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Modellprojekt: Jeder Vlothoer Schüler und Lehrer erhält ein Tablet

Start ins digitale Klassenzimmer

Vlotho (WB). Das bundesweit aktuell einmalige „Vlothoer Chancenmodell“ ist gestern offiziell gestartet worden. Im Zuge dieses Projekts werden seit Schuljahresbeginn alle Schüler und Lehrer aller Vlothoer Schulen mit Tablets für den digitalen Unterricht ausgestattet. In einem ersten Schritt halten seit Mittwoch bereits alle Grundschüler der Stadt und ihre Lehrer ein solches Endgerät in ihren Händen.

Joachim Burek

Die Schüler der Klasse 4a der Vlothoer Grundschule führen bei der Präsentation des „Vlothoer Chancenmodells“ vor, wie die Arbeit mit den digitalen Endgeräten im Unterricht funktioniert. Eifrig bearbeiten sie den Arbeitsbogen zum Kennenlernen ihrer Tablets. Foto: Joachim Burek

Bundesweit Vorreiter

„Damit sind wir bundesweit Vorreiter. Diese Modell wird auch anderen Kommunen im Land Orientierung sein“, erklärte Bürgermeister Rocco Wilken stolz. In einer Feierstunde in der Sporthalle der Vlothoer Grundschule hatte er Vertreter aus Politik, Verwaltung, aller Schulleitungen der Stadt sowie Vertreter aus Schüler- und Elternschaft der Grundschule zum offiziellen Startschuss des Modellprojekts eingeladen.

Die Anschaffung der gut 1900 Endgeräte über das kommunale Rechenzentrum (KRZ) sei dem raschen Handeln von Verwaltung und Vlothoer Politik im Frühjahr zu verdanken. Damals habe der Beginn des Corona-Lockdowns mit den Schulschließungen gezeigt, dass nahezu 60 Prozent der Schüler die technischen Möglichkeiten fehlten, um mit ihren Lehrern im digitalen Unterricht Kontakt zu halten, so Wilken.

Chancengleichheit bieten

„Für uns war da sofort klar, dass wir für Chancengleichheit und damit für Teilhabe an Bildung sorgen müssen. Das kurz zuvor beschlossene Medienbildungskonzept war die Voraussetzung für den im Mai gefassten Beschluss, alle Schüler der Stadt mit iPads auszustatten“, dankte der Bürgermeister Rat und Verwaltung für die Entschlusskraft und die logistische Leistung bei der Geräteverteilung seit Schuljahresbeginn.

„Für unsere Schule ist das ein Meilenstein für die Veränderung des Unterrichts“, freute sich Karin Deppe, Schulleiterin der Grundschule Vlotho. Corona habe die Schule gerade für die Kommunikation mit Schülern und Eltern beim „Homeschooling“ kalt erwischt. Mit der nun erfolgten Ausstattung können die Lehrer künftig die Schüler beim selbstständigen Lernen digital begleiten. „Wenn wir in der kommenden Woche auch noch die Kommunikationsplattform ‚I-Serve‘ bekommen, haben wir eine ganz andere Qualität des Unterrichts und für das Arbeiten der Schüler zuhause.“, erklärte die Schulleiterin.

„Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig die Ausstattung mit Endgeräten für die Kommunikation mit der Schule ist“, lobten auch die Elternvertreter Sabrina Miera und Judith Sellmann.

Digitale Kommunikation

Guido Höltke, IT-Experte und Leiter des Weser-Gymnasiums, hob die gute Zusammenarbeit der Vlothoer Schulen hervor, die nach einer Konferenz eine Arbeitsgruppe ihrer Medienbeauftragten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch gegründet hatten. „Denn“, so Höltke, „die Arbeit mit der digitalen Kommunikation in den Schulen beginnt erst jetzt“.

Info zu Finanzierung und Förderung

Im Mai 2020 erfolgte mit Beginn der Corona-Pandemie der Beschluss von Verwaltung und Politik, 1800 Endgeräte (1640 für Schüler und 160 für die Lehrkräfte der Stadt) anzuschaffen. Damit müssen 1,2 Millionen Euro im Haushalt 2020 der Stadt nachfinanziert werden. Etwa 96.000 Euro sind bereits nach einem Förderantrag an das Land für digitale Ausstattung der Schulen in Aussicht gestellt worden. Weitere 90.000 Euro werden aus dem NRW-Fördertopf zur Sofortausstattung der Lehrer mit Endgeräten beantragt. Die Gesamtfinanzierung erfolgt schließlich aus dem Etat 2020, dem Etat 2021 und Restmitteln aus 2019.

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