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Unternehmerin Gülüstan Kolay bekommt in Indien Schwierigkeiten

Satellitentelefon bringt Vlothoerin zwei Tage in Haft

Vlotho/Kerala (WB). Gülüstan Kolay organisiert Trekking-Touren in den Himalaja. Die Vlothoerin kundschaftet diesen Sommer neue Routen für ihr Unternehmen in Nepal aus. Dafür braucht sie ein Satellitentelefon. Derzeit ist sie jedoch in Indien. Am Flughafen in Kerala wurde sie festgenommen.

Frank Lemke

Die Hülle hat sie noch: Das Satellitentelefon von Gülüstan Kolay wurde am Flughafen beschlagnahmt. Foto:

»Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, das Satellitentelefon in Delhi anzumelden«, sagt sie. Sie kam morgens müde mit dem Flugzeug aus Nepal. Benutzen wollte sie es in Indien sowieso nicht. In Nepal ist es in abgelegenen Regionen die einzige Möglichkeit, mit der Außenwelt Kontakt zu halten. In Indien ist das Benutzen und Mitführen verboten und kann eine lange Gefängnisstrafe nach sich ziehen. Am Flughafen in Kerala (Südindien) haben Sicherheitsbeamte das Gerät entdeckt.

»Plötzlich standen 30 Polizisten um mich herum«, sagt Gülüstan Kolay. Sie wurde abgeführt. Dieser Verstoß sollte geahndet werden. Doch die Beamten gingen mit der Unternehmerin höflich und nachsichtig um.

Deutsche Botschaft schaltete sich ein

Normalerweise kann sich ein solches Verfahren in Indien über Wochen und Monate hinziehen, mit Anwälten, Formularen, Verhören und Gerichtsverfahren. Die deutsche Botschaft schaltete sich in den Fall ein – konnte aber nichts bewirken. Geschäftspartner aus Nepal sagten für Gülüstan Kolay aus.

Die zuständige Richterin gab ihrem Fall Vorrang und nach zwei Tagen wurde der Verstoß verhandelt und beurteilt. Die Richterin überzeugte sich von ihrer Unschuld. Gülüstan Kolay kann sich wieder frei bewegen. »Alle haben mich stets freundlich und professionell behandelt«, sagt Gülüstan Kolay.

Kolay: »Sehr positive Erfahrung«

Sie bekam reichlich zu essen und Getränke serviert. Jeder Wunsch wurde ihr erfüllt, damit sie sich wohl fühlte. »Wir haben so viele Vorurteile gegen dieses Land. Ich habe hier eine ganz andere, sehr positive Erfahrung gemacht. Indien ist viel besser als sein Ruf.«

Wo sonst ernste und weniger freundliche Beamte zu erwarten gewesen wären, hätten sich lächelnde, hilfsbereite und durch ihre Größe Respekt einflößende Polizisten um sie gekümmert, berichtet die Vlothoer Unternehmerin. Selbst die Frauen in ihren Uniformen seien größer als 1,90 Meter gewesen.

Ihr Dank geht an die Sicherheitsbeamten des Flughafens Kochin in Kerala, den Beamten der Polizeistation in Nedumbassery sowie an die zuständige Richterin. Indien sei ein wunderschönes Land mit vielen Kontrasten. Gülüstan Kolay ermuntert jeden, es einmal zu besuchen – allerdings ohne Satellitentelefon.

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