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Am Rischmüllerufer in Herford kann die Werre künftig wieder freier fließen

Weg mit dem Betonkorsett

Herford

Seit Jahrzehnten beherrschen Betonuferbefestigungen den Lauf der Werre in der Herforder Innenstadt. Doch künftig soll der Fluss sich zumindest an einer Stelle wieder freier entfalten können.

Von Stefan Wolff 

Thomas Schmidtpott von der Stadt Herford (von rechts), Biologe Heinrich Linnert und Michael Wehrendt von der evangelischen Stiftung freuen sich, dass die Werre am Rischmüllerufer bald wieder freier fließen kann. Foto: Stefan Wolff

Entlang des Rischmüllerufers auf Höhe des Friedrichs-Gymnasium lässt die Stadt die alten Befestigungen auf einer Länge von 250 Metern entfernen. Mitarbeiter der evangelischen Stiftung Maßarbeit werden dafür noch etwa vier Wochen brauchen.

Die Maßnahme ist Teil des Gewässerentwicklungsprojekts Weser Werre Else (WWE). 80 Prozent der Kosten in Höhe von 15.000 Euro trägt die Bezirksregierung Detmold. Mit der Maßnahme setzt die Stadt europäische Wasserrahmenrichtlinien um, die Gewässer schützen und verbessern sollen.

Allerdings ist die Maßnahme auf die nordöstliche Uferseite begrenzt. Das gegenüberliegende Ufer ist Privatgelände und dessen Besitzer hat alle Anfragen der Stadt ignoriert, berichtet Thomas Schmidtpott, der bei der Stadt für den Gewässerunterhalt zuständig ist. Bei jedem Starkregen und jedem Hochwasser könne die Werre ihren Lauf künftig verändern und dabei leicht doppelt so breit werden.

Veränderten sich erst Flussbett und Fließgeschwindigkeit, werde auch die Tier- und Pflanzenwelt vielfältiger. Doch nicht nur Fische wie Neunaugen und Forellen sowie Eisvögel und Libellen sollen profitieren, auch die Menschen sollen sich am Gewässer erfreuen können. „Die Herforder werden freien Zugang zum Fluss haben“, versichert Heinrich Linnert, der für das WWE-Projekt die Arbeiten begleitet.

Der Biologe ist geradezu begeistert: „Es ist ein Glücksfall, dass die Stadt dem Fluss eine Fläche überlassen kann, ohne dass dieser dadurch Schaden anrichten kann“, sagt Linnert. Die Maßnahme diene vielmehr dem Hochwasserschutz: Denn wenn die Werre erst breiter ist, verteilt sich auch das Wasser besser.

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