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TV-Moderator Tim Niedernolte kommt zur Lesung nach Vlotho-Exter

Wunderwaffe Wertschätzung

Vlotho (WB). Der Arbeitskreis Dorfentwicklung Exter lädt zu einer Autorenlesung mit TV-Moderator Tim Niedernolte für Freitag, 28. August, um 18.30 Uhr in und vor der Remise der Windmühle Exter ein (bei Regen unter der überdachten Tribüne auf dem Reitplatz des Reit- und Fahrvereins von Bismarck Exter, Am Mergelbruch 2). Tim Niedernolte wird an diesem Abend aus seinem Buch „Wunderwaffe Wertschätzung – vom großen Glück einer einfachen Lebenshaltung“ vorlesen. Im Interview sagt er, was den Zuhörer erwartet.

Auf Einladung des AK Dorfentwicklung kommt Tim Niedernolte nach Exter. Foto: Dirk Schmidt/dsphotos.de

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie an Ihren Besuch am 28. August in Exter denken?

Tim Niedernolte: Zuallererst auf ganz viel Heimatgefühl. Denn nur eine Autobahnabfahrt weiter bin ich aufgewachsen und groß geworden. In meiner alten Heimat aufzutreten, ist immer wieder neu etwas ganz Besonderes. Darüber hinaus bin ich sehr glücklich, endlich mal wieder eine Lesung durchführen zu können und den direkten Kontakt zum Publikum zu haben. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind mir inzwischen zehn Live-Auftritte abgesagt oder verschoben worden. Der Abend in Exter wird so zu meiner aller ersten Lesung 2020.

Und worauf dürfen sich die Gäste freuen?

Niedernolte: Hoffentlich auf gutes Wetter. Aber auch bei Regen bin ich da, dann treffen wir uns auf dem Reitplatz. In diesem Zusammenhang der Hinweis, dass der Veranstalter im Vorfeld alles dafür getan hat, dass die Corona-Bestimmungen eingehalten werden und jeder Gast sich sicher sein kann, dass alle Abstandsregeln und Hygienevorschriften befolgt werden. Hat übrigens auch etwas mit Wertschätzung zu tun! Darüber hinaus erwartet die Besucher ein hoffentlich unterhaltsamer und nachdenkenswerter Abend, bei dem ich viel aus meinem Buch „Wunderwaffe Wertschätzung“ lesen werde, aber dazwischen immer auch etwas zur Entstehung des Buches erzähle. Es gibt diverse Anekdoten aus der Zeit, biografische Einschübe und ich berichte auch über meine Erlebnisse aus der Medienarbeit. Obendrauf gibt es auch noch eine musikalische Überraschung.

Klopapier und Backhefe

Ihr Buch ist im Februar 2018 erschienen, also vor etwas mehr als zwei Jahren. Wie aktuell ist denn noch das Thema Wertschätzung?

Niedernolte: Erschreckend aktuell. Allein in Bezug auf den Umgang mit dem Corona-Virus. Nehmen Sie zum Beispiel die Maske. Auch ich bin kein Fan davon, immer wieder diesen Stoff vor der Nase zu haben und vor dem Mund. Aber es ist nun grad mal nicht anders möglich und ist eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme gegenüber meiner Nebenfrau und meinem Nebenmann. Maske auf heißt: Wertschätzung gegenüber meinen Mitmenschen. Ganz vielen ist das zum Glück ja auch bewusst und sie leben das. Aber viele leider auch nicht. Anderes Beispiel: Ich sage nur Klopapier und Backhefe. Dass diese Dinge zu Anfang der Pandemie plötzlich zur Mangelware wurden, liegt an ganz viel Egoismus und fehlender Wertschätzung. Mangelnder Respekt und immer erst mal an sich selber denken – diese Themen bestimmen täglich unseren Alltag und die Medien bis hin auf die große politische Bühne.

Das Thema „Wertschätzung gegenüber Pflegekräften“ ist zu Beginn der Pandemie ebenfalls sehr aktuell gewesen – auch darüber haben Sie in Ihrem Buch sogar schon geschrieben.

Niedernolte: Stimmt, schon vor einigen Jahren hat mich das massiv gestört. Und das ist aktueller denn je in diesem Jahr. Wobei die Missstände in der Pflegebranche ja schon länger bestehen. Ein sehr komplexes Thema und ganz sicher nicht leicht zu lösen. Aber es muss endlich auch mal etwas passieren. Warmen Worten müssen Taten folgen. Und diese wichtigen Berufe müssen definitiv mehr wertgeschätzt werden. Durch bessere Gehälter und vor allem auch durch verbesserte Arbeitsbedingungen. Vom Reden ins Handeln kommen, das macht am Ende den Unterschied.

Öfter mal Danke sagen

Welchen Tipp haben Sie denn für unsere Leser, mehr Wertschätzung im Alltag zu leben – und auch zu erleben?

Niedernolte: Der beste Tipp: zur Lesung kommen am Freitag. Denn da gibt es viele Anregungen und Beispiele, wie wir alle unser Zusammenleben wertschätzender gestalten können. Genau das, was sich der „Arbeitskreis Dorfentwicklung“ neben einem schönen Abend in größerer Runde auch erhofft: „Dass die Wertschätzung hier in Exter Wurzeln schlägt!“ Doch wenn Sie mich schon so konkret fragen: Bei sich selber anfangen, Wertschätzung beginnt immer bei einem selbst. Wie will ich jemand anderes mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen, wenn ich das schon nicht mir selber gegenüber tue? Dankbarkeit – und öfter mal Danke sagen für scheinbar Selbstverständliches. Das wirkt wahre Wunder im Alltag und weitet den Blick für die wirklich wichtigen Dinge. Und bloß nicht denken, man selber könne nichts verändern. Der Dalai Lama hat mal gesagt, dass genau das der Wirklichkeit widerspricht. Schon kleine Anstöße können eine ganze Lawine auslösen. Dafür trete ich an – und dafür komme ich gerne nach Exter.

Zur Person

Tim Niedernolte (41) wuchs in Löhne und in Bad Oeynhausen auf und lebt heute in Berlin. Ein Großvater stammt aus Exter. Er studierte Kommunikationswissenschaft, Französisch und Literaturwissenschaft und begann seine Karriere 2000 als freier Mitarbeiter bei MDR Jump, war Reporter und Moderator für Deutsche Welle TV, moderierte unter anderem für Bibel-TV, Premiere SKY Fußball und logo! von ZDF/KiKA.

Ab Januar 2014 gehörte Niedernolte zum Moderatorenteam der heute-Nachrichten im ZDF und des Morgenmagazins. Seit September 2014 moderiert er vertretungsweise hallo deutschland. Im Wechsel mit Babette von Kienlin ist er als Moderator in der drehscheibe zu sehen. Seit Anfang 2018 ist Niedernolte auch als Autor tätig und widmet sich in seinem Buch im Gespräch mit Prominenten wie Dunja Hayali, Christian Rach, Michael Volkmer oder Marcell Jansen dem Thema „Wunderwaffe Wertschätzung“.

Tim Niedernolte beteiligt sich an nicht kommerziellen christlichen Projekten. Mit Torsten Hebel betreut er das Berliner Sozialprojekt blu:boks. 2006 moderierte er die Aktion kickoff. Dabei wurde gemeinsam mit World Vision Deutschland ein Straßenkinderprojekt in Bolivien unterstützt. Tim Niedernolte ist seit 2017 Jubiläumsbotschafter der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

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