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Auf Vlothos größter Baustelle werden jetzt Faulturm und Maschinengebäude errichtet

Neues Klärwerk: Arbeiten voll im Plan

Vlotho (WB). Vor zwei Monaten haben die Betonarbeiten auf Vlothos größter Baustelle begonnen . Der neue Faulturm hat schon bald seine endgültige Höhe erreicht. Die Kellersohle des neuen Maschinengebäudes ist gerade gegossen worden.

Jürgen Gebhard

Ralph Schilling (links), technischer Projektverantwortlicher der Wirtschaftsbetriebe, mit Uwe Wittek, Polier des Bauunternehmens Leymann, auf dem neuen Faulturm. Foto: Jürgen Gebhard

»Die Arbeiten sind voll im Plan«, sagt Diplom-Ingenieur Ralph Schilling, der für die Vlothoer Wirtschaftsbetriebe als technischer Leiter für das 17 Millionen Euro teure Gesamtprojekt verantwortlich ist.

Die Betonarbeiten sind im Sommer gestartet. Die Firma Leymann betoniert gerade den neuen Faulturm. Ralph Schilling weist auf eine Besonderheit hin: »Die ringförmige Kletterschalung verbindet Gerüst und Schalung in einem System.« In nur fünf Betonierabschnitten und mit lediglich einer horizontalen Fuge je Abschnitt werden die Wände des Faulturms errichtet, erläutert er.  Parallel zu den Betonarbeiten für den Faulturm ist die Baugrube für das neue Maschinengebäude ausgehoben worden.

Ralph Schilling nennt den Zeitplan für das neue Klärwerk: »Die gesamten Maßnahmen sollen bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Die neue Belebungsanlage soll vorab Mitte 2021, die neue vierte Reinigungsstufe zur Entfernung von Spurenstoffen soll Mitte 2022 in Betrieb genommen werden.«

Das Maschinengebäude

Funktion: Im Maschinengebäude wird die für den Betrieb der Belebungsanlage erforderlichen Maschinen- und Elektrotechnik untergebracht. Es ist speziell an die Platzverhältnisse auf dem schmalen Gelände angepasst. Im Kellergeschoss wird das Zwischenpumpwerk zur Förderung des Rohabwassers aus dem Ablauf der Vorklärung in die Belebungsbecken installiert. Weiterhin werden im Keller das Überschussschlammpumpwerk sowie die Fällmitteldosieranlage eingebaut.

Im Erdgeschoss sind die Verdichterstation mit Drucklufterzeugern für die Belebungsbecken sowie die Kompressorstation für die Spülluft der Spurenstoffelimination untergebracht. Im Obergeschoss werden Schaltanlagen für die Belebungsanlage und die Spurenstoffelimination installiert.

Bautechnik: Die Gründung des Maschinengebäudes erfolgt auf insgesamt 18 »Vollverdrängungspfählen« mit einem Durchmesser von rund 0,40 Metern und einer Länge von rund 12 Metern.

Der Faulturm

Funktion: Als Ersatz für den etwa 40 Jahre alten, technisch abgängigen Faulturm mit einem Nutzvolumen von 2500 Kubikmetern wird der neue Behälter mit einem Nutzvolumen von 1000 Kubikmetern errichtet. Darin werden die Klärschlämme aus der Vorklärung und der Belebungsanlage »ausgefault«. Aus dem anfallenden Faulgas werden im Blockheizkraftwerk Strom und Wärme gewonnen.

Bautechnik: Der neue Behälter wird neben dem bestehenden, am Standort des inzwischen abgebrochenen alten Nacheindickers errichtet. Der Faulturm wird als zylindrische »Dose« mit flacher Sohle und flachem Dach aus Stahlbeton hergestellt. Der Innendurchmesser beträgt 10,50 Meter, die lichte Höhe 12,50 Meter. Er wird auf 23 »Vollverdrängungspfählen« mit einem Durchmesser von etwa 0,40 Metern gegründet. Die Pfähle sind etwa 13‚70 Meter lang. Weitere vier Pfähle sind für das Fundament des neuen Treppenturm vorgesehen. Nach Inbetriebnahme wird der alte Faulturm abgerissen.

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