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Die Geschichte Ihrer Zeitung

Die VLOTHOER ZEITUNG - seit 140 Jahren immer aktuell und gut informiert

Vlotho

Was wichtig war, erfuhr man einst von den Nachbarn, am Sonntag beim Kirchgang oder abends in der Gaststätte. Das änderte sich erst im Laufe der Jahrhunderte: 1650 erschien in Leipzig mit den „Einkommenden Zeitungen“ zum ersten Mal eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche. Es sollte noch lange dauern, bis es auch in Vlotho eine Zeitung gab.

Von Jürgen Gebhard

Vlotho, März 2022: Der Brunnen auf dem Kirchplatz vor St. Stephan. Foto: Hannah Gebhard

Nach der „Geschichte der Stadt Vlotho“ von Dr. Grossmann aus dem Jahr 1971 erschien die erste Zeitung mit dem Namen Vlotho im Titel im Jahr 1848 als Vlothoer Volksblatt. Wie hoch die Auflage war und wer damals in dieser ländlichen Region überhaupt lesen und schreiben konnte, kann heutzutage höchstens noch spekuliert werden.

Ab dem Jahr 1875 gab der Herforder Verlag E. Heidemann dreimal wöchentlich den Vlothoer Anzeiger heraus. Überraschend aus heutiger Sicht: Die Brüder Heidemann druckten auch das 1846 gegründete HERFORDER KREISBLATT.

Ein Fluss und viele Hügel, klares Wasser, zartes Grün und frische Luft: Die Natur in Vlotho ist wunderschön. Damit das so bleibt, hat sich die Stadt Vlotho den Umwelt- und den Klimaschutz auf ihre Fahnen geschrieben. Foto: Hannah Gebhard

Im Jahr 1882 tauchte zum ersten Mal der Titel VLOTHOER ZEITUNG auf. Gedruckt und verlegt wurde diese Zeitung bei der Herforder Actiendruckerei in der Herforder Brüderstraße – die Brüderstraße ist heute noch die Adresse des HERFORDER KREISBLATTES.

1887 machten die Vlothoer Buchdrucker Thorein und Sitte den Versuch, den „Vlothoer Anzeiger für den Amtsbezirk Vlotho und Umgebung“ herauszubringen. 1890 erschien bei ihnen auch das „Anzeige-Blatt für den Amtsbezirk Vlotho“. Nach der Trennung der Geschäftspartner gab Robert Thorein das Blatt als „Vlothoer Anzeiger“ heraus. 1928 wurde diese Zeitung vom Verlag Scherer übernommen und als Ausgabe des Bad Oeynhausener „Anzeigers und Tageblattes“ gedruckt.

Im Jahr 1906 gründete Heinrich Meyer eine weitere Zeitung, die sich lange als zweimal wöchentlich erscheinendes „Vlothoer Wochenblatt“ recht erfolgreich behaupten konnte. Das Blatt wechselte Eigentümer, Namen und Erscheinungsweise, bis es Ende Juni 2012 als Tageszeitung unter dem Titel „Vlothoer Anzeiger“ ganz aufgegeben wurde.

Das Jahr 1979 war von großer Bedeutung

Eine andere Zeitung beweist Beständigkeit: Zu Beginn des Jahres 1979 mietete das HERFORDER KREISBLATT gegenüber der Kirche St. Stephan Vlotho Räumlichkeiten an. In dem zuvor von einer Bank genutzten früheren Festsaal vom Hotel Stadt Vlotho zogen Redaktion und Geschäftsstelle ein. Am 1. März erschien unter dem Titel VLOTHOER TAGEBLATT die einzige Zeitung, die tagesaktuell über das lokale Geschehen und über den Sport in dieser Stadt berichtete.

Die Dunkelkammer fürs Fotolabor wurde hinter der dicken Panzertür des Tresors eingerichtet. Handy, Faxgerät, Computer, Internet und Digitalkamera gab es noch nicht. Geschrieben wurde auf mechanischen Schreibmaschinen. Das Seitenlayout wurde grob auf große Papierbögen gemalt. Gegen 17.30 Uhr holte ein Kurier Manuskripte und Fotos ab. Wenn abends noch etwas Wichtiges in der Stadt passierte, stand das am übernächsten Tag im Blatt.

„Die Stadt Vlotho hat seit heute einen neuen Leiter des Bauamtes“ – das war am 1. März 1979 der Aufmacher der ersten Lokalseite. Berichtet wurde außerdem über den „automatischen Bandschreibe- und Anrufpegel“ der Weser: Die Kollegen von damals kamen bei ihrer nachwinterlichen Recherche in der Wasser- und Schifffahrtsdirektion zu einem beruhigenden Ergebnis: „Trotz Schmelzwasser keine Überschwemmungsgefahr“.

Ausflugsziel: das Gelände der Burg Vlotho auf dem Amtshausberg. Foto: Hannah Gebhard

Die zweite Lokalseite kündigte den Auftritt der Gruppe „Experimentales Musiktheater“ an. Andere Schlagzeilen in jenem Jahr waren „Banküberfall in Hollwiesen: 20000 Mark erbeutet“, „Mit über 50 Betontransportern: 330 Kubikmeter Beton in erstem Abschnitt der neuen Weserbrücke“, oder: „Jetzt steht es auch amtlich bestätigt fest: 4. Juli, 11 Uhr L778 frei.“

Auf der Politikseite eins polterte CSU-Vorsitzender Franz Josef Strauß vom politischen Aschermittwoch in Passau. Gleich daneben wurde Detmolds neuer Regierungspräsident Walter Stich auf einem großen Foto von einem Bielefelder Leineweber begrüßt.

