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A-Cappella-Formation „Spread Voice“ fasziniert die Besucher in der St.-Stephans-Kirche Vlotho

Sinnfreie Silben und heitere Dialoge

Vlotho (WB). Alles ist mit diesen Stimmen möglich – das hat das Publikum beim Konzert „Light my fö!“ der A-Cappella-Formation „Spread Voice“ erlebt. In der voll besetzten Kirche St. Stephan vermittelten die vier Sänger und der Pianist am Samstagabend Hörgenuss pur.

Gisela Schwarze

Überzeugend (von links): Eckhart Wiemann, Gunnar Deutschmann, Georg Thauern, Mylène Kroon und Claudia Lücking-Deutschmann. Foto: Jürgen Finkhäuser

Die vier klassisch ausgebildeten Sängerinnen und Sänger Claudia Lücking-Deutschmann (Sopran), Mylène Kroon (Mezzosopran), Georg Thauern (Tenorbariton) und Gunnar Deutschmann (Bass) sowie der Konzertpianist Eckhart Wiemann brachten ihr Programm ohne elektronische Verstärkung zu Gehör. Die Freude und Leidenschaftlichkeit bei den musikalischen Darbietungen war jedem einzelnen der Mitwirkenden anzumerken.

Der Arrangeur Gunnar Deutschmann hat mit seinen kompositorischen Talenten bei „Light my fö!“ einen eigenen Stil geprägt, der die Zuhörer immer wieder zu Zwischenapplaus animierte. Der melodische Gesang sinnfreier Silben erklang als Ohrenschmaus zauberte zustimmendes Schmunzeln in die Gesichter des Publikums.

Mit Hintergrundinformationen zu den Gesangspräsentationen führte Gunnar Deutschmann durchs Programm. Erheiternde Dialoge der Akteure bereicherten zusätzlich das vielfältige Konzert, das sein Publikum durch fantasievolle und witzige Kombinationen von Kompositionen aus unterschiedlichen Zeitepochen und Stilrichtungen in seinen Bann zog.

So trafen bei der „Carmina Burana“ Herbie Hancock und Carl Orff aufeinander. Der Vortrag „Erster Verlust – BWV 867“ intonierte Worte von Johann Wolfgang von Goethe zu Musik von Johann Sebastian Bach. Der virtuose Pianist Eckhard Wiemann erwies sich immer wieder als perfekter Partner durch ständig aufmerksame Klavierbegleitung, Stilsicherheit und seine mehrfachen mitreißenden Interpretationen.

Bill Haley und Giacomo Puccini

Das Programm des Gesangquartetts und des Pianisten faszinierte bereits beim Konzertauftakt mit „A cappella Alligators“. Hier brachten die Musiker den legendären Rock Bill Haleys mit Klassikern wie Giacomo Puccini, Sergei Rachmaninow, Franz Lehar und Elton John in Einklang. Zeitweise gleichzeitig erklangen die Kompositionen in unterschiedlichen Tonlagen. Mit begeistertem Applaus würdigte das Publikum dieses einzigartige Arrangement.

Ebenso viel lautstarken Beifall brachte den Vortragenden die individuelle Bearbeitung des „Logical Songs“ von Supertramp oder das musikalische Eintauchen in das Babylon Berlins ein. Das von Gunnar Deutschmann komponierte Lied „Birdland“ berichtete von der Entstehungsgeschichte des Ensembles. „Wir wollten unsere Stimmen ohne jede elektronische Verstärkung erklingen lassen“, sagte der Komponist. Von dieser musikalischen Idee erfuhren die Zuhörer bis hin zur Konzertreise nach New York im Jahr 2018 in die erste deutsche Gemeinde in Brooklyn.

Als ganz konkreten Rat fürs Zusammenleben brachte „Spread Voice“ die Erfahrung „Man muss zu leben wissen mit Kompromissen“ zu Gehör. Die Musiker fesselten ihre gebannt lauschenden Zuhörer mit Lebenserfahrung. Sie brachten eindringlich den wandlungsfähigen Sopran der Sängerin Claudia Deutschmann, die facettenreiche warme Stimme Mylène Kroons, den wohlklingenden Tenorbariton Georg Thauerns und Gunnar Deutschmann mit seinem fundamentalen Bass zur Geltung. Eckhard Wiemann untermalte alles am Piano.

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