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»Inner Regio«-Festival in der Kulturfabrik lässt dem Metal seinen Lauf

Urschrei

Vlotho (WB). Die Vibrationen dieses Konzertabends waren am Samstag bis auf den Vorplatz der Kulturfabrik zu spüren: Die jüngste Auflage des »Inner Regio«-Festivals hat vier außerordentlich engagierten und kreativen Bands aus der Region eine Bühne gegeben.

Heike Pabst

Die Band »Symbrid« aus dem Kreis Herford hat schon etliche Male in Vlotho live gespielt. Viele Familienangehörige und Freunde der Alternative-Metaller sind beim »Inner Regio« dabei. So kommt das Bandfestival in der Kulturfabrik schnell in Fahrt. Foto: Heike Pabst

Es ist ein kleines, feines Treffen von Mitgliedern der regionalen Metal- und Alternative-Familie, das Kulturfabrik-Praktikantin Ronja Eckert da organisiert hat. Nach der Anspannung im Vorfeld kann sie erleichtert aufatmen: »Ich bin so zufrieden«, sagt sie. Der Abend ist ein Erfolg, alle amüsieren sich offensichtlich bestens. Auf dem Programm stehen die Bands »Symbrid« aus dem Kreis Herford, »Burn these lies« aus Löhne, »Late Generation« aus Paderborn und »Abyss of insanity« aus Osnabrück.

»Backstage steht Kuchen!«, verkündet der Vlothoer »Symbrid«-Frontmann Phil erfreut – in der Kulturfabrik werden Künstler eben stets liebevoll umsorgt. Überhaupt liegt gute Laune in der Luft. Die Bands rufen sich gegenseitig Komplimente zu (»Ihr seid schön!«) und begrüßen ihre eintrudelnden Fans fast alle einzeln und persönlich: »Du hast uns schon gefehlt!« Etwas mehr als 50 Gäste sind schließlich da, es kann losgehen.

Wiederholungstäter auf der Bühne

»Symbrid« eröffnet den Reigen – die Band ist schon zum fünften Mal beim »Inner Regio« dabei: »weil’s Spaß macht und die Location geil ist«, sagt Bassist Siggi. Auch beim Vlothoer Stadtfest und beim Weser-Moschfest am Hafen hat »Symbrid« schon gespielt.

Vergangenes Jahr hat die Band ihr drittes Album »The Eclipse« herausgebracht. Bei diesem Auftritt mischt sie alte und jüngere Songs und bringt das Publikum damit sofort auf eine ordentliche Betriebstemperatur. Die melodiösen Songs sind emotional, aber nie kitschig. Sie sind kraftvoll und abwechslungsreich. Dazu tragen die intelligenten Songstrukturen ebenso bei wie Frontmann Phil, dessen Kehlgesang ebenso überzeugen kann wie die »herkömmlichen« Gesangsparts.

»Wall of death« im Kleinformat

Dass die Größe des Publikums nicht die Qualität eines Konzertabends bestimmt, zeigt sich bei der Metalcore-Band »Burn these lies«. Man braucht gar nicht mehr als sechs engagierte Leute, um eine »Wall of death« zu formen. Sänger Ricardo lässt zwei recht kurze Reihen aus Konzertbesuchern aufeinander zu rennen und sich anspringen, während er selbst wie eine menschliche Flipperkugel durch dieses Chaos aus Gliedmaßen und zuckenden Rümpfen wirbelt. Und sich dazu natürlich noch um seine ausgefeilten Vocals kümmert.

Zwar existiert die Band in der aktuellen Besetzung erst seit drei Wochen, doch ihrem explosiven Zusammenwirken tut das keinen Abbruch. Ende des Jahres soll ein erstes Album der Band fertig sein.

Auch bei den Auftritten von »Late Generation« und »Abyss of insanity« geben die Musiker alles, schonen weder sich noch ihr Publikum. Eine echte Empfehlung für jeden, der sich nicht mit schwachbrüstiger Fahrstuhlmusik abspeisen lassen möchte. Auf das nächste »Inner Regio« darf man also schon gespannt sein.

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