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Viel Ärger im Kreis Höxter bei den Anmeldungen zur Corona-Schutzimpfung

484 Anrufe ohne Erfolg

Brakel/Kreis Höxter

Seit Montag versuchen viele Bürger, telefonisch oder online einen Termin zur Corona-Schutzimpfung zu erhalten. Doch die meisten Anrufer kommen nicht erfolgreich ans andere Ende der Leitung.

Reinhold Budde

Das Impfzentrum für den Kreis Höxter befindet sich in der Stadthalle in Brakel. Foto: Reinhold Budde

„Sie glauben gar nicht, wie mir jetzt die Finger und Arme weh tun“, sagte WESTFALEN-BLATT-Leserin Elke Schneider aus Dringenberg gestern dieser Zeitung. Sie versucht seit Tagen, eine Impftermin für ihren Mann zu erhalten. „Dabei habe ich ganz bewusst nicht am Montag die Hotline angerufen, weil ich mir schon dachte, dass es am ersten Tag zu Problemen kommen könnte. Seit Dienstagmorgen versuchen wir ständig, einen Impftermin zu erhalten, sowohl telefonisch als auch per E-Mail“, sagte Elke Schneider. „Entweder ist die Telefonleitung besetzt, man kommt nicht durch oder wird einfach abgehängt. Und nach 22 Uhr ist telefonisch niemand mehr unter der Nummer erreichbar. Dabei haben wir mehrere Leitungen und gleichzeitig mit mehreren Telefonen versucht, einen Impftermin zu bekommen“, sagte Schneider, die für ihren Ehemann Peter Schneider einen Impftermin bekommen möchte. Parallel dazu versuchten sie, per E-Mail einen Termin zu erhalten. „Auch am Mittwoch haben wir den ganzen Tag die Hörer in der Hand gehabt. Nachts um 2 Uhr hat es dann geklappt, per E-Mail. Uns wurden zwei Codes für den ersten und zweiten Impftermin geschickt“, sagte Elke Schneider.

Daraufhin musste sie für beide Codenummern Formulare ausfüllen. Hat sie auch gemacht, zuerst für den ersten Impftermin. Als sie das Formular online für den zweiten Termin ausfüllen wollte, hieß es, dass das erste Formular noch nicht ausgefüllt sei. Das war es aber. Also habe sie wieder die E-Mail mit dem ersten Code geöffnet. Und beim Versuch, das Formular mit allen persönlichen Angaben auszufüllen, kam die Nachricht, Termin ist vergeben, Formular kann nicht ausgefüllt werden.

Nach wenigen Stunden Schlaf versuchte Elke Schneider am gestrigen Donnerstagmorgen erneut ihr Glück. Und tatsächlich, sie kam um 10.36 Uhr telefonisch durch. Doch da lief ein Band mit der Ansage, alle Impftermine für den Kreis Höxter seien vergeben.

So wie ihr ging es sehr vielen WB-Lesern im Kreis Höxter, und etliche sprachen mit den Redaktionen im Kreisgebiet. So auch eine Leserin aus Brakel, die 484 Mal versucht hat, telefonisch einen Impftermin zu erhalten. „Ich kann nicht mehr, benötige eine Pause“, sagte sie dieser Redaktion. Auch hätten ihre Kinder und Nachbarn versucht, online Termine zu vereinbaren – zwecklos.

„3000 Termine sind bereits vergeben, für Erst- und Zweitimpfungen“, sagt Dr. med. Jens Grothues, Leiter des Impfzentrums in Brakel. Alle aktuell zur Verfügung stehenden Kapazitäten seien gebucht. Nach derzeitigem Stand gebe es von der ersten Märzwoche an wieder Termine. „Die werden wir in den kommenden Tagen sukzessive freigeben. Insgesamt geht es um 10.000 vorrangig Impfberechtigte im Kreis Höxter, die im Impfzentrum, der Stadthalle Brakel, geimpft werden sollen.

Wie die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein und Westfalen-Lippe mitteilen, führen extrem hohe Zugriffszahlen auf die Internetseiten zur Buchung einer Corona-Impfung und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die über 80-jährigen Impfberechtigten in NRW. Es werde unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet und die KVen bitten mit Blick auf die derzeitige Systemauslastung alle, die einen Termin buchen möchten, um Geduld.

„Wer einen Termin für die Erstimpfung erhalten hat, aber aufgrund von technischen Problemen keinen Termin für die Zweitimpfung, sollte auf jeden Fall zur Erstimpfung gehe. Dort im Impfzentrum wird dann der zweite Impftermin vereinbart. Jeder, der eine Erstimpfung erhält, bekommt auch die zweite Impfung. Genügend Impfstoff ist dafür vorhanden“, sagt Dr. med. Jens Grothues.

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