Interessant ist ein Blick ins Impressum vom 1. März 1979: HERFORDER KREISBLATT, VLOTHOER TAGEBLATT und VLOTHOER ANZEIGER stehen dort. Die Redaktionsleitung in Herford hatte Jürgen Prill, für Vlotho zuständig waren Michael Glajch und Cord-Heinrich Möhle. Einige Zeit später übernahm Angelika Krückemeier die Redaktionsleitung.  Nach fast 31 Jahren an dieser Stelle ging sie im Dezember 2009 in den Ruhestand. Kurz zuvor übernahm Jürgen Gebhard ihre Aufgabe.

Auf den Lokalseiten berichtete das damalige VLOTHOER TAGEBLATT als einzige Tageszeitung vor Ort über das aktuelle Geschehen in der Stadt. Später wurde die Lokalberichterstattung auf die lippische Nachbargemeinde Kalletal erweitert.

Obwohl es vor der Eröffnung der Lokalredaktion bis Ende Februar 1979 keine eigene Ausgabe für Vlotho gegeben hatte, mussten die Leser keinesfalls auf die täglichen Berichte und Meldungen aus ihrem Ort verzichten: Das HERFORDER KREISBLATT, das damals im Zeitungskopf zusätzlich auch den Titel VLOTHOER TAGEBLATT führte, hatte zahlreiche Abonnenten in Vlotho. Der Name VLOTHOER TAGEBLATT ist Geschichte. Seit dem 1. Oktober 2003 trägt unsere Zeitung den seit 135 Jahren bekannten Titel.

Die Corona-Pandemie brachte Veränderungen: In der Folge des Lockdowns erschienen für einige Zeit im Kreis Herford alle Lokalausgaben aus dem Hause WESTFALEN-BLATT in einer Ausgabe. Seit dem 19. Mai 2020 ist die VLOTHOER ZEITUNG mit der Zeitung für Bad Oeynhausen und Löhne in einer Ausgabe vereint.

Vor 140 Jahren war Zeitungspapier noch das einzige Medium, auf dem Nachrichten verbreitet werden konnten. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert: Aktuelles stellt die Redaktion sofort ins Internet, wo es auf www.westfalen-blatt.de oder auch auf Facebook rund um die Uhr und überall gelesen werden kann. Und wer die Zeitung bequem am Computer, am Laptop, am Tablet oder am Smartphone lesen will, abonniert gerne unsere e-Zeitung, mit der er gleichzeitig Zugriff auf alle anderen Lokalausgaben des WESTFALEN-BLATTES und auf ein umfangreiches Archiv vergangener Ausgaben hat.

Grußwort von Vlothos Bürgermeister Rocco Wilken

Die Vlothoer Innenstadt ist einen Besuch wert, hier die obere Lange Straße mit dem historischen Markt-Café. Foto: Hannah Gebhard

Vlothoer Innenstadt lädt zum Verweilen ein

Die Vlothoer Innenstadt hat schon viel erlebt und durchlebt einen stetigen Wandel.

Vor 1650 war die Lange Straße die einzige Straße in Vlotho. Hausnummern gab es damals noch nicht. Daher wurde die Lange Straße in Abschnitte unterteilt, um sich besser zu orientieren. Von großer Bedeutung war damals der Ratskeller unter dem Rathaus gegenüber des heutigen Rathauses. Hier trafen sich die Einwohner zum Klönen und Feiern.

Der heutige Dr.-Georg-Schulte-Platz am Anfang der unteren Langen Straße war Marktplatz, heute findet der Wochenmarkt jeden Samstag auf dem Vorplatz der Kirche St. Stephan statt.

Bis 1936 war die Lange Straße mit Kopfsteinpflaster gedeckt. Dieses wurde dann durch eine Asphaltschicht ersetzt. Doch auch diese gibt es heute nicht mehr. Der Autoverkehr ist zwar noch zugelassen, doch eine Hauptverkehrsstraße ist sie nicht mehr.

Die Bedeutung als Handelsplatz hat die Innenstadt mit den Jahren verloren, Geschäfte siedelten sich weiter außerhalb an. So gab es bis vor etwa 20 Jahren noch jede Menge Fachgeschäfte in der Stadt. Wer erinnert sich nicht noch an Allfrisch, Ihr Platz, Kafu-Markt und Schlecker? Im Allfrisch-Gebäude befindet sich nun Wein-Schmidt, beim ehemaligen „Ihr Platz“ ist in der oberen Langen Straße das Sanitätshaus Schröer zu finden. Und im alten Schlecker-Markt-Gebäude am Parkplatz Herrenwiese befindet sich nun eine Tierarztpraxis.

Die durch den Wandel entstandenen Leerstände konnten oft durch neue Geschäfte ersetzt werden. Das Bild der Langen Straße und der Innenstadt prägen nun mehr lokale Anbieter.

Die Ketten, Lebensmittelgeschäfte und Drogerien haben sich inzwischen am Minske-Markt an der Herforder Straße angesiedelt. Die Innenstadt wandelt sich mehr und mehr zum Aufenthaltsbereich. Hiervon zeugt auch die Fassadenkunst, die immer mehr Gebäude verziert. Kleine Cafés und Restaurants laden nach einem Spaziergang zu den Gemälden zum Verweilen ein. Auch Veranstaltungen wie das Weinfest, der Abendmarkt, der Bürgerbrunch oder das Late-Night-Shopping locken in die Innenstadt. Nicht nur Einheimische wissen: Dort kann man sich prima mit Freunden treffen, um einen entspannten Tag oder Abend zu genießen.

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