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Stadt Vlotho würde für neue Kita Gelände an der Südspange zur Verfügung stellen

Standort-Frage ist noch offen

Vlotho (WB)

Der Stadtentwicklungsausschuss hat grünes Licht für den möglichen Standort eines neuen Kindergartens gegeben. Ob der Kindergarten tatsächlich zwischen Südspange und Galgenkamp gebaut wird, ist damit nicht entschieden. Der Kreis als zuständige Behörde hält sich in dieser Frage derzeit bedeckt

Jürgen Gebhard

Auf dem Winterberg gibt es bereits drei Kindergärten. Ein vierter könnte demnächst hier gebaut werden. Foto: Jürgen Gebhard

Stadtentwickler Michael Fißmer hatte in den Beratungen dieses Fachausschusses und in der vorausgegangen Einwohnerfragestunde festgestellt, dass der Standort durch den Kreis Herford entschieden werde, nicht durch die politischen Gremien in Vlotho. In der Einwohnerfragestunde hatte sich eine junge Mutter aus Uffeln zu Wort gemeldet. Aus eigener Erfahrung bestätigte sie den grundsätzlichen Mangel an Betreuungsplätzen in der Weserstadt. In unmittelbarer Nähe zu dem möglichen neuen Standort auf dem Winterberg gebe es mit dem Vlohzirkus und den beiden Einrichtungen des DRK-Familienzentrums bereits drei Kitas. Die neuen Plätze sollten besser beispielsweise in Uffeln geschaffen werden. Dort sei der Mangel besonders groß. Ihr eigenes Kind habe letztlich einen Platz in einem anderem Stadtteil bekommen.

Federführend im Verfahren sei das Jugendamt des Kreises Herford, entgegnete der Stadtentwickler. Der Kreis habe die Aufgabe, für die Bereitstellung der Kita-Plätze zu sorgen. Fißmer: „Vlotho ist nur am Verfahren beteiligt. Welcher Standort gewählt wird, entscheiden nicht wir.“ Ideal, aber wegen der topografischen Lage und der dort fehlenden Baufläche nicht machbar, sei ein Standort im Tal. Die Stadt habe „zwei oder drei“ andere mögliche Standorte benannt. Der Kreis habe sich für den Winterberg entschieden.

Aus „standplanerischer Sicht“ stimmte der Fachausschuss zu. Falls es erforderlich wird, solle die Stadt das Gelände am Winterberg zur Verfügung stellen. Mehrere Ausschussmitglieder meldeten sich zu Wort und schlossen sich der Argumentation der Uffelner Mutter an. Die Fachabteilung im Rathaus soll nun erneut Kontakt mit dem Kreis aufnehmen und einen Vertreter des Jugendamtes einladen, im nächsten Ausschuss für Schule, Jugend und Sport über die Standortauswahl berichten.

„Ein großer Bedarf für zusätzliche Plätze ist da“, das bestätigt auch Sabrina Müller aus dem zuständigen Fachbereich im Vlothoer Rathaus. Das Anmeldeverfahren für das neue Kita-Jahr sei weitgehend abgeschlossen, aktuell würden die Rückmeldungen der Eltern ausgewertet.

Das sagt der Kreis

Gegenüber der VLOTHOER ZEITUNG verweist der Kreis darauf, dass das Jugendamt am 11. März in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nähere Detailfragen zum möglichen Standort beantworten werde. Pressesprecherin Petra Scholz: „Weil die Angelegenheit noch nicht abschließend beraten ist, gibt der Kreis bis dahin auch keine näheren Auskünfte.“ Im übrigen müsse man grundsätzlich bei einem Kita-Bau diverse Vorgaben des Landesjugendamtes sowie unter anderem verschiedene baurechtliche Fragen berücksichtigen.

Außerdem sei darauf zu achten, dass „neue Betreuungsplätze nach Möglichkeit in den Versorgungsgebieten entstehen, in denen der tatsächliche oder zukünftige Bedarf besteht oder an einem Standort, bei dem eine gute Erreichbarkeit gewährleistet ist.“

Kommentar von Jürgen Gebhard

Es spricht absolut gar nichts dafür, auch noch die dringend notwendige Kita ausgerechnet auf dem Winterberg zu bauen. Der Bedarf für die Nahversorgung ist mit den vorhandenen drei Einrichtungen mehr als gedeckt. Ganz anders sieht es auf der anderen Seite der Weser in Uffeln aus. Dort gibt es für 3600 Einwohner eine einzige Kita. Dass das nicht funktioniert, hat eine Mutter im Fachausschuss eindringlich geschildert. In Uffeln ein geeignetes Grundstück zu finden, ist nicht einfach, muss aber nicht aussichtslos sein. Die politischen Gremien in Vlotho und die Stadtverwaltung sollten alles daransetzen, für einen sinnvollen Standort zu kämpfen.

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