen lernen« die Schwimmkurse. »Jedes Kind, das an 12 von insgesamt 15 Kurseinheiten teilgenommen hat, bekommt am Ende die 30 Euro für den Schwimmunterricht von uns erstattet«, sagt Bernd Adam. Seit dem Start der Aktion vor zehn Jahren hätten die Stadtwerke damit mehr als 550 Kindern das Schwimmenlernen bezahlt.

Drei Kurse pro Saison

Pro Saison finden im Waldfreibad regelmäßig drei Kurse statt. Jeder Kursus läuft über fünf Wochen, unterrichtet wird dreimal pro Woche. Durchgeführt werden die Kurse von den Schwimmmeistern – korrekt »Fachangestellte für Bäderbetriebe« –, das sind Kathrin Schwager und ihre Kollegen André Darjan und Karl-Heinz Oelze. Unterstützt werden sie von Mitarbeitern der DLRG. Die Ausbildung erfolgt immer zu dritt. Die Nachfrage ist sehr groß, sagt André Darjan: »Die Kinder konnten ab dem 23. April angemeldet werden. Zwei Tage später waren die drei Kurse bereits komplett ausgebucht.«

An jedem Kursus nehmen 15 Kinder teil. Die Allermeisten können am Ende so gut schwimmen und tauchen, dass sie das begehrte »Seepferdchen« erhalten. Die Kinder, die an den Schwimmkursen teilnehmen, sollten mindestens fünfeinhalb Jahre alt sei, vorher fehle oftmals noch die erforderliche Kraft. »Wer will, kann anschließend noch bei der DLRG weitermachen – bis hin zur Rettungsschwimmer-Ausbildung«, sagt Karl-Heinz Oelze.

Immer weniger Schulen kommen

Dass die Kinder schwimmen lernen und das Schwimmen dann auch sicher beherrschen, sei lebenswichtig. Wer im Wasser in Not gerate, gehe lautlos unter, weiß Schwimmmeisterin und Badbetriebsleiterin Kathrin Schwager: »Es ist leider ein verbreiteter Irrtum, dass Ertrinkende sich durch Herumschlagen und Schreien bemerkbar machen. Auch deshalb ist es wichtig, dass auch nach dem Seepferdchen weiter das Schwimmen geübt wird.«

Die Schwimmmeister finden es schade, dass immer weniger Schulen kommen. Lediglich die Grundschule Vlotho nutzte das Waldfreibad regelmäßig im Rahmen des Sportunterrichts.

Die Freibadsaison geht ihrem Ende entgegen: Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. André Darjan verlässt sich auf sein Gefühl: »2019 ist bisher ein sehr gutes Jahr, allerdings kein Ausnahmejahr wie 2018, als es sehr heiß war.« Das Bad werde auch von Auswärtigen sehr gut angenommen: »In Bad Salzuflen gibt es kein Frühschwimmer-Angebot. Das macht sich morgens bei uns bemerkbar.«

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