1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kreis Höxter
  6. >
  7. Aus dem Gleichgewicht geraten

  8. >

Corona und Ukraine-Krieg: Caritas-Frühförderung in Brakel stellt sich auf eine verstärkte Nachfrage ein

Aus dem Gleichgewicht geraten

Brakel

Caritas-Frühförderung für den Kreis Höxter stellt sich auf eine verstärkte Nachfrage zum Ende der Corona-Epidemie und nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine ein. Darauf müssen Eltern reagieren.

Nach zwei Jahren Pandemie ist der Bedarf nach Frühförderung von Kindern stark gestiegen. Das stellt die Caritas-Frühförderung fest. Eltern sollten nicht zu lange warten, bis sie einen Beratungstermin wahrnehmen. Foto: Caritasverband

„Für Kinder waren die vergangenen zwei Jahre eine Zeit außergewöhnlicher Belastungen“, sagt Marie-Luise Bonsch. Mit dem Krieg in der Ukraine setzte sich der Druck von außen fort, ist die Leiterin der Caritas-Frühförderung und Beratung für den Kreis Höxter überzeugt

„In den vergangenen zwei Jahren war es Kindern nicht oder nur eingeschränkt möglich, andere Kinder und Familien zu treffen, Feiern und Feste zu besuchen, Vereinsangebote zu nutzen oder in der Öffentlichkeit zu bewegen“, sagt sie. Eltern und Kindern fehlte der soziale Kontakt, die Möglichkeit, sich selbst im Umgang mit anderen zu erfahren oder durch Beobachtung zu lernen.

Reaktionen können unangemessen sein

Kinder könnten darauf mit Rückzug oder einem unangemessenen Verhalten reagieren. „Dann ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten“, meint Marie-Luise Bonsch. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, seine eigenen Stärken und Schwächen. „Manchmal kann es aber sein, dass etwas nicht mehr im Rahmen der normalen Spannbreite der kindlichen Entwicklung liegt, dass es Verzögerungen oder Auffälligkeiten gibt, die eine spezielle Unterstützung des Kindes erfordern.“

Die Eltern müssen auf diese fordernden Verhaltensweisen oder den innerlichen Rückzug ihrer Kinder reagieren – obwohl sie selbst nach zwei Jahren Pandemie kaum noch die Ressourcen haben. Marie-Luise Bonsch vermutet, dass der Bedarf groß ist. Sie rät, einen Besuch der Frühförderung nicht lange aufzuschieben: „Je früher wir die Stärken von Kindern entdecken und fördern, desto besser können wir Schwächen ausgleichen.“

Die Räume der Frühförderung wurden während des Lockdowns der Pandemie neu ausgestattet. Kinder können in dem großen Bewegungsraum, im Raum für Rollenspiele oder dem Kreativraum Kindern besondere Bewegungsanreize und Sinneserfahrungen machen – ein geeigneter Rahmen, um einzeln oder in Kleingruppen heilpädagogisch zu arbeiten.

Krieg: So erkläre ich es Kindern

„Die vielfältigen Räumlichkeiten und das qualifizierte und über viele Jahrzehnte erfahrene Personal sind Kennzeichen der Caritas-Frühförderung“, ist Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi überzeugt. In der Frühförderung arbeiten Sozialpädagoginnen, Kindheits- und Heilpädagoginnen sowie Ergotherapeutinnen. Mit Motopädinnen und Logopädinnen werden weitere Berufsgruppen zu dem multiprofessionellen Team stoßen.

Dieser breite multiprofessionelle Ansatz stellt sicher, dass in der Frühförderung jedes Kind „die besten Chancen für die Entfaltung seiner Persönlichkeit und für die Entwicklung zu einem selbstbestimmten Leben erhält“, sagt Marie-Luise Bonsch, „unsere Aufgabe ist die ganzheitliche Förderung der Kinder.“

Eltern können sich mit ihren Kindern direkt bei der Frühförderung vorstellen. Die Beratung unterliegt der Schweigepflicht. Sie ist unverbindlich und kostenlos. Die Termine können in den Räumen der Frühförderung in Brakel, in den Außenstellen in Steinheim und Warburg, im Rahmen von Hausbesuchen oder in der Kita, stattfinden.

Startseite
ANZEIGE