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Heimatforscher stellen Traditionsgaststätten auf historischen Postkarten vor

Kneipenbummel durch Alt-Vlotho

Vlotho (WB). Klaus Kauczok von der Geschichtswerkstatt Exter hat am Beispiel alter Ansichtskarten und Fotos seine Zuhörer mit auf einen »Kneipenbummel« zu den Traditionsgaststätten der Weserstadt genommen. Viele der Postkarten stammen aus der Sammlung des verstorbenen Rainer Niemann.

Das »Alt Heidelberg«, erbaut 1604, ist eines der ältesten Traditionsgasthäuser der Stadt. Damals war es bereits ein Blickfang in der Altstadt. Foto: Geschichtswerkstatt/Sammlung Niemann

Das Vortragsprojekt war gemeinsam von Geschichtswerkstatt und Heimatverein auf den Weg gebracht worden. Die Organisation lag in den Händen von Barbara Büschenfeld und Inge Wienecke. Klaus Kauczock begann gemeinsam mit den etwa 40 Zuhörern seinen fiktiven Spaziergang, ausgehend vom Bliekenend (gegenüber dem Güterbahnhof), wo früher die Ausspannstation Wiemann für das leibliche Wohl der Fuhrknechte sorgte. Zugleich war der Eigentümer auch Kohlenhändler.

Anekdoten aus der »guten alten Zeit«

Anekdoten über die Bahnhofsgaststätte und das Hotel »Ratsstuben« folgten. Das »Alt Heidelberg«, erbaut 1604, ist eines der wenigen historischen Gasthöfe, die es noch heute gibt, inzwischen wieder in der schönen historischen Fachwerkfassade.

Die bewegte Geschichte des Hotels Schmidt gehörte ebenfalls zu diesem Rückblick. Später hieß es »Stadt Vlotho« und vom Balkon an der Langen Straße/ Ecke Burgstraße wurden auch in der Zeit des 3. Reiches politische Ansprachen gehalten. Es verfügte auch über einen großen Biergarten.

Beleuchtet wurde auch die wechselhafte Geschichte des Hotels Delkeskamp (später Hotel Lütke) an der Weserstraße (heute Poststraße), mit einem eigenen Kino.

Von der Gastwirtschaft »Zur Post« (heute etwa Sparkassen-Parkplatz Nähe Weserbrücke) war die frühere Wirtin Elisabeth Schwier anwesend und konnte so manche Episode erzählen.

Daneben wurden unter anderem Namen genannt wie »Weserlust« mit dem bekannten Inhaber Kopsmeyer und Hotel »Zum Bahnhof«, das kurioserweise nicht am Bahnhof, sondern in der Horst stand, wo eine wichtige Station der Kleinbahn lag. Heute befindet sich in dem Gebäude das jugoslawische Restaurant »Dubrovnik«.

Auf dem Gelände des heutigen Autohauses Schnieder an der Herforder Straße stand der »Felsenkeller«, der auch einen Boxclub beherbergte.

Der Wirt war oft ein »Original«

Manche der Wirte waren Originale mit entsprechenden Spitznamen wie der Wirt Casselmann, »der Preuße« oder »Hühnersuppen-Sandmeier«. Der Bauherr des »Café Sonntag« (später war Foto-Wilke in dem Gebäude), August Sonntag, der auch Likör herstellte, wurde »der süße Sonntag« genannt. Betrieben wurde diese Gaststätte aber von Erich Leunig, der Koch und Konditormeister war.

Noch viele weitere Bilder und Namen weckten Erinnerungen der Anwesenden, die noch manche Information beisteuerten.

In der Pause gab es – wie in einer echten Kneipe – Mettwurst- und Schmalzbrote, die liebevoll von Barbara Büschenfeld, Ursel Kohlmeier und Isolde Eich vorbereitet und dekoriert worden waren. Natürlich durfte bei diesem Thema auch ein kühles Pils vom Fass nicht fehlen. Dafür sorgte Udo Kohlmeier.

Klaus Kauczok ließ Bilder und Haupt-Infos seines Vortrages zum Abschluss in einer Endlos-Schleife Revue passieren – Anlass zum Klönen für die vorwiegend älteren Teilnehmer, die sich angeregt und lebhaft an ihre Erlebnisse in diesen Gaststätten erinnerten.

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