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Proteste beider Lager in Hamm

Protest gegen Solidaritätsaktion für Ursula Haverbeck in Hamm

Hamm/Vlotho (epd). Ein antifaschistisches Jugendbündnis hat am Freitagabend in Hamm gegen eine Solidaritätsaktion der Rechtsaußen-Partei »Die Rechte« für die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck demonstriert.

Ursula Haverbeck. Foto: dpa

Beide Kundgebungen mit jeweils rund drei Dutzend Teilnehmern seien »friedlich und weitestgehend störungsfrei« verlaufen, teilte die Polizei anschließend mit. Die Holocaust-Leugnerin, die derzeit in Bielefeld inhaftiert ist, werde in der Neonazi-Szene als Heldin und Märtyrerin aufgebauscht, erklärte das Jugendbündnis. Der Neonazi-Propaganda müsse entschlossen widersprochen werden.

Die 89-jährige Haverbeck war im Mai in ihrem Wohnort im ostwestfälischen Vlotho festgenommen worden. Seitdem verbüßt sie in Bielefeld eine zweijährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung, die vom Landgericht Verden verhängt wurde. Eine weitere Freiheitsstrafe durch das Detmolder Landgericht über 14 Monate wurde inzwischen rechtskräftig, wie das Oberlandesgericht Hamm am 11. Juni mitgeteilt hatte. Die Holocaust-Leugnerin ist zudem in Hamburg und Berlin wegen Volksverhetzung zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig.

Haverbeck, die jüngst zur Spitzenkandidatin der Partei »Die Rechte« für die Europawahl 2019 erklärt wurde, hatte unter anderem bestritten, dass das Konzentrationslager Auschwitz ein Vernichtungslager war. In der Vergangenheit hatte sie zusammen mit ihrem inzwischen gestorbenen Mann Werner Georg Haverbeck das »Collegium Humanum« in Vlotho als Treffpunkt für Holocaust-Leugner und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet geleitet. Die in den 60er Jahren gegründete rechtsextreme Vereinigung wurde 2008 verboten.

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