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»Fährhof«: Bauherr Wertinvestition geht von Eröffnung bis Anfang September aus

Lüftung muss nachgebessert werden

Vlotho (WB). Von außen sieht das Pflegeheim »Fährhof« schon ziemlich fertig aus, doch im Inneren gibt es noch einiges zu tun. Der Bauherr spricht von »Kleinigkeiten«, die Bauaufsicht des Kreises Herford von einer langen Liste an Baumängeln, die vor einer Betriebsgenehmigung erst behoben werden müssten.

Heike Pabst

Der Betreiber »Casa Reha« steht in den Startlöchern, aber bislang hat das neue Seniorenpflegeheim »Fährhof« an der Weserstraße noch keine Betriebsgenehmigung. Schuld sind bauliche Mängel. Foto: Heike Pabst

In den Treppenhäusern der ehemaligen Zuckerfabrik an der Weserstraße brennt täglich das Licht, allerdings ist hinter den Fenstern der großen Immobilie niemand zu sehen. Wann die künftigen Bewohner einziehen, ist weiter unklar. Denn bevor der Bauherr, die Stadt und der Betreiber Casa Reha Eröffnung feiern können, müssen die von der Bauaufsicht festgestellten Mängel behoben werden.

Fünf Jahre dauert die Bau- und Genehmigungsphase des Projekts schon an, und Werner Ströer wäre offenbar erleichtert, wenn sie nun endlich abgeschlossen werden könnte. »Alles, was passieren kann, ist da passiert«, sagt der Geschäftsführer der Wertinvestition GmbH aus Sarstedt und spricht dabei auch von eigenen Fehlern: »Das Haus war ursprünglich für einen anderen Betreiber geplant, für die Deutsche Seniorenstift Gesellschaft. Der neue Betreiber Casa Reha hat zum Teil andere Bedürfnisse, und nach dem Wechsel wurden die Baubeschreibungen nicht korrekt umgearbeitet.«

Sachverständiger muss Brandschutz beurteilen

Doch Werner Ströer ist zuversichtlich und geht von einer möglichen Eröffnung am 1. September aus – »oder früher«. Die Mängelliste der Kreisbehörde beinhaltet aus Sicht des Bauherrn »eigentlich nur Kleinigkeiten, die zum großen Teil schon abgearbeitet sind«.

Im Zentrum stünde die Lüftung: »Lüftungsklappen fehlen vom Untergeschoss bis zum zweiten Obergeschoss«, erzählt Ströer. Offenbar stellt die Gestaltung der Lüftungsanlage auch ein brandschutztechnisches Problem dar. Auf der Mängelliste steht laut Ströer zu lesen: »Die Ausbildung der Schachtlösung muss von einem Brandschutzverständigen beurteilt werden.«

Was heißt das? Lüftungsanlagen dürfen im Brandfall kein Feuer und keinen Rauch in andere Bereiche des Gebäudes durchlassen. Um das zu verhindern, können unter anderem besondere Schächte in die Lüftung eingebaut werden. Der Vermerk auf der Mängelliste der Bauaufsicht bedeutet, dass bezweifelt wird, ob die Schächte in dieser Lüftung im Notfall tatsächlich die Ausbreitung eines Brandes verhindern würden.

Stolperfallen beseitigen

Auf der Liste des Kreises stehen außerdem notwendige Nachbesserungen in den Treppenhäusern: An einer Stelle fehlt ein durchgängiger Handlauf, an einer anderen gibt es ein Podest, um den Höhenunterschied zwischen Neu- und Altbau auszugleichen. »Das müsste gesichert werden, damit später keine Sturzgefahr für die Bewohner besteht«, erläutert Werner Ströer.

Eine lose Kante im Bereich der Treppe gilt es zu befestigen. Des Weiteren moniert die Bauaufsicht den Zugang zur Dachterrasse, der für Unbefugte abgesperrt werden soll. »Da kommt eh keiner hin, aber der deutsche Amtsschimmel fordert das«, so Ströer.

Die Bauaufsicht des Kreises Herford äußert sich auf Nachfrage nicht eingehender, kündigt aber eine weitere Besichtigung zum Bauzustand an. »Wenn die Mängel dann behoben sind, kann es eine Betriebsgenehmigung geben«, so Kreissprecherin Petra Scholz.

Kommentar

Was hat dieses Projekt nicht schon alles aufgehalten. Zuerst waren es Geröllmassen im Untergrund, dann verlor der Partner DSG das Vertrauen in den Bauherrn, dann gab es Lieferprobleme bei Fertigbädern – die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Stets blieb »Wertinvestition« frohen Mutes und ganz langsam nahm der »Fährhof« tatsächlich Gestalt an. Das Richtfest wurde gefeiert. Immer wieder wurden Termine für die Eröffnung genannt und nicht eingehalten. Es kann den Bauherrn darum kaum wundern, wenn das jetzt genannte Datum – der 1. September – mit verhaltener Freude aufgenommen wird. Es ist schön, wenn komplizierte Geschichten ein gutes Ende nehmen. Aber ob diese Geschichte dann wirklich zu Ende ist? Man darf gespannt sein. Heike Pabst

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