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Zum 1. Januar 2022 soll die Entsorgung der Umverpackungen über die gelben Säcke abgelöst werden

Stadt will gelbe Tonne einführen

Vlotho (WB).

Die Ära der gelben Säcke in der Weser-Stadt geht zu Ende. Der Umweltausschuss der Stadt Vlotho hat sich jetzt einstimmig für die Einführung der gelben Tonne ab 1. Januar 2022 ausgesprochen. Die neue Tonne werde für die Bürger kostenfrei sein.

Joachim Burek

Grünes Licht vom Umweltausschuss: Zum Stichtag 1. Januar 2022 soll in Vlotho die gelbe Tonne zur Entsorgung der Umverpackungen eingeführt werden. Foto: Joachim Burek

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In dem Beschlussvorschlag, den der Rat noch abschließend verabschieden muss, heißt es: „Ab 1. Januar 2022 werden für die Entsorgung der Umverpackungen Abfallentsorgungsbehälter anstelle der gelben Säcke zur Verfügung gestellt. Die Abfuhr soll vierwöchentlich erfolgen. Es soll auch die Möglichkeit bestehen, mehrere Behälter zu bestellen.“

In der Begründung der Verwaltung für das Vorhaben, die gelbe Tonne in Vlotho einzuführen, heißt es weiterhin: Dies sei auch Voraussetzung für die mögliche spätere Einführung einer Wertstofftonne. Denn die Einführung der Wertstofftonne sei theoretisch nur dann möglich, wenn vor Ablauf eines Fünf-Jahres-Zeitraums die Umverpackungen bereits in einer Tonne gesammelt würden. Ansonsten würde eine Umstellung erst nach Ablauf dieses Zeitraums zu erhöhten Kosten denkbar sein.

Darüber hinaus sieht der Beschluss des Umweltausschusses einen zweiten Punkt vor. Darin wird die Verwaltung mit Verhandlungen mit dem Dualen System beauftragt, um eine Vereinbarung über die Höhe des Kostenanteils für die Entsorgung der Papierabfälle zu marktüblichen Bedingungen abzuschließen. Ziel dieser Neuverhandlung sei, möglichst höhere Erlöse für die Papierabfälle zu erzielen, ohne das dabei höhere Kosten entstünden, heißt es in einer entsprechenden Stellungnahme der Kämmerei dazu.

Sprecher von CDU- und SPD-Faktion sowie der Grünen Liste befürworteten in der Aussprache vor der Abstimmung die Einführung der gelben Tonne in Vlotho. „Das ist für die Entsorgung der Umverpackungen einfach die sauberste Lösung“, stellte Heinrich Halewat für die CDU-Fraktion fest. August-Wilhelm König von der Grünen Liste Vlotho hielt Zweifeln an dem ausreichenden Fassungsvermögen der gelben Tonne außerdem entgegen: „Gerade die Tatsache, dass dann nicht mehr zahllose gelbe Säcke gefüllt werden können, sollte ja auch uns allen Ansporn sein, den Verbrauch an umweltbelastendem Verpackungsmaterial zu reduzieren“.

Kritische Töne zu dem Vorhaben der Stadt gab es von Sprechern der FDP und der Linken. Beide gaben unter anderem zu bedenken, dass es gerade in Mehrfamilienhäusern Probleme geben könnte, eine zusätzlichen Tonne unterzustellen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt hatte der Ausschuss sich bei einer Gegenstimme der Linken dafür ausgesprochen, dass die Stadt Vlotho dem Netzwerk Nachhaltigkeit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW) beitritt.

Die Landesarbeitsgemeinschaft ist ein unabhängiges Netzwerk von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Verbänden, Vereinen und Akteuren in Nordrhein-Westfalen, das durch Bildung, Beratung, Projekte und Kampagnen lokale Nachhaltigkeitsprozesse strategisch unterstützt und praxisorientiert umsetzt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 250 Euro, die aus dem Budget des Fachdienstes Stadtentwicklung entnommen werden sollen.

Für die Linken hatte Sabine Obodda Bedenken gegen einen Beitritt geäußert, weil das Netzwerk mit der Bertelsmann-Stiftung kooperiere, deren ohnehin schon großen politischen Einfluss man nicht unterstützen solle, so ihre Kritik. Die Meinung der Befürworter eines Beitritts brachte schließlich Heinrich Halewat (CDU) auf den Punkt: „Mit der Mitgliedschaft in dem Netzwerk, das eine Landeseinrichtung ist, bekommen wir ein großes Forum, das uns viele Projekt-Ideen für den Umweltbereich zur Umsetzung anbietet. Daher halten wir eine solche Vernetzung für wichtig.“

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