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Zweiter Vlotho-Film hat am 30. November im Weser-Gymnasium Premiere

Von der Kuhweide zum Fußballplatz

Vlotho (WB). Der Sportplatz in Exter hat eine bewegte Geschichte, die bis Anfang der 30er Jahre zurückreicht. 1933 überließ Landwirt Wilhelm König den Exteraner Sportlern für 70 Reichsmark Jahresmiete eine Kuhweide am Königsfeld. Das Kapitel Sport ist ein Schwerpunkt des zweiten Teils des Vlotho-Films von Geschichtswerkstatt Exter und dem Filmermacher Norbert Kaase.

Joachim Burek

August-Wilhelm König (links) und Peter Lange präsentieren die Urkunde von 1933, die die Vermietung der Kuhweide am Königsfeld an die Exteraner Sportler dokumentiert Foto: Joachim Burek

Die Filmpremiere ist am 30. November um 18 Uhr in der Aula des Weser-Gymnasiums. Der Titel lautet »Kraft der Träume – Vlotho in den Jahren 1975 bis 1985«.

Großes Sportkapitel

Ein großes Kapitel in der Fortsetzung des ersten Teils, der sich mit den Aufbruchjahren Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre beschäftigt hatte, ist dem Sport in Vlotho gewidmet. Beispielhaft ist die Geschichte des Sportplatzes Exter, die 1933 auf einer Kuhweide in Exter ihren Anfang nahm und heute mit den Plänen für einen Kunstrasenplatz dort ein aktuelles Kapitel schreibt. »Mich verbindet eine ganz persönliche Familienerinnerung mit der Sportplatzgeschichte«, berichtet August-Wilhelm König von der Geschichtswerkstatt. Der Landwirt Wilhelm König, sein Großvater, habe 1933 den Turnsportlern der 1929 neu gegründeten Sportgemeinschaft Einigkeit Exter (SGE) seine Kuhweide am Königsfeld für eine Jahresmiete von 70 Reichsmark als Spiel- und Sportplatz für den Sommer überlassen. »Die SGE, die aus dem früheren kirchlichen Jünglings- und Jungfrauenverein, später CVJM, hervorgegangen war, feiert übrigens auch am 30. Oktober ihr 90-jähriges Bestehen«, erklärte König. Damals sei die SGE an seinen Großvater, der auch stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Exter war, herangetreten, weil sie ein Sport-Freigelände gesucht hatte.

Eng verbunden sei die Sportplatzgeschichte auch mit dem FC Exter, der sich von der SGE abgespalten habe und am 1. Mai 1947 gegründet worden sei, erinnert sich FC-Vorsitzender Peter Lange. »Mit Schaufel und Spaten haben die Mitglieder den 100-Meter-Platz für die Fußballer in Eigenarbeit gebaut«, so Lange.

Das Problem sei allerdings stets seine Lage auf gleicher Höhe mit dem benachbarten Bach gewesen, so dass immer wieder Hochwasser den Spielbetrieb störte. Auch der später dort gelagerte Betonabraum vom Autobahnbau, der in den Unterbau verarbeitet worden sei, habe den Regen schlecht abfließen lassen und immer wieder Platzsperren erfordert. »Wir mussten oft ausweichen, unter anderem ins Meisenfeld. Erst 1971 ist der Platz in den modernen Zustand wiederhergestellt worden«, erinnert sich Lange.

Themen Vlothoer Stadtgeschichte von 1975 bis 1985

Neben dem Sport nehme dann der zweite Vlotho-Film das Thema »Stadtsanierung« mit der Einweihung der L778 und der Weserbrücke in historischen Aufnahmen und in Zeitzeugen-Interviews auf, berichtet König. Ein weiteres Thema wird der Umzug des U&D-Festivals 1977 auf den Amtshausberg sein. Der Kampf um den Erhalt des Jugendzentrums und das Aufkommen sozialer Bewegungen – Umweltbewegung, Grüne Liste – seien weitere Kapitel. Bulli Grundmann und Hans Krückemeier kommentieren an dem Abend den Film musikalisch.

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