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Hof Stuckmann hat sich auf Edelpilzzucht spezialisiert – Stand auf dem Abendmarkt

Pilz-Power aus der Region

Vlotho/Wüsten (WB). Aus Naturstoffen wie Stroh, Holzspänen und Wasser besteht das Substrat, auf dem der Edelpilz Kräuterseitling im Anzuchtbetrieb Stuckmann auf der lippischen Seite von Vlothos Stadtgrenze gedeiht. Unbesorgt über radioaktive Bodenbelastungen haben Gourmets die Gelegenheit, Pilz-Power aus dem Kulturspeisepilz Kräuterseitling zu genießen.

Gisela Schwarze

Bereit zur Ernte sind die Kräuterseitlinge, die Ingeborg Stuckmann in Händen hält. Seit drei Jahren widmen sich die Stuckmanns auf ihrem Hof als Bio-Pilzanbauer der Anzucht von Edelpilzen Foto: Gisela Schwarze

Ingeborg und Richard Stuckmann trennten sich vor drei Jahren endgültig von Sauen und Mastschweinen und widmeten sich auf dem eigenen Hof als Bio-Pilzanbauer komplett der Anzucht von Edelpilzen. »Zwei Jahre haben wir übergangsweise Schweinezucht- und Mastbetrieb parallel betrieben. Das war auf die Dauer unmöglich und wir entschieden uns für den Edelpilz Kräuterseitling und den wachsenden neuen Markt«, erzählt die Geschäftsführerin Ingeborg Stuckmann. Man nennt den Edelpilz auch Königsausternpilz (Pleurotus eryngii) Pro Woche können bis zu fünf Tonnen der Gourmet-Pilze auf 3000 Quadratmetern erzeugt werden.

Substrat wird in temperierten Hallen gelagert

Die Pilze wachsen in Beuteln auf Substrat in Regalen in unterschiedlich temperierten Hallen heran. Für die jeweiligen Wachstumsphasen sind die Temperaturen der Hallen den Jahreszeiten nachempfunden. Der Verzehr des kalorienarmen Pilzes erzeugt ein lange anhaltendes Sättigungsgefühl. Vegetarier und Veganer schätzen ihn als eiweißreichen Fleischersatz. »Wegen seines hohen Gehalts an Vitaminen, Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren ist der sehr gesunde Gourmetpilz eine Bereicherung für unsere Küche«, schwärmt Ingeborg Stuckmann, eine diplomierte Grafik-Designerin.

Auf dem Hof sind 15 Mitarbeiter beschäftigt, 55 Hektar Ackerland werden zusätzlich zur Pilzzucht bewirtschaftet. Etwa 500 Meter entfernt von Vlotho liegt Stuckmanns Hof in idyllischer Umgebung in der Grenzregion an der Pillenbrucher Straße. »Ein benachbarter Pilzzüchter begeisterte uns für die Pilzanzucht«, erzählt Ingeborg Stuckmann. Das Argument zog, dass die Kräuterseitlinge reich an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und frei von Schadstoffen und Pestiziden sind. Wir nahmen die Herausforderung an, damit der edle Pilz für ernährungsbewusste Feinschmecker Einzug in deutsche Küche hält«, dachte die Pilzzüchterin zurück. Sogar nach Japan reiste das Ehepaar Stuckmann, um sich für die Kräuterseitling-Anzucht Ratschläge und Ideen von Spezialisten zu holen. Werbe- und Informationsmaterial habe sie selbst entworfen, eigene Rezepte getestet und veröffentlicht, so die Diplom Grafik-Designerin.

Vitaminreiche Kräuterseitlinge

Die ursprüngliche Heimat des Edelpilzes sei der mediterrane Raum. In Deutschland werde der Kulturspeisepilz seit den 1980er Jahren angebaut. Inzwischen beliefere ihr Hof Großmärkte von Hamburg bis Frankfurt. Mittlerweile hat sich auch Tochter Franziska in den Familienbetrieb mit eingeklinkt, kehrte von Berlin auf den elterlichen Hof zurück. Inzwischen hat sie sich zur Pilzzüchterin weitergebildet. Umweltschonend und umweltbewusst arbeitet der Betrieb Stuckmann. Ein großer Teil des benötigten Stroms wird aus der hofeigenen Photovoltaikanlage gewonnen, für die Pilszucht benötigte Wärme liefert großenteils die Biogasanlage des Nachbarhofs. Das für die Pilzzucht eingesetzte Substrat ist ein Eigenprodukt. »Das gewährleistet, dass die Pilze frei von jeglichen radioaktiven Belastungen, Schadstoffen, Umweltgiften und Pestiziden sind« , betont Ingeborg Stuckmann und fügt hinzu: »Die abgeernteten Substrat- und Pilzreste werden als Biodünger auf die Felder gebracht.«

»Wir liefern ein Premium-Produkt, stellen uns dem Wettbewerb.« Deshalb legen Stuckmanns Wert auf regelmäßige Zertifizierungen: »Wir besitzen das Bioland-Siegel und das Lippequalität-Gütesiegel.« Erfreulich für die Weserstädter ist, dass Stuckmann Kräuterseitlinge aus dem Randgebiet Vlothos demnächst auch auf dem Abendmarkt auf dem Sommerfelder Platz zu erwerben sind.

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