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Corona-Krise schränkt Aktivitäten des Vlothoer Kinderschutzbunds ein

Winterjacken gibts auch im Lockdown

Vlotho (WB)

Der Kinderschutzbund ist auch in der Coronapandemie für Vlothoer Familien da. Einige Aktivitäten wie die Treffen der Frauengruppen oder die Einzelförderung der Schulkinder finden derzeit nicht statt. Beratungen und finanzielle Hilfen gibt es weiterhin, auch warme Winterjacken.

Sonja Töbing 

Erst wenn alle Foto: Sonja Töbing

Es scheint still geworden zu sein um den Vlothoer Kinderschutzbund. „Ich weiß, dass sich viele fragen: Gibt’s den überhaupt noch? Und die Antwort ist: Ja, uns gibt es noch“, sagt Doris Piloth selbstbewusst.

Seit mehr als 40 Jahren gibt es den Ortsverein schon, seit rund 21 Jahren ist die Vlothoerin als Vorsitzende im Amt und möchte es auch noch eine Weile bleiben. „Über meinen Abschied habe ich mir jedenfalls noch keine Gedanken gemacht“, sagt die 58-Jährige mit einem Schmunzeln.

Aber es stimme: Die Corona-Pandemie mit dem Lockdown habe bewirkt, dass ein Teil der Aktivitäten, die der Kinderschutzbund Vlotho sonst anbiete, vorerst auf Eis gelegt werden mussten, angefangen bei den Treffen der polnischen und internationalen Frauengruppen über die Einzelförderung von Kindern bis hin zur Öffnung des Kleiderladens am Sommerfelder Platz.

„Wir mussten uns da an die Vorgaben des Einzelhandels halten.“ Ab November habe sie den Laden alleine und nur noch einen Tag pro Woche geöffnet, die anderen sechs ehrenamtlich tätigen Frauen habe sie nach Hause schicken müssen. „Und dann mussten wir komplett schließen. Jetzt geben wir Kleidung auf Anfrage heraus, wenn etwas dringend benötigt wird, wie Winterjacken zum Beispiel“, erklärt Doris Piloth.

Doris Piloth

Ansonsten biete der Vlothoer Ortsverein weiterhin Beratungen für Eltern und Kinder, finanzielle Familienhilfe sowie Gespräche für alle Hilfesuchenden an. „Gerade jetzt, während der Corona-Krise, ist noch mehr Bedarf da. Natürlich finden die Einzelgespräche unter Einhaltung der vorgeschriebenen Schutz- und Hygienekonzepte statt.“

Doris Piloth ist für die Kinder da. Foto: Heike Pabst

Doris Piloth ist dankbar für die Unterstützung aller Ehrenamtler, auch wenn sie nach wie vor das eigentliche Gesicht des Ortsvereins ist. „Das Schöne an unserer Arbeit ist: Sie wird von vielen getragen.“ Es sei immer ein ganz besonderes Gefühl, wenn man nach Jahren Kinder in der Stadt wiedersehe, denen man einst geholfen habe. „Und wenn man dann erfährt, dass sie ihren Schulabschluss gemacht oder einen Ausbildungsplatz gefunden haben, dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat“, erklärt die Vorsitzende.

Sie investiere vier bis fünf Stunden täglich für ihr Ehrenamt – für viele Menschen sei so etwas heutzutage nicht mehr leistbar. „Deswegen würde es sicherlich auch schwierig werden, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden“, gibt sich Doris Piloth nachdenklich. Zumal die Chemie zwischen den Ehrenamtlern stimmen müsse. „Viele Familien, die wir beraten, bauen im Laufe der Jahre ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis zu uns auf.“ Dieses Vertrauen dürfe nicht enttäuscht werden. Wer Vorurteile gegenüber Frauen, anderen Nationalitäten oder Religionen hege, sei ebenfalls fehl am Platze beim Kinderschutzbund.

Doris Piloth hofft, dass die Corona-Krise bald überstanden sein wird und die normalen Aktivitäten wieder aufgenommen werden können. Wer einen Beratungstermin wünscht, kann Kontakt unter der Rufnummer 05733/5900 aufnehmen und gegebenenfalls auf den Anrufbeantworter sprechen. „Wir rufen dann zurück“, verspricht die Vorsitzende.

Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, ist der Kleiderladen am Sommerfelder Platz (Eingang Parkplatz) zu folgenden Zeiten geöffnet: dienstags von 15.30 bis 17.30 Uhr sowie donnerstags und freitags von 9.30 bis 11.30 Uhr. „Wir sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich ebenfalls gerne bei mir melden“, betont Doris Piloth.

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