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Beliebte Veranstaltung läuft in allen zehn Städten des Kreises Höxter mit insgesamt 1400 Teilnehmern

168 Kinder erleben Natur pur bei den Waldjugendspielen in Dringenberg

Bad Driburg-Dringenberg

Welche spannenden Dinge die heimischen Wälder bieten, haben 168 Kinder am Dienstagmorgen auf spielerische Weise im Rietholz bei Dringenberg erfahren dürfen. Bei den nunmehr 30. Waldjugendspielen stehen in dieser Woche in allen Städten des Kreises Höxter Forst-Erlebnisse für den Nachwuchs im Fokus.

Von Alexander Kerbs

Förster Friedhelm Gieffers zeigt den Schülern die Larve eines Zangenbocks. Foto: Dennis Pape

„Nur das, was man kennt und liebt, das schützt man auch“, betonte Revierförster Friedhelm Gieffers im Gespräch mit dem WB: „Deshalb möchten wir mit den Waldjugendspielen bereits jetzt die Kinder für die Wichtigkeit unserer Wälder sensibilisieren. Das gelingt uns natürlich in diesem Alter am besten auf spielerische Art und Weise – sie sollen den Wald fühlen, riechen, schmecken und damit einfach seine wundervolle Vielfalt entdecken.“ Gieffers ist seit der ersten Auflage der Waldjugendspiele dabei und hat diese zusammen mit dem damaligen Stadtförster Dieter Küppers in Bad Driburg mitentwickelt.

Hinter der spannend-spielerischen Veranstaltung verbirgt sich jedoch auch ein ernster Hintergrund, wie Marion Oeynhausen, Leiterin der Grundschule „Unter der Iburg“, erklärte: „Viele Kinder verbringen viel zu viel Zeit zu Hause – beispielsweise vor dem Computer oder der Playstation. Auch wenn einige Kinder die Natur gemeinsam mit ihren Eltern in der schweren Coronazeit wiederentdeckt haben, gibt es viele Familien, deren Leben sich noch mehr als zuvor in den eigenen vier Wänden abspielt. Es gibt Kinder, die Angst haben, durch Laub zu gehen, weil sie nicht wissen, was sich darunter befindet – das hat mich erschrocken“, so Marion Oeynhausen. Man müsse die Jugend dazu bringen, die Schönheit sowie den unermesslichen Wert der Natur zu erleben und zu verstehen. Im Rietholz waren am Dienstag Grundschüler aus Bad Driburg, Pömbsen und Dringenberg dabei – im gesamten Kreisgebiet nehmen insgesamt 1400 Kinder teil.

Gemeinsam mit den Kindern freuen sich Verantwortliche und Unterstützer über eine gelungene Veranstaltung. Foto: Dennis Pape

Für die Kinder wurden im Rietholz unterschiedliche Stationen vorbereitet, die in kleinen Gruppen beschritten werden konnten. Unter anderem konnte der Nachwuchs sogenannte Fühl-, Duft- und Mitmach-Stationen erleben. Eine Station beispielsweise sollte darstellen, wie weit unterschiedliche Tiere des Waldes springen können – und jeder einzelne Teilnehmer konnte einmal versuchen, mindestens genau so weit zu hüpfen. Eine weitere Station bot den Kindern einen Einblick in die Welt der kleinen Krabbeltiere. Mit Gläsern und Lupen konnten die Kinder die kleinen Waldbewohner einfangen und beobachten – und danach selbstverständlich wieder freilassen. Friedhelm Gieffers erklärte an dieser Station, dass sich im Waldboden mehr „Einwohner“ befänden als in mancher Stadt des Kreises Höxter. „Blätter fallen auf den Boden und werden zu wichtigen Nährstoffen. Die Natur zeichnet sich durch einen ebenso sensiblen wie beeindruckend vielfältigen Kreislauf aus.“

Der achtjährige Moritz zeigt an einer Station, dass er genauso weit springen kann wie ein Feldhase. Foto: Dennis Pape

Die Waldjugendspiele im Kreis sind jährlich eine Gemeinschaftsveranstaltung zahlreicher Partner, die gemeinsam die Wichtigkeit der heimischen Wälder unterstreichen wollen. Veranstalter ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die vom Schulamt des Kreises Höxter sowie vom Hochstift-Regionalforstamt unterstützt wird. „Ohne das Mitwirken der einzelnen Kommunen, der Kreisjägerschaft, der Schulen und der Eltern wäre diese Veranstaltung nicht das, was sie ist – ein echter Erfolgsgarant“, so Friedhelm Gieffers. Und der muss es wissen: „Mittlerweile erwachsene Eltern sind schon vor 30 Jahren den Parcours abgelaufen – sie sind heute immer noch begeistert“, sagte der Experte mit einem Augenzwinkern. Verlassen könnten sich die Förster im Kulturland auch auf die Sparkassenstiftung, die die Waldjugendspiele traditionell unterstützt: „Wir müssen alle gemeinsam dem Klimawandel entgegenwirken – das funktioniert nur, wenn auch die nachfolgenden Generationen den Wert der Natur erfahren. Deshalb unterstützen wir die Jugendtage finanziell und mit einem Malwettbewerb“, so Martin Dirkes von der Sparkasse.

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