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Büsching und Rosemeyer: Hans-Dieter Stieber aus Kalletal möchte Kontakte

»Werftstrategen« gesucht

Vlotho/Kalletal (WB). Wer hat früher auf der Uffelner Schiffswerft von Büsching und Rosemeyer gearbeitet? Einer von denen, die dort vor mehr als 60 Jahren Schiffe gebaut haben, ist Hans-Dieter Stieber. Er sucht Kontakt zu ehemaligen Kollegen.

Amelie Witteck

Die »Invotra 22« im Jahr 1956 bei Stapellauf in Uffeln. Auch Hans-Dieter »Max« Stieber aus Kalletal-Kalldorf hat beim Bau mitgewirkt. Auf der Werft von Büsching und Rosemeyer entstanden damals zahlreiche Binnenschiffe. Foto:

Hans-Dieter Stieber aus Kalletal-Kalldorf, besser bekannt als Max Stieber, hat von 1953 bis 1956 auf der Uffelner Schiffswerft von Büsching und Rosemeyer eine Lehre zum Schiffbauer gemacht. Anschließend hat er dort noch zwei Jahre gearbeitet, dann wurde er zum Bund eingezogen.

Seit vielen Jahren ist der bekannte Kalldorfer inzwischen Rentner. Er würde nun gerne Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen aufnehmen, um über alte Zeiten zu klönen. »Gibt es noch alte Werftstrategen?«, fragt er.

Tanker und Frachtschiffe

In Vlotho gab es einst zwei Werften. Eine davon war die Werft Rasche, die andere die von Büsching und Rosemeyer, die sich 1906 etablierte. Bis in die 20er Jahre sind dort vermutlich Holzschiffe gebaut worden, bis man später auf Eisen umstieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schiffe motorisiert. Aus Schleppkähnen wurden Schiffe mit Dieselantrieb. Außerdem fing man an, die Schiffe zu schweißen anstatt sie zu nieten.

In der Werft wurden Tanker und Frachtschiffe konstruiert und gebaut, so ist in einem Heft der Geschichtswerkstatt zu lesen. Es waren auch welche mit 1000 Tonnen Tragfähigkeit und 85 Metern Länge dabei. Diese gehörten zu den größten, die auf Flüssen und Kanälen fuhren (mit Ausnahme des Rheins). Noch längere Schiffe hätten nicht mehr durch die Schleusen gepasst. In der Uffelner Werft von Büsching und Rosemeyer wurden unter anderem Aufträge aus der Schweiz, den Niederlanden und Belgien bearbeitet.

1984 kam das Ende für die Werft

1972 wurde auf der Werft von Büsching und Rosemeyer die »Moby Dick« gebaut, die noch immer als Touristenattraktion auf Berliner Binnengewässern fährt. Dieses Ausflugsschiff ist nicht nur namentlich, sondern auch gestalterisch an einen Wal angelehnt. Es ist mit einer großen Schwanzflosse ausgestattet und besitzt ein Maul mit Zähnen, in dem Passagiere verweilen können. Bis zu 400 Personen können von der Moby Dick transportiert werden. Ende der siebziger Jahre bis 1982 wurden außerdem Kistenfähren für Afrika gefertigt.

Da deutsche Reeder jedoch etwas später keine Neubauten mehr in Auftrag gaben, wurde das Schiffbauunternehmen Büsching und Rosemeyer 1984 geschlossen. Heute wird das Betriebsgelände von der Schilderfabrik Sellmann genutzt.

Hans-Dieter »Max« Stieber ist für ehemalige Kollegen erreichbar unter der Telefonnummer 0177/2704585.

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