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Nach 23 Jahren endet das Flurbereinigungsverfahren – 17 Maßnahmen zur Renaturierung umgesetzt

Langes Ringen um Platz für den Forellenbach

Vlotho (WB/pab). Hochwasserschutz, Gewässer- und Naturschutz und die Interessen der Landwirtschaft sind nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Es hat 23 Jahre gedauert, aber jetzt ist das Flurbereinigungsverfahren Forellenbach/Güstenbach abgeschlossen. Rund 83.000 Quadratmeter konnten als Ergebnis für Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden.

Verfahren abgeschlossen: (von links) Heinz-Friedrich Wattenberg und Dezernent Winfried Dingerdissen, Susanne Schütte, Elisabeth Ruhland, Falk Speerschneider (Bezirksregierung), Landwirt Friedrich-Wilhelm Schrödermeier und Bernd Adam (Stadt Vlotho) schauen sich eine Fläche am Brommersiek an, die von der Renaturierung profitiert hat. Foto: Heike Pabst

Bei einem Ortstermin an der Pehlenstraße, Ecke Brommersiek haben Vertreter der Landwirte, der Stadt Vlotho, des Weser-Werre-Else-Projektes und der Bezirksregierung Bilanz gezogen. Das Ganze wurde zum Erfolg, auch, wenn es streckenweise um schwierige Eigentums- und Sachfragen ging. »Der Grunderwerb ermöglichte der Stadt, Maßnahmen an den Gewässern umzusetzen und lange bestehende Nutzungskonflikte zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Gewässerschutz aufzulösen«, teilt die Stadt mit.

Seit 1996 wurde um jeden Quadratmeter gerungen. »Wer verkauft schon gerne Ackerland«, sagt Heinz-Friedrich Wattenberg, der das Flurbereinigungsverfahren als Vorsitzender seit den 1990er Jahren geleitet hat. »Das macht man als Landwirt eigentlich nicht«.

Sandfang machte immer wieder Probleme

Und doch war es nötig, verdeutlicht die Umweltbeauftragte der Stadt Elisabeth Ruhland: »Anfangs gab es im Forellenbach einen Sandfang etwa in der Höhe des Marktkaufs, der regelmäßig entschlammt werden musste.« Die Stadt habe sich das Geld dafür sparen wollen. Die Sediment-Einträge in den Forellenbach sollten verhindert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, galt es, Ackerflächen zurückzudrängen und Uferrandstreifen anzulegen.

Im Rahmen eines gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens wurde mit Hilfe des Dezernats 33 der Bezirksregierung Detmold ein Flächenpool geschaffen, aus dem gewässernahe Flächen herausgelöst werden und an die Stadt übertragen werden sollten. Ein 470 Hektar großes Gebiet wurde dieser »Flurbereinigung« unterzogen. Dabei erhielten Grundstückseigentümer Tauschflächen als Ersatz für ihren Flächenverlust.

Oberlauf in die Talmitte verlegt

Mittlerweile wurden 17 Maßnahmen umgesetzt, die den Gewässern natürliche Formen erlauben, sie über die Ufer treten lassen, wenn es Not tut, und die Anwohner vor Überflutungen schützen. So etwa an der Pehlenstraße: »Hier wurde der Oberlauf des Forellenbachs zurück in die Talmitte verlegt und die Hochflutmulde angelegt«, erläutert Susanne Schütte vom Weser-Werre-Else-Projekt. Der Sandfang in Vlotho habe nie wieder ausgebaggert werden müssen.

Es werden keine weiteren Grundstücke mehr benötigt, und auch Grundbuch und Kataster wurden berichtigt. Darauf stießen die Beteiligten in Wattenbergs Deele mit einem Sekt an.

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