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Blühendes Paradis für Insekten: In allen zehn Städten gibt es Verteilstellen

15.000 Samentütchen werden im Kreis Höxter verteilt

Kreis Höxter

Der Kreis Höxter mit seinen zehn Städten soll auch 2022 wieder bienen- und insektenfreundlich blühen. Einen Beitrag hierzu leistet die Aktion „Blühende Landschaften“, die bereits im fünften Jahr stattfindet.

Die Region brummt, so zeigen es die Vertreter der beteiligten Akteure gemeinsam (oben von links): Matthias Möllers (Gemeinde Altenbeken), Burkhard Deppe (Stadt Bad Driburg), Hubertus Grimm (Stadt Beverungen), Nicolas Aisch (Stadt Borgentreich), Hermann Temme (Stadt Brakel), Daniel Hartmann (Stadt Höxter) und Michael Stickeln (Kreis Höxter) sowie (unten von links) Maria Kemker (Westenergie), Josef Suermann (Stadt Marienmünster), Johannes Schlütz (Stadt Nieheim), Sabrina Laufenburg (Pamme Saatgut und Wildpflanzen), Carsten Torke (Stadt Steinheim), Tobias Scherf (Stadt Warburg) und Norbert Hofnagel (Stadt Willebadessen). Foto: Kreis Höxter/Collage

Ziel sei es, möglichst viele bienenfreundliche Blumen auszusähen, um so den Insekten ausreichend Nahrung zu bieten“, berichtet die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. Dafür werden von Samstag, 30. April, an insgesamt 15.000 Samentütchen kostenlos an die Bürger im gesamten Kreis Höxter verteilt.

Bunte Mischung

Mohn, Blaue Kornblumen, Barbarakraut, Ackersenf, Margeriten, wilde Möhre, Glockenblume – diese und viele weiteren Blumen verbergen sich in den Tütchen der Aktion „Blühende Landschaften“, die die Bürgern an vielen Stellen im Kreis Höxter kostenlos bekommen. „Ich freue mich sehr über diese zielgerichtete und wichtige Aktion zum Wohle unserer Pflanzen- und Tierwelt“, sagt Landrat Michael Stickeln. „Es macht einfach Freude zu erleben, wie aus einer kleinen Hand voll unscheinbarem Saatgut eine prächtig blühende Blumenwiese entsteht. Gerade für Kinder ist das eine tolle und wichtige Erfahrung. Deshalb lade ich alle Bürger unseres Kulturlandes dazu ein, sich an den ‚Blühenden Landschaften‘ zu beteiligen.“

Aus Pandemie gelernt

Die Verteilung über unterschiedlichste Stellen in den Pandemiejahren habe sich bewährt, so könnten sich Interessierte die Blühmischungen bei zahlreichen Bäckereien und anderen Geschäften im Kreisgebiet abholen. „Ich danke allen Akteuren herzlich, dass sie diese schöne Aktion unterstützen“, sagt Landrat Stickeln. Die Initiative ging vor fünf Jahren von Brakels Bürgermeister Hermann Temme und dem Klimaschutzbeauftragten der Stadt, Hendrik Rottländer, aus. Mittlerweile hat der Kreis Höxter die Organisation übernommen, alle zehn Städte machen mit. „Die Aktion ist ein wichtiger Beitrag, um unsere wunderbare Artenvielfalt zu sichern. So kann sich die Natur auch in kleinen wertvollen Flächen in unseren Orten zeigen“, sagt Steinheims Bürgermeister Carsten Torke als Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter.

Sponsor gefunden

Die Westenergie AG und der Kreis Höxter beteiligen sich als Projektpartner an den Kosten für die Herstellung der Samentütchen. Diese werden von der Firma Pamme Saatgut und Wildpflanzen aus Brenkhausen mit Saatgut aus der Region befüllt. Die kleinen Samentütchen wurden individuell für das Projekt gestaltet und tragen die Logos der teilnehmenden Partner. Der Inhalt von zwei Gramm reicht für etwa einen Quadratmeter Blühfläche aus. Es handelt sich um die Mischung „Schmetterlings- und Wildbienensaum“. Sie besteht aus frühzeitig blühenden Arten, Hochsommerarten und einigen mehrjährigen Arten. So wird sich im ersten Sommer der Aussaat ein etwas anderes Bild der Blühflächen ergeben als in den Folgejahren.

Verteilstellen

Wer die Blühfläche vom vergangenen Jahr nun erweitert, kann die Unterschiede beobachten. Damit alles gut gedeiht, gibt Diego Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde folgende Tipps: „Das vorbereitete Saatbeet sollte unkrautfrei und feinkrümelig sein. Das kann man durch die Zugabe von Sand erreichen. Der Samen wird dann auf den Boden gegeben und etwas angedrückt, aber nicht wieder mit Erde bedeckt, denn zum Keimen brauchen die Körner Licht. Nun ist es wichtig, die Fläche feucht zu halten, bis sich die Pflänzchen zeigen.“

Pflanztipps

Nach der Blütezeit sollte man das Beet, auch wenn es nicht mehr so schön aussieht, überwintern lassen. „So bietet es Unterschlupf für Insekten und Nahrung für die Vogelwelt. Das erste Mal gemäht werden sollte die Wiese im nächsten Frühjahr“, so Krämer. „Dann können die vertrockneten Stängel abgeschnitten werden und jeder kann sich überraschen lassen, welche Mischung nun für Insekten über Frühjahr und Sommer bis in den Herbst blühen wird.“

Ein Projektpartner der „Blühenden Landschaften“ ist wieder die Westenergie AG. „Gern unterstützen wir auch in diesem Jahr wieder diese schöne Aktion. Die Durchführung in den vergangenen Corona-Jahren hat ja sehr gut funktioniert. Toll, dass für ein gutes Gelingen wieder alle so aktiv mitmachen. Das zeigt, wie sehr das Projekt den Beteiligten am Herzen liegt. Wir hoffen, dass wieder viele grüne Daumen den Insekten einen reichen Tisch decken“, sagt Westenergie-Kommunalmanagerin Maria Kemker.

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