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Jorge Martins aus Vlotho und sein Team restaurieren alten Volkswagen T1 Samba

So lebt ein Klassiker wieder auf

Vlotho/Bad Oeynhausen (WB). Die Spezialisten »Jorge Martins Classic Cars« (JMCC) lieben das Restaurieren von Oldtimern. Neben modernen Autos zur Reparatur stehen in der Werkstatt auf der Lohe Klassiker von Porsche, Mercedes und Volkswagen. Einer davon ist ein alter Bulli T1 Samba, Baujahr 1964.

Frank Lemke

In einem Jahr soll der Bulli fertig sein (von links): Jorge Martins, Nihat Üyüdücü, Yildiray Sahim und Giovanni Gitto testen das Gefühl, mit dem Bulli aus den 60er Jahren unterwegs zu sein. Foto: Frank Lemke

Das Grundgerüst des Fahrzeugs steht wieder. Die Restaurateure haben die gesamte Karosserie auseinander genommen und jedes Bauteil sandgestrahlt. »Dieses Modell ist einzigartig. Die geteilte Scheibe vorne, das große Faltdach und die acht seitlichen Fensterscheiben im Dach, das hat nur der Samba«, sagt Jorge Martins aus Vlotho.

Durchgerostete Teile hat sein Mitarbeiter Nihat Üyüdücü von Hand wieder neu aufgebaut. Als nächstes will das Team von Jorge Martins die Heckbleche und Heckklappe einbauen sowie die Lackierung auftragen. Bis Ende 2019 soll das Fahrzeug komplett fertig sein.

Der Volkswagen T1 ist unter Liebhabern eine Legende. Der Kleintransporter war das erste Modell der VW-Bus-Reihe. Volkswagen entwickelte ihn 1949 und brachte das Modell 1950 zur Marktreife.

Der Samba ist ein Sondermodell

Die großen Städte lagen teilweise noch in Trümmern. Straßen und Bahnlinien waren immer noch beschädigt. Doch das Wirtschaftswachstum und die sinkende Arbeitslosigkeit verbesserten die Lage in Deutschland. Der Käfer sowie der T1 galten als ein Symbol des Wirtschaftswunders.

Bis 1967 liefen etwa 1,8 Millionen T1-Bullis in verschiedenen Ausführungen vom Band, als Kastenwagen, Kombi und Kleinbus. Der »Samba« ist ein Sondermodell, welches als Campingbus entworfen wurde. Im englischen Sprachraum wurde er als »Microbus Deluxe« bekannt.

Ende der 1950er Jahre begann in Deutschland der Massentourismus. Der Samba ermöglichte komfortable Reisen durch ganz Europa. Zur Ausstattung gehörten ein Röhrenradio, ein Faltschiebedach sowie eine hintere Stoßstange. Als Campingbus konnte er zum Übernachten genutzt werden.

Hippies machten bemalte Bullis zum Symbol ihrer Bewegung

Etliche Mitglieder der Hippiebewegung in den 60er und 70er Jahren liebten es, ihre Sambas bunt zu bemalen. Der Transporter wurde somit zu einem Symbol der Bewegung, sowohl in Deutschland als auch in Amerika.

Der Samba in der Werkstatt von Jorge Martins kommt aus Amerika. Der Kleinbus stand 30 Jahre in einer Garage in Kalifornien. Sein neuer Besitzer hat ihn komplett zerlegt nach Deutschland überführt. Die Einzelteile sind original erhalten.

»Da ist sehr schwer dran zu kommen«, sagt Bernd Büschenfeld. Der Vorsitzende der Oldtimer-Freunde Extertal besucht die Werkstatt regelmäßig und begleitet Projekte wie den T1 Samba. Der Kleinbus ist eines seiner Lieblings-Oldtimer. »Alleine schon aus Leidenschaft. Jedes Auto hat seine eigene Geschichte«, sagt der Vorsitzende.

Im Kundenauftrag vermitteln die Oldtimerfreunde Fahrzeuge. Nahezu jedes Modell können sie beschaffen und restaurieren lassen.

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