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Lager des »Woolhouse« ist mit englischem Strickgarn gefüllt

Keine Angst vorm »Brexit«

Vlotho (WB). Wollknäuel in unzähligen Farbschattierungen, liebevoll dekorierte Regale und kreative Ideen, wohin das Auge reicht – wer das Woolhouse an der Weserstraße 7 betritt, ist mittendrin im Handarbeits-Paradies.

Sonja Töbing

Nicola Sieker strickt seit ihrem fünften Lebensjahr. Die gebürtige Britin träumt von einem eigenen Strick-Café. Foto: Sonja Töbing

Vor einem Jahr bezog das Team um Geschäftsführerin Marina Hagelmann die Räumlichkeiten im alten Industriegebäude neben den Stadtwerken und hat sich mit dem Verkauf und Vertrieb von hochwertiger britischer Wolle einen Namen gemacht. Die kreative Ader hat die 29-jährige Marina Hagelmann von ihrer Mutter Nicola Sieker geerbt.

»Gemeinsam haben wir uns um die Dekoration im Werre-Park und anderen Einkaufscentern von Hannover und Hameln bis hin nach Passau gekümmert«, erzählt die Woolhouse-Geschäftsführerin, die als Gestalterin für visuelles Marketing ein Auge für Details hat.

Nach einer längeren Babypause und einem Brainstorming mit ihrer Mutter fiel die Entscheidung, das Dekorieren auf Bad Oeynhausen und Hameln zu begrenzen und sich mit dem Woolhouse selbstständig zu machen.

2000 Quadratmeter Platz

»Wir waren erst im Blumenhaus Begemann untergebracht und sind im September 2018 an die Weserstraße gezogen, wo wir schon vorher Lagerräume für Dekorationsartikel angemietet hatten«, erzählt Nicola Sieker. Auf 2000 Quadratmetern Fläche sind Showroom, Büro und Lager entstanden. »Dieses Gebäude hat einfach Charme«, findet Marina Hagelmann.

Beliebt ist der donnerstägliche Stricktreff im Showroom. »Von 15 bis 18 Uhr kommen Strickfans her zum Handarbeiten und Schnacken«, so Marina Hagelmann. Jeder Gast bekomme Tee oder Kaffee in nostalgischen Sammeltassen serviert. »Dieses Chichi gehört für uns einfach dazu«, sagt Nicola Sieker.

Besonders griffiges Material

Das Woolhouse verkauft die aus England stammende Wolle der Marken West Yorkshire Spinners, King Cole und Thomas B. Ramsden auch im Online-Shop und durch Fachhandels-Partner in ganz Deutschland. »Als ich die britische Wolle zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich sofort begeistert. Die Qualität ist unglaublich toll. Und das Feedback bestätigt uns«, erzählt Marina Hagelmann.

Die Wolle lasse sich hervorragend verarbeiten, sei besonders griffig und rutsche gut von der Nadel. »Die West Yorkshire Spinners gehören zu den letzten Kammgarn-Spinnereien Europas«, betont die Geschäftsführerin.

Enger Kontakt zu Lieferanten

Angst vor dem Brexit, in welcher Form auch immer, habe sie nicht. »Wir haben vorgesorgt und ausreichend Wolle aller Hersteller auf Lager. Außerdem stehen wir natürlich in ständigem Kontakt mit unseren Lieferanten, sodass wir uns in dieser Hinsicht keine Sorgen machen.«

Das Woolhouse ist ein Familienunternehmen. Neben Nicola Sieker und ihrer Tochter Marina Hagelmann sind Jörg Sieker und Jan-Hendrik Hagelmann sowie Nicola Siekers Schwiegertochter Talisa involviert. Bianca Stiegemeier und Web-Designer Sergej Moor komplettieren das Stamm-Team. »Weiterhin beschäftigen wir je nach Auftragslage Aushilfen«, sagt Marina Hagelmann. In den Wochen vor Weihnachten müssten täglich bis zu 140 Pakete gepackt und verschickt werden.

Produktpalette erweitern

In den kommenden Monaten möchte das Woolhouse-Team weitere Produkte ins Programm aufnehmen, etwa vom britischen Hersteller Erika Knight. »Weiterhin möchten wir unser Kreativ-Angebot ausbauen und Veranstaltungen in unserem Showroom anbieten«, betont Marina Hagelmann. Auch Interessenten von außerhalb, die einen Raum für Veranstaltungen oder Kurse suchten, seien willkommen.

Und dann ist da noch Nicola Siekers großer Traum von einem eigenen Strick-Café: »Das ist seit jeher mein Wunsch gewesen. Und ich hoffe, dass ich ihn eines Tages verwirklichen kann.« Das Woolhouse ist jeden Dienstag und Donnerstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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