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Das WESTFALEN-BLATT trauert um Andreas Klose

Mit Herzblut am Ball

Vlotho

„Klose hier, ich fahre heute doch zum Auswärtsspiel nach Bielefeld.“ So oder mit ähnlichen Worten meldete sich Andreas Klose regelmäßig am Sonntagmorgen in unserer Sportredaktion. Über vier Jahrzehnte begleitete er den heutigen SC Vlotho (früher SuS Vlotho-Winterberg) durch gute und schlechte Zeiten.

Von Alexander Grohmann, Florian Weyand und Jürgen Gebhard

Im Alter von 67 Jahren ist Andreas Klose gestorben. Mehr als vier Jahrzehnte lang hat er vor allem den Sportteil dieser Zeitung mit Leidenschaft und Präzision geprägt. Foto: privat

Auch über andere Sportler und Vereine berichtete der treue und immer zuverlässige Mitarbeiter dieser Zeitung mit der ihm eigenen Hingabe. Kurz nach Weihnachten unterzog er sich im Krankenhaus einem Routineeingriff, bei dem es zu dramatischen Komplikationen kam. Anfang Juni ist er im Alter von 67 Jahren verstorben. Die Trauerfeier im kleinsten Kreis fand am Donnerstag statt.

Kurz nachdem das WESTFALEN-BLATT im Jahr 1979 eine eigene Redaktion in Vlotho eröffnet hatte, stieß Andreas Klose als Sportmitarbeiter dazu. Am Sonntagnachmittag stand er auf dem Fußballplatz. Am frühen Abend fanden sich Andreas Klose und die anderen freien Mitarbeiter in der Redaktion ein, um mit der mechanischen Schreibmaschine die Lokalsportseite zuzuschreiben. Der Redakteur oder die Redakteurin erstellten derweil in der Dunkelkammer und die Schwarzweiß-Abzüge der Sportfotos. Pino aus der Pizzeria nebenan servierte ein kühles Pils. Kurz vor dem „Tatort“ kam der Kurier und brachte die fertigen Manuskripte und Fotos ins Druckhaus nach Bielefeld.

Andreas Klose hatte schon im Kindesalter den Weg zum Sport gefunden, zunächst als Geräteturner und als Leichtathlet beim TuS Vlotho. Im Alter von 13 Jahren schloss er sich dem SuS an. Die ersten Spiele absolvierte er in der C-Jugend am „Holmskrug“. Mit der ersten Mannschaft stieg er später in die Landesliga auf.

Seine Heimat lag Andreas Klose am Herzen

Andreas Klose schrieb nicht nur gerne über das sportliche Wirken seines Vereins. Er war darüber hinaus an den Entwicklungen in seiner Heimatstadt interessiert und griff gerne auch andere Geschichten auf. Sein letzter Bericht für diese Zeitung handelte von ausgedienten Trikotsätzen des SC Vlotho, die künftig von afrikanischen Fußballern in Kamerun getragen werden. Oftmals zog es ihn auch zu Kulturveranstaltungen, bei der man ihn mit der Kamera um den Hals und dem Block in der Hand antraf.

Die Heimat, sein Vlotho, das lag ihm am Herzen: Liebend gerne hielt sich der gesellige Vlothoer auf der Burg auf, hatte im dortigen spanischen Restaurant sogar seinen Stammplatz.

Der jung gebliebene ehemalige Mitarbeiter des Herforder Kreiswehrersatzamtes genoss es, in seinem Ruhestand unter die Leute zu gehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Geschätzter Kollege und ein guter Freund

Neben dem Fußball war das Reisen und hier besonders seine Lieblingsinsel Mallorca seine große Leidenschaft. Auch nach seinem Rückzug als aktiver Fußballer blieb er sportlich aktiv. Walking und lange Spaziergänge mit seiner Ehefrau hielten ihn im Ruhestand fit.

Unzählige Berichte verfasste er über seinen Verein. Schlechte Resultate konnte er durchaus schon einmal persönlich nehmen. Der heutige SC Vlotho: für Andreas Klose war es mehr als nur ein Fußballverein. Er konnte das Geschehen auf den Punkt bringen. Seine Texte stachen immer durch ihre Präzision hervor.

Andreas war immer mit Herzblut für unsere Zeitung und für seinen Verein am Ball. Für uns war er ein geschätzter Kollege und ein guter Freund. Wir vermissen ihn.

